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Autor Thema: Schatzregal ja/nein  (Gelesen 622 mal)
quink
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« am: 07. September 2021, 19:08:22 pm »

Hinweis:
Das folgende wurde auf Wunsch der Beteiligten aus diesem Beitrag abgetrennt

http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,80457.0.html
Stratocaster


In Dänemark sind "Forscher begeistert von dem historischen »Traumfund«", wäre ein derartiger Fund von einem "Hobbyarchäologe" (in deutscher Übersetzung: Sondengänger) entdeckt worden ginge es mal wieder "Böse Raubgräber und Sondengänger" einmal quer durch die Presse.

In Dänemark, auch in England steht dem Sondengänger eine Entschädigung zu beim Fund. Das gabs auch mal in der BRD, bis Archäolgen das Schatzregal durchsetzen (und damit alles was gefunden wird, eine handbreit unter dem Boden - auch im eigenen Garten, automatisch an den Staat fällt). Folge: der Staat brauch keine Entschädigungen mehr an die Sondengänger zu zahlen, davon die Folge: wertvolle Funde werden entweder oft gar nicht gemeldet oder verschwinden in dunkle Kanäle. Aktuell versuchten Archäolgen auch das Schatzregal in Bayern durchzudrücken, das letzte Bundesland wo es kein Schatzregal gibt und wo noch Entschädigungen und Fingerlohn an den Sondengänger gezahlt werden.

Ich denke, es ist langsam an der Zeit dieses Schatzregal wieder abzuschaffen. Es geht hier nicht um Raubgräberei, sondern es geht um Entschädigungen- und Finderlöhne die (wie ich finde) Sondengänger und Grundbesitzer zustehen und das ist besser als ein Schatzregal wo keine Finderlöhne gezahlt werden und wertvolle Funde nicht gemeldet werden und sonst wo hin verschwinden - mein Meinung.

Was denkt ihr? Schatzregal abschaffen und wieder Finderlohn (50% der Sondengänger und  50% der Grundbesitzer) einführen?
« Letzte Änderung: 08. September 2021, 10:07:18 am von stratocaster » Gespeichert

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Nanoflitter
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« Antworten #1 am: 07. September 2021, 19:48:49 pm »

Ich brauch keine Entschädigung und keinen Finderlohn.
Hab mit keinem Schatzregal ein Problem. Wäre froh, wenn mir einer mal irgendwann mein ganzes Zeug abnimmt, doch das ist hier trotz Regal noch nicht passiert. Ich darfs behalten. Aber in einem Bundesland ohne Schatzregal würde ich auch klarkommen, melden würde ich auch alles würdige. Was mir in Bayern nicht gefällt, sind die roten Flächen. Das ist dann die Kehrseite der Medaille. So kann ich trotz vieler Funde auf meinen entdeckten Siedlungsbereichen hier immer weitermachen. Nix rot. Gruss..
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quink
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« Antworten #2 am: 07. September 2021, 20:01:10 pm »

Zitat
Ich brauch keine Entschädigung und keinen Finderlohn.

Das habe ich so auch nicht gehört.. aber gut, ok, akzepiere ich natürlich.

ich denke aber, viele werden da anders drüber denken und bei einem Hortfund, sagen wir Wert 100.000 Euro, dankbar sein für die 50.000 Euro die sie ohne Schatzregal bekommen würden..

und selbverständlich würde ich auch gerne die 50.000 nehmen und artig Danke sagen  Ich Engel
« Letzte Änderung: 07. September 2021, 20:06:44 pm von quink » Gespeichert

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mike 81
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« Antworten #3 am: 07. September 2021, 20:17:40 pm »

Ich brauch keine Entschädigung und keinen Finderlohn.
Hab mit keinem Schatzregal ein Problem. Wäre froh, wenn mir einer mal irgendwann mein ganzes Zeug abnimmt, doch das ist hier trotz Regal noch nicht passiert. Ich darfs behalten. Aber in einem Bundesland ohne Schatzregal würde ich auch klarkommen, melden würde ich auch alles würdige. Was mir in Bayern nicht gefällt, sind die roten Flächen. Das ist dann die Kehrseite der Medaille. So kann ich trotz vieler Funde auf meinen entdeckten Siedlungsbereichen hier immer weitermachen. Nix rot. Gruss..

Servus,  winke winke

ich brauche auch keine Entschädigung oder Finderlohn!
Aber mit den roten Flächen (eingetragene Bodendenkmäler) hadere ich schon.
Hab bisher 2 mal aufgrund meiner Funde ein bis dato unbekanntes Bodendenkmal entdeckt, und darf nun nach meinen Meldungen dort auch nicht mehr suchen!  Würde mir dann wenigstens eine professionelle Untersuchung dort wünschen. Aber auch das kommt aufgrund der Nichtgefährdung, dem Zeit-, Personal- und Geldmangel nicht zustande. Somit hat auch das Schatzregal seinen Reiz.

Gruß Mike
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quink
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« Antworten #4 am: 07. September 2021, 21:20:47 pm »

Bodendenkmal bleibt ja Bodendenkmal, mit oder ohne Schatzregal, ebenso die rote Flächen.

es geht ja wirklich nur um die Frage: Schatzregal ohne Finderlohn,
oder Schatzregal abschaffen und wieder den Finderlohn einführen..

Der Vorteil "ohne Schatzregal" ist halt (zusätzlich zu dem Finderlohn), dass es sich durch den Finderlohn lohnt (wertvolle) Funde zu melden, anstatt sie in dunkle Kanäle verschwinden zu lassen um dort zu Geld zu machen.
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« Antworten #5 am: 07. September 2021, 21:30:52 pm »

Es gibt auch Bundesländer mit Schatzregal und Entschädigung für den Finder, wenn ich mich nicht irre.
Aber auch mir ist der Finderlohn komplett egal. Mir geht es rein um den Erkenntnisgewinn.
Ich fände es nur fair wenn in BW die Funde, welche erst gar nicht ins Schatzregal gelangen auch wieder an den Finder zurück fliesen würden. Das sind mehr als 98 %.
Ich bräuchte die nicht für mich. Aber unsere lokalen Heimatmuseen würden sich sehr freuen. Und da gehören diese Funde auch hin.
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mike 81
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« Antworten #6 am: 07. September 2021, 21:39:22 pm »

Es gibt auch Bundesländer mit Schatzregal und Entschädigung für den Finder, wenn ich mich nicht irre.
Aber auch mir ist der Finderlohn komplett egal. Mir geht es rein um den Erkenntnisgewinn.
Ich fände es nur fair wenn in BW die Funde, welche erst gar nicht ins Schatzregal gelangen auch wieder an den Finder zurück fliesen würden. Das sind mehr als 98 %.
Ich bräuchte die nicht für mich. Aber unsere lokalen Heimatmuseen würden sich sehr freuen. Und da gehören diese Funde auch hin.

Bin genau deiner Meinung  Super

Aber: @Moderator
Um eine Diskussion pro/contra Schatzregal ging es hier ja erstmal nicht.
Vielleicht kann man die Diskussion in einem separaten Tread weiterführen?

Gruß Mike
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« Antworten #7 am: 07. September 2021, 21:47:19 pm »

Zitat
Es gibt auch Bundesländer mit Schatzregal und Entschädigung für den Finder

so viel ich weiß, gibts da aber nur minimale Bruchteile an Entschädigungen, die 50% des Werts für den Finder und 50% für den Bodenbesitzer sind dann andere Preise. Und natürlich klar, das Land spart dadurch Geld ein, wenn es nur "Peanuts" an Entschädigung zahlt anstatt den vollen Wert..


Zitat
Um eine Diskussion pro/contra Schatzregal ging es hier ja erstmal nicht.
Vielleicht kann man die Diskussion in einem separaten Tread weiterführen?

hab ich auch schon dran gedacht, vielleicht verschieben zu "Für ein legales Hobby! Berichte, Erfahrungen und Hinweise unserer User" ? unter dem Titel "pro/contra Schatzregal" ?
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« Antworten #8 am: 08. September 2021, 13:54:58 pm »

Es gibt auch Bundesländer mit Schatzregal und Entschädigung für den Finder, wenn ich mich nicht irre.

In RLP steht das im Landesgesetz unter §20, Absatz(2).
Ich frage mich, ob es solch eine Belohnung schon mal gegeben hat?  Unschuldig

Gruß  winke winke
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« Antworten #9 am: 08. September 2021, 16:29:33 pm »



Guten Tag!

Ich finde es kommt bei manchen Sondengängern enorme Eitelkeit und Selbstwerterhöhung zutage. Es kostet etwas Geld sich einen Detektor zu leisten und dann läuft man, oft genug illegal, quer durch die Landschaft, oder wertet archäologische Publikationen aus und legt es dann, schon fast professionell bis systematisch kriminell, auf "Schatzfunde" an. Es ist keine "Leistung" mit einem Detektor etwas zu finden. Das ist keine Spiel und kein "Freizeitvergnügen". Wenn es dann ein wissenschaftlich und/oder auch materiell wertvolles Objekt ist, kommt dann schnell die Begehrlichkeit durch und wenn es nur darum geht Anerkennung zu finden, was man vielleicht im sonstigen Alltag nur selten bekommt.

Dabei sind alle Funde Kulturgut und gehören auch "Allen", weil wir alle "Erben unserer Vorfahren " sind und Niemand einen "Sonderauftrag" hat Kulturgüter zu suchen, zu finden und dafür dann einen Gegenwert zu beanspruchen.

Detektoren gehören definitiv nicht frei verfügbar in Jedermanns Hand. Und wer etwas suchen und finden möchte kann das gut und erfolgreich ohne einen Detektor tun!

Bei den vorherigen Beiträgen fanden sich bereits einige Beispiele dafür, das man auch ohne Anspruch auf Vergütung, "um der Sache willen", bereit ist etwas zu tun und seine Detektorfunde zur Verfügunge zu stellen. Wie bereits auch schon Oben erwähnt, werden Sondenfunde in der Regel auch nicht eingefordert. Eine solche offene Einstellung kann man nur loben!


liebe Grüße

Thomas
« Letzte Änderung: 08. September 2021, 16:37:29 pm von thovalo » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 08. September 2021, 16:47:38 pm »

Schatzregal Wiki:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Schatzregal

Gruß Mike
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« Antworten #11 am: 08. September 2021, 19:05:24 pm »

Zitat
Ich finde es kommt bei manchen Sondengängern enorme Eitelkeit und Selbstwerterhöhung zutage. Es kostet etwas Geld sich einen Detektor zu leisten und dann läuft man, oft genug illegal, quer durch die Landschaft, oder wertet archäologische Publikationen aus und legt es dann, schon fast professionell bis systematisch kriminell, auf "Schatzfunde" an.

thovalo, darum gehts hier überhaupt nicht, hier gehts nicht um Raubgräberei oder illegales buddeln, da sind wir uns alleine einig das das gar nicht geht.
Hier gehts um das Schatzregal, mit oder ohne ist der einzige Unterschied: es gibt entweder nichts, bzw. eine kleine "Belohnung" (wie hoch die auch imemr sein soll) oder es gibt 50% Finder und 50% Landbesitzer - genau darum geht es hier, um Geld das der Staat einspart. Wenn Leute sagen, ok, wenn ich mal was wertvolles finde, dann will ich kein Geld, ist ok, akzeptiert, kann man so sagen. Ich hätte dann aber gerne die 50% und der Landbesitzer bestimmt auch gerne.

Für die Archäolgen ändert sich also nichts, mit oder ohne Schatzregal, Schutzgebiete bleiben Schutzgebiete, rote Gebiete bleiben rote Gebiete, Bodendenkmäler bleiben geschützt.

Der wichtigste Punkt aber (zusätzlich zu den 50%-50%) ist das wertvolle Funde nun legal gemeldet werden. Es gibt genug die rumlaufen, ob nun illegal oder sogar mit Gemehmigung die, falls sie was wertvolles wie Gold finden dieses behalten und nicht melden und versuchen das zu Geld zu machen - was im Auland problemlos möglich ist. Wäre das Schatzregal aber abgeschafft, würden die Leute vermutlich eher sagen, 50% des Wertes legal ist besser als 100% über illegale Kanäle zu bekommen und so die Funde dann einfach melden.

Zitat
Detektoren gehören definitiv nicht frei verfügbar in Jedermanns Hand. Und wer etwas suchen und finden möchte kann das gut und erfolgreich ohne einen Detektor tun!

thovolo, dieser Punkt sag ich dir meine private Meinung zu: Sollte das jemals geschehen, werde ich jede Nacht in meinem Keller, Detektoren bauen, Platinen ätzen und bestücken und Spulen wickeln und jedem, aber wirklich jedem so einem Detektor für den Preis der Bauteile verkaufen!!
Das nämlich geht gar nicht. Ich weiß das Archäologen diesen Plan mal hatten, Detektoren-Verkauf zu verbieten. Diese Überheblichkeit geht gar nicht, wir leben in einer Demokratie und nicht im Sozialismus wo sonst wer bestimmt was Menschen tun und lassen dürfen oder was sie im Tv sehen dürfen und was nicht. Demokratie und das ist auch gut so!
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« Antworten #12 am: 08. September 2021, 20:10:28 pm »


Dabei sind alle Funde Kulturgut und gehören auch "Allen", weil wir alle "Erben unserer Vorfahren " sind
und Niemand einen "Sonderauftrag" hat Kulturgüter zu suchen, zu finden und dafür dann einen Gegenwert zu beanspruchen.


Das sehe ich mit Verlaub anders:
Diesen Alleinvertretungsanspruch (Sonderauftrag) haben die Amtsarchäologen mit dem Recht, dem Steuerzahler die Kulturgüter vorzuenthalten ("ab ins Depot").
Der beanspruchte Gegenwert ist dann übrigens eine Veröffentlichung mit dem Ziel, Lorbeeren zu ernten.

Die Diskussion ist schon wichtig  Frieden?
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« Antworten #13 am: 08. September 2021, 21:36:14 pm »

Zitat
"ab ins Depot"

ich habe mal so ein "Depot" gesehen, den Keller eines größeren Museums. Auszieh-Reale voll mit antiken Münzen, Fibeln im Überfluss..
Ich denke das die Masse von dem was gefunden wird, zu 99,98% schon zu hundertfach in den Kellern der Museen liegen.
Archäologie ist heute abhängig von öffentlichen Geldern und die wirklich einzigartigen Funde sind die Zufallsfunde. Entsprechend wenig Geld wird in die Archäologie (zumindest im Inland) investiert, es gibt zig andere Bereiche wo der Staat das Geld sinnvoller investiert. Und wir brauchen uns nichts vorzumachen, Archäologie ist auf dem absteigenen Ast und die Masse der Archäologen ist froh halbjähige Verträge zu bekommen für kurze Projekte.
Was gibt es denn noch groß hier auszubuddeln, es bleiben die spektakulären Zufallsfunde, wenn bei Bauarbeiten mal römischer Mosaik gefunden wird oder ein Sondengänger im Wald mal ein paar rostige Messingbecher findet. Wären die Sondengänger nicht (was sich ja die Masse der Archäologen wünscht), es gäbe somit noch weniger Funde.
Dieser Hass Archäologen-Sondengänger gibts ja nicht erst seit gestern. Man hat mit gezielter Propaganda Wind gegen Sondengänger gemacht, Raubgräberei und was nicht alles den Sondengängern vorgeworfen.

Es gab damals mal eine tolle Karikatur (habe ich leider icht mehr): Man sah einen Sondengänger über ein Feld oder Acker laufen und man sah auch den Boden da drunter. Oben, nur die oberste Schicht durchsuchte der Sondengänger, aber man sah auf dem Bild das tief unter ihm römische Amphoren und Münzen lagen, viel zu tief für jeden Metalldetektor.
Die Masse der Metalldetektoren ortet eine kleine Münze im Boden bis 20, vielleicht 25cm Tiefe, dann war es das. Und diese 25cm sind schon hundert mal mit dem Flug des Bauern durchgeflügt worden. Es gibt eigentlich in dieser Tiefe nichts, was man wirklich "archäologisch zerstören" kann.
Auch uralte 1000 jährige Wälder die muss man suchen in Deutschland, denn die Masse der Wälder sind alles Neuanpflanzungen und um 250 Jahre alt. Gebiete die "unbehandelt" von Bauern, Flug sind, am besten noch weit über 1000 Jahre, sind selten, sehr selten, einige Waldreste vielleicht noch in Süddeutschland aus der Zeit, aber innen drin, auch alles zig mal gefällt, geflügt und neu angepflanzt. Aber Archäologen haben halt "Raubgräberei" in die Köpfe der Menschen gepflanzt oder es teilweise sehr intensiv versucht.

Das Thema dazu wäre wirklich lang, die teilweise verhärteten Fronten Archäologen - Sondengänger und viele hier im Forum werden dazu auch einiges erlebt haben.

Aber hier in diesem Faden soll es wirklich nur um das Schatzregal gehen und die Überlegung ob man es nicht besser wieder abschaffen sollte. Und um es nochmal zu betonen, es gäbe keine Nachteile, weder für Archäologen noch für Sondengänger. Sondengänger bekämen 50% des Fundwerts und Archäologen bekamen mehr wertvolle Funde die vermutlich sonst viele illegal zu Geld machen würden. Beide, Sondengänger und Archäologen würden also gewinnen, wenn das Schatzregal wieder abgeschafft würde.
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« Antworten #14 am: 08. September 2021, 21:48:53 pm »

Die Belohnungen, die es bspw. in Niedersachsen gibt, bestehen nicht nur aus 15 Euro bar auf die Hand oder wie du dir das vorstellen magst. Die Beispiele, die ich kenne, wurden mit Summen honoriert, die zwar tatsächlich unter 50 % des Wertes entsprachen, aber dem Finder auf jeden Fall das Gefühl gaben, ernst genommen zu werden.

Wäre das Schatzregal aber abgeschafft, würden die Leute vermutlich eher sagen, 50% des Wertes legal ist besser als 100% über illegale Kanäle zu bekommen und so die Funde dann einfach melden.

Funktioniert nur leider nicht. Wo sind denn die ganzen tollen Funde aus Bayern? Herrscht da sowas wie eine kollektive Pechsträhne?
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« Antworten #15 am: 08. September 2021, 22:17:39 pm »

Zitat
Die Belohnungen, die es bspw. in Niedersachsen gibt, bestehen nicht nur aus 15 Euro bar auf die Hand oder wie du dir das vorstellen magst. Die Beispiele, die ich kenne, wurden mit Summen honoriert, die zwar tatsächlich unter 50 % des Wertes entsprachen, aber dem Finder auf jeden Fall das Gefühl gaben, ernst genommen zu werden.

Ich habe vor ein paar Wochen noch etwas gelesen, ein Fund, bitte fragt nicht wo welchen, aber der Fund wurde auf weit über eine Million (oder sogar zwei?, weiß ich nicht mehr) geschätzt laut Gutachten. Das Land wollte eine Belohnung, ich glaube da stand was von 28.000 zahlen, Finder und Landbesitzer haben darauf hin geklagt und das Gericht hat ihnen aktuell nun, ich glaube etwas mit 100.000 zugesprochen, nach einem langen Gerichtsstreit. Das also zum Thema Belohnung. Das Geld mag einigen egal sein, bei solch einen Super-Fund den nur die wenigsten machen wäre es mir nicht egal.

Zitat
Wo sind denn die ganzen tollen Funde aus Bayern? Herrscht da sowas wie eine kollektive Pechsträhne?

diese Sensationsfunde sind alles Zufallsfunde, das kann keiner beeinflussen und so ein Fund wie ihn Benny damals gemacht hat (und ihn hier im Forum sogar noch mit Bildern veröffentlicht hat) ist heute noch einzigartig, war aber auch ein reiner Zufallsfund.
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« Antworten #16 am: 08. September 2021, 22:42:54 pm »

diese Sensationsfunde sind alles Zufallsfunde, das kann keiner beeinflussen und so ein Fund wie ihn Benny damals gemacht hat (und ihn hier im Forum sogar noch mit Bildern veröffentlicht hat) ist heute noch einzigartig, war aber auch ein reiner Zufallsfund.

Also eine kollektive Pechsträhne, wie von mir vermutet. Aber mal im ernst: es meldet eben trotz Schatzregal kaum jemand etwas in Bayern. Dann müsste man ja die Hälfte mit dem Grundeigentümer teilen, den man vermutlich nicht einmal um Erlaubnis gefragt hat, die Fundstelle würde zum Bodendenkmal, d. h. man kann selbst nicht vernünftig nachgraben etc. Und ja, ich weiß selber, dass es in England irgendwie funktioniert, wobei eben mittlerweile die halbe Insel geplündert wurde. Sondeln ist da allerdings auch ganz anders organisiert, entsprechend unterscheidet sich auch die Mentalität.
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« Antworten #17 am: 09. September 2021, 06:47:52 am »

lord3d, da schüttest du aber viele Vorurteile und Ängste aus, "die halbe Insel wurde geplündert", die armen Engländer, alles Raubgräber?  Frieden?
Aber England da klappt es wirklich ganz gut, 50:50 gibts vom Staat und die wertvollsten Funde wandern (nach der 50:50 Bezahlung an Finder und Landbesitzer) ins britische Museum. In UK sieht man Sondengänger nicht als Raubgräber, ganz im Gegenteil, Archäologen sehen Sondengänger die wichtige Arbeit machen, weil durch deren Funde viel gefunden wird. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Ich bleibe aber dabei, ob in Bayern nun wertvolle Sensationsfunde gemacht werden, ist und bleibt reiner Zufall. Es kann ein Anfänger mit ner 100 Euro China Gurke sein und alle würden sich hier wieder (wie üblich) ärgern die ihre 1500+ Euro Detektoren spazieren führen, das alte Spiel..  Unschuldig irre
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« Antworten #18 am: 09. September 2021, 07:48:33 am »

Ich hätte dann aber gerne die 50% und der Landbesitzer bestimmt auch gerne.
Dem Landbesitzer stehen allerdings auch theoretisch dann 50% der Funde zu, die sonst gemacht werden.
Wer hält sich daran?  Unschuldig
Die meisten Landbesitzer wissen ja nicht einmal, dass auf ihrem Land, ohne ihre Genehmigung, gesucht und gegraben wird.
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« Antworten #19 am: 09. September 2021, 08:01:05 am »

Dem Landbesitzer stehen allerdings auch theoretisch dann 50% der Funde zu, die sonst gemacht werden.
Wer hält sich daran?  Unschuldig

Ich winke winke
Nur selten wollten meine aber etwas davon haben.
Die meisten freuen sich über die Mitnahme des ganzen Mülls.
Hauptsächlich Maschinenteile oder Schrauben, Beilagscheiben welche erst kürzlich verloren wurden wollten sie gerne wieder haben.

Gruß Mike
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« Antworten #20 am: 09. September 2021, 10:59:10 am »

Moin,

wenn man den Beitrag so verfolgt, könnte man meinen, es geht nicht um Erforschung von Siedlungsplätzen, sondern um Funde zu machen und dann auch noch was zu beanspruchen.

Müsste doch eigentlich Lohn genug sein überhaupt was neues aus der Geschichte zu entdecken.
Da ist es dann völlig egal ob Schatz Regal oder nicht. Wer nicht melden und abgeben will, macht es sowieso nicht.
Bin wahrscheinlich eine aussterbende Spezis, der damit kein Problem hat.  Frieden?
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« Antworten #21 am: 09. September 2021, 16:33:34 pm »

Zitat
sondern um Funde zu machen und dann auch noch was zu beanspruchen.

beanspruchen was für ein Wort. ich würde es austauschen mit "steht einem zu".
Die ganzen Jahre lang gab es diese 50:50 Regelung, 50% der Sondengänger, 50% der Landbesitzer. Nun hat man es abgeschafft, weil der Staat sparen will und speist die Finder mit einer "Belohnung" ab, die sich die Leute dann noch über Gerichte erstreiten müssen.

Wenn hier einige Sucher selbstlos sind oder genug Geld haben, reich genug sind, alles ok, aber lasst doch bitte den Leuten die es haben wollen und etwas wertvolles finden ihre 50%. Es hat nichts "ich suche nur um was wertvolles zu finden" zu tun, jeder Sucher weiß das, 99% von dem was gefunden wird ist faktisch wertlos und die meisten werden nie was wertvolles finden, es sind und bleiben Zufallsfunde.

Und das Hauptargument was man nicht übersehen sollte bleibt, Sucher x findet was wertvolles, überlegt es abzugeben für eine "Belohnung" oder im Ausland zu verkaufen. Diesen Auslandsverkauf den wir haben, kann man nur verhindern wenn man hier im Land den Findern (und den Landbesitzern) jeweils ihre 50% gibt.
Und "aber in Bayern kriegt man noch 50% trotzdem wurde da noch nichts wertvolles gefunden", das ist kein Argument, es geht hier um Zufallsfunde.

Schaut euch den Eingangsbeitrag doch mal an. Ein Sonderngänger findet in Dänemark Goldmünzen. Er bekommt dort den Wert, die Archäolgen sind zufrieden das diese Münzen gefunden wurden.
Überlegen wir mal, ein solcher Fund in einem Bundesland mit einem Schatzregal, entweder das Gold einschmelzen oder über Münzhändler ins Ausland verkaufen, würden sich viele überlegen - und da brauch mir keiner mit "wir geben alles ab" kommen, solch ein Haufen Goldmünzen und da würden sicher viele ins grübeln kommen..
Hätte man das Schatzregal wieder abgeschafft gibts ganz legal 50% des Werts für den Sondengänger. Sondengänger ist glücklich, Aräologen sind glücklich, alle haben also gewonnen.

Nochmal, dieses Schatzregal muss wieder abgeschafft werden!
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« Antworten #22 am: 09. September 2021, 22:00:15 pm »

Wenn hier einige Sucher selbstlos sind oder genug Geld haben, reich genug sind, alles ok, aber lasst doch bitte den Leuten die es haben wollen und etwas wertvolles finden ihre 50%.

Ich bin weder reich, noch selbstlos. Sondern nur der Meinung, dass unser gemeinsames Erbe im Boden weder mir, noch dir, noch sonst einem Individuum gehört. Und in einer Demokratie ist eine verwaltende Behörde das, was am Ehesten einen Verbleib im Sinne der Allgemeinheit entspricht. Das läuft oft ziemlich beschissen und ist unterfinanziert, aber leider das Beste, was wir haben.


Zu Bayern: Laut Landesamt werden jedes Jahr 300 bis 400 Funde gemeldet (Quelle), was ein Witz ist. Du wirst jetzt natürlich sagen, dass die Bayern eben hundert Mal weniger finden als bspw. die Leute in Niedersachsen, Zufall und so ... aber wer sich nicht auf diese statistisch waghalsige Theorie versteift, muss eben einsehen, dass da unten sehr viel sehr falsch läuft. Ich verstehe einfach nicht, wie du die Hadrianische Teilung als Wundermittelchen verkaufen kannst.
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« Antworten #23 am: 16. September 2021, 00:52:11 am »

@ lord3d

1. "Funktioniert nur leider nicht. Wo sind denn die ganzen tollen Funde aus Bayern? Herrscht da sowas wie eine kollektive Pechsträhne?"

Die meißten Funde werden nach Begutachtung zurückgegeben und wenn der Finder sie nicht will verschimmeln sie im Depot weil nur an besonderen Funden Interesse besteht.
Beispiel: Ein Freund (Chef eines Erdbau- und Fuhrunternehmens, hat beim Straßenbau vor Jahren ein Schwert gefunden. Die Archäologen waren da, haben es kurz angesehen und liegenlassen. Kein besonderes Interesse.

2. "Aber mal im ernst: es meldet eben trotz Schatzregal kaum jemand etwas in Bayern."

Nach Statistiken wird in Bayern ziemlich viel gemeldet. Leider liegt das auch daran, daß "wertvollere" Funde aus benachbarten Bundesländern Als Funde in Bayern gemeldet werden um sie zu legalisieren. Das ist wohl nicht im Sinn der Forschung.

3. "Dann müsste man ja die Hälfte mit dem Grundeigentümer teilen, den man vermutlich nicht einmal um Erlaubnis gefragt hat, die Fundstelle würde zum Bodendenkmal, d. h. man kann selbst nicht vernünftig nachgraben etc."

Bißchen viel Unterstellungen. Soweit ich weiß, darf man auch in anderen Bundesländern nicht einfach "vernünftig" nachgraben wenn man (der "Finder" nicht das Amt) die Fundstelle als Bodendenkmal erkannt hat.

4. "Laut Landesamt werden jedes Jahr 300 bis 400 Funde gemeldet (Quelle), was ein Witz ist."

Möglicherweise wird in deinem Bundsland wird mehr gemeldet. Allerdings ist in vielen Bundesländern die Zusammenarbeit mit Archäologen auch viel unproblematischer als in Bayern. Da gibst so gut wie keine Möglichkeit eine spezielle Genehmigung vom Amt zu bekommen. Bei der Menge der gemeldeten Funde sollte man auch die Qualität berücksichtigen Wenn in Bayern jeder Knopf, Heiligenanhänger oder Münze nach 1800 gemeldet würde .....

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