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Autor Thema: Schälchen im Kieselschiefer  (Gelesen 844 mal)
Wiedehopf
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« am: 24. März 2021, 13:12:34 pm »

Hallo zusammen,

aus meiner Schachtel mit ungeklärten Funden (ich stells mal vorsichtshalber unter Mineralien ein, Artefakt ist mir im Moment zu unsicher):

Vom 'Geschiebe-Acker', aber dort ein Fremdling da bisher der einzige Fund aus Kieselschiefer.

Flach, ca. 7 x 6 x 2 cm.

Alle Kanten schön verrundet, ein richtiger Handschmeichler, eher wie ein Flusskiesel (nächster Fluss =  die Lippe
ca. 5 km entfernt, die Ruhr ca. 20 km entfernt).

Auf einer Seite ist ein flaches Schälchen ca. 0,8 cm eingetieft, dieses ist im Gegensatz zu der tiefschwarzen Oberfläche grau. Typische Bohr-, Pick,- Schabespuren erkenne ich aber nicht.

Viele Grüße
Michael   
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Fabulas
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« Antworten #1 am: 24. März 2021, 13:34:47 pm »

Voll das Designerteil!

Wunderschön

Fabulas
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Viele Grüße!
Fabulas
mike 81
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« Antworten #2 am: 24. März 2021, 14:44:16 pm »

Sehr cool das Teil.
Kannste Gummibärchen reintun  narr

Gruß Mike
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Sich regen bringt Segen
hargo
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« Antworten #3 am: 24. März 2021, 17:02:28 pm »

...
Vom 'Geschiebe-Acker', aber dort ein Fremdling da bisher der einzige Fund aus Kieselschiefer.

...wie ein Flusskiesel (nächster Fluss =  die Lippe
ca. 5 km entfernt, die Ruhr ca. 20 km entfernt).

...

Hallo,

wie kommst du auf Kieselschiefer und wie passt das helle Material, welches in der Mulde sichtbar wird, dazu?

Mit Bezug auf die >Nähe< zum nächsten Fluss findest du im Anhang etwas über Urstromtäler, Terrassen- und Landschaftsbildung deiner Region. Kennst du sicherlich schon.

Der Link führt zu einer pdf mit 587 KB

Geologie und Paläontologie in Westfalen - LWL
https://www.lwl.org/wmfn-download/Geologie_und_Palaeontologie_in_Westfalen/GuP_Heft_16_Seite_7-25.pdf

mfg
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Wiedehopf
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« Antworten #4 am: 24. März 2021, 22:19:22 pm »

Hallo,

danke für eure Antworten.

@Fabulas: Jetzt wo ihr es sagt: nur ein paar Kilometer weiter hat Luigi Colani 1995 den Lün-tec Tower (Colani-Ei, Ufo) gebaut. Wer weiss wo er sich seine Inspiration geholt hat bzw. wo er seine Modelle entsorgt hat.

@Mike: wenn sie sich ganz eng aneinander kuscheln passen vielleicht drei Gummibärchen in die Mulde.

@Hargo: Vielen Dank für den für mich wertvollen Link (kannte ich noch nicht). Da war also früher so einiges im Fluss. Ich glaube aber nicht dass die Urlippe jemals auf diesen in west-östlicher Richtung verlaufenden Höhenzug zwischen Lippe- und Hellwegtal gelangt ist (Lippe in Lünen ca. 58 ü. NHN, der Höhenzug nördlich von Dortmund ca. 80 M. ü. NHN). Kieselschiefer kenne ich reichlich aus eigener Anschauung, bin allerdings kein Experte was Mineralien angeht. An einer kleinen beschädigten Stelle am Rand des Stückes wird deutlich, dass das Material auch im Inneren tiefschwarz ist. Nur diese Mulde nicht und das kann ich mir leider nicht erklären.

Viele Grüße
Michael      
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hargo
König
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« Antworten #5 am: 25. März 2021, 00:48:53 am »


... Ich glaube aber nicht dass die Urlippe jemals auf diesen in west-östlicher Richtung verlaufenden Höhenzug zwischen Lippe- und Hellwegtal gelangt ist (Lippe in Lünen ca. 58 ü. NHN, der Höhenzug nördlich von Dortmund ca. 80 M. ü. NHN). Kieselschiefer kenne ich reichlich aus eigener Anschauung,...

Ok, die Kernaussage ist, dass es auch auf weiter entfernt und deutlich höher liegenden Gebieten Ablagerungen des jeweiligen Gewässers geben kann. Was sind in da schon 22 Meter?
Wie auch immer, eine Eintragung durch den Menschen ist jedenfalls nicht zwingend anzunehmen.

Desweitern darf man vermuten, dass das Material im Zentrum des vorgestellten Objekts weicher ist als am Rand.
Sonst hätte sich nicht die Delle ergeben. Was schon mal den natürlichen Charakter unterstreicht.

Kieselschiefer wird m. E. immer von Quarzadern durchzogen. Das ist hier nicht der Fall.
Die Härte von Kieselschiefer liegt zwischen 6,5 und 7.(nochmal prüfen)
Ich vermute, das von dir gezeigte Objekt ist viel weicher.

Was könnte nun zu der Form , die fast poliert aussieht, geführt haben?
Vielleicht Windschliff in Kombination mit Sand? Auf der Oberfläche, am Rande des Eisschelfs, der vorletzten Vereisung liegend, wo angeblich und nicht nur dort, in unmittelbarer Nähe, extreme Sandstürme über den Permafrostboden fegten. Das muss ja nicht immer zu einem "Kanter" geführt haben. Sondern könnte sich vielleicht auch in dieser Mulde verfangen haben. Letztendlich aber nur meine Interpretation, die keinen Anspruch auf Richtigkeit hat.

mfg
« Letzte Änderung: 25. März 2021, 11:51:05 am von hargo » Gespeichert

Danske
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« Antworten #6 am: 25. März 2021, 07:28:15 am »

Hallo Michael,

auch ich halte das Material nicht für Kieselschiefer. Der ist nur äußerst selten so homogen und meist, wie hargo schon schreibt, mehr oder weniger mit Quarzadern durchzogen, s. beigefügte Fotos.

Dein Stück sieht aus wie Kunststein, wie er z.B. für die Dekoration von Brunnenanlagen zum Einsatz kommt.

Und was das Thema Urstromtäler und Tektonik angeht: Die Hauptterrassen des Mittelrheins und der Nahe im Mündungsgebiet in den Rhein zum Beispiel liegen bei etwa 200 m ü.NN, heute liegen die Flüsse bei ca. 80 m ü.NN. Das liegt daran, dass die Gewässer sich in den Untergrund eingegraben haben und Taunus und Hunsrück angehoben wurden. Mein bevorzugtes Suchgebiet liegt zwischen 240 m und 260 m ü.NN, dort mäandrierten früher Urrhein und Urnahe.

Vergleichbare Vorgänge können sich in deinem Bereich auch abgespielt haben.

LG
Holger
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RockandRole
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« Antworten #7 am: 25. März 2021, 07:30:33 am »

Schönen guten Morgen,

könnte das tolle Teil nicht einfach aus Tonschiefer, wo eine Tonlinse ausgewittert ist, bestehen? Wahrscheinlich ist es aber das abgefallene Ohr vom Steinbeißer, nachdem den Rest von ihm, das Nichts verschluckt hat  grins

Liebe Grüße Daniel
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gefährliches Drittelwissen
Wiedehopf
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« Antworten #8 am: 25. März 2021, 09:19:06 am »

Hallo zusammen,

es ist schon recht hartes Material, jedenfalls deutlich härter als normaler Schiefer. Ich teste das nachher nochmal aus und versuche auch die Dichte festzustellen.

Bitte nagelt mich nicht auf den Begriff Kieselschiefer fest, Begriffe wie Lydit, Radiolarit, Kieselschiefer scheinen da auch etwas verschwommen zu sein. Z.B. die Probiersteine aus Kieselschiefer für das Testen von Goldfeingehalt sind auch ganz homogen (ohne Adern).

Das sich die Flüsse im Laufe der Jahrtausende eingegraben haben ist klar, da war einiges in Bewegung. Insofern verabschiede ich mich von einer Annahme der ortsfremden Herkunft (wenn man mal davon absieht dass auch die Gletscher der Saale-Eiszeit unterschiedlichste Materialien hierher gebracht haben). Sogar ehemalige Flussterasse könnte in diesem Fall passen.

Formung durch Windschliff ist auch denkbar und sogar wahrscheinlich, ich habe hier in der Gegend schon einige Windkanter und auch auf Hochglanz polierte Stücke aus Limonit gefunden.

Toll, was alles für Gedanken und Hinweise von euch kommen.

Viele Grüße
Michael
   
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