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Autor Thema: Rülzheim in der Rückschau  (Gelesen 7131 mal)
stratocaster
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« am: 14. März 2021, 11:15:00 am »

Heute ist in unser Tageszeitung ein ganzseitiger Artikel über den Rülzheimer "Barbarenschatz",
siehe unten.

Noch mal meine persönliche Einschätzung:
Rheingauner, DonCordoba und ich waren bei der ersten Verhandlung die ganze Zeit dabei.
Denkmalfachbehörde und die Staatsanwaltschaft haben das ganze Thema insofern
völlig verkehrt aufgezogen, da ausschließlich vom monetären Wert der Funde die Rede war.
Das was im Landesgesetz steht, kam nie zur Sprache.
Die Denkmalfachbehörde hätte die Funde im Vorfeld zum "Geschützten Kulturgut" erklären müssen,
und dann wäre alles ganz anders verlaufen.

Viel Spass beim Lesen  winke winke


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Rheingauner
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« Antworten #1 am: 14. März 2021, 18:33:21 pm »

Ich hab' das auch so erlebt, daher gibt's aus meiner Sicht nichts hinzu zufügen.
Gruß
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Fabulas
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« Antworten #2 am: 15. März 2021, 15:08:50 pm »

Sondeln = Suchen, finden und bergen/retten von geschichtlich bedeutsamen Funden/Fragmenten/Belegen? Raubgrabung?

Seit einem halben Jahr bin ich hier im Forum und viel unterwegs um Spuren der vergangenen Geschichte aufzuspüren, nachzuvollziehen und gerne auch mit Interessierten zu teilen und ich nehme diesen Bericht mal zum Anlass unser Württembergisches Recht anzusprechen.
Als Baden-Württembergerin begebe ich mich für das neue Hobby ins nahe Bayernland. Vor zwei Wochen habe ich meine erste Fundmeldung gemacht und jetzt beschäftige ich mich auch mit dem Einmessen.
Dabei kann ich zum Glück vor allem hier im Sucherforum auf viel Wissen zugreifen.

Seit kurzem bin ich zudem in einer Facebook-Gruppe - mehr so als Leserin. Eine weitere Gruppe habe ich aufgrund schlechten Kommunkationsstils wieder verlassen.
Bei beiden Gruppen und in einigen persönlichen Gesprächen stelle ich jedoch fest, dass es in BW nicht gerade wenig "wilder" Sonder geben muss, denen es gar nichts ausmacht als - wie vom Denkmalamt beschrieben - Raubgräber unterwegs zu sein.
Einige sind da zum Teil eher noch stolz drauf. Mein Gefühl sagt mir, dass die Zahl steigt - das kann natürlich auch an Corona liegen, aber sicher auch an Facebook-Gruppen, YouTube etc.

Ich finde es schade, dass Baden-Württemberg nicht nach bayrischem Vorbild handelt. So gehen dem Land bestimmt mehr interessante Funde verloren, als nötig.

Ehrenamtlich hier tätig werden zu können, ist ziemlich schwer.
Wenn es mehr ehrenamtlich gemeldete Sondler in BW gäbe, würden sich Raubgräber eher vorsehen müssen.

Und es ist unheimlich schwer überhaupt an Informationen ranzukommen, wie es hier läuft:
Es gibt Ehrenamtliche die bestimmt werden, aber auch hier ist nicht ganz klar, wer bestimmt wen, wie man Ehrenamtlicher werden kann, an wen man sich wenden kann, etc.
Wir haben seit vergangenem Jahr die Aussicht auf ein Gespräch im Juni im RP. Den Termin gibt es und wir hoffen, er findet statt (Corona)... 

Auch bei den Daten ist uns nach meinen Gefühl Bayern um Längen voraus: Der Bayernatlas ist ein gutes Instrument mit allen erfassten Bodendenkmälern.

Sorry, harsche Kritik für BW und es ist wohl u.a. Merowech hier aus dem Sucherforum zu verdanken, dass es überhaupt Ehrenamtliche und einen Ansprechpartner in BW gibt. Das war wohl schon mal ein dickes Brett, das da gebohrt wurde.
Vielleicht wäre es gut, wenn da nochmal und immer wieder etwas Bewegung rein kommt.

Herzliche Grüße
Fabulas

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Viele Grüße!
Fabulas
Daniel
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« Antworten #3 am: 15. März 2021, 16:22:12 pm »

  Auch bei den Daten ist uns nach meinen Gefühl Bayern um Längen voraus: Der Bayernatlas ist ein gutes Instrument mit allen erfassten Bodendenkmälern.
Finden "Raubgräber" auch.
Einfacher kommen sie nicht an Hinweise, wo etwas interessantes zu finden sein könnte. narr
Kann halt alles auch zum Schlechten verwendet werden und auch in Bayern gibt es "schwarze Schafe", die einen Dreck auf irgendwelche Meldungen geben.
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Spalttabletten, meine Dame, sind bekömmlich und gesund.
Doch verwirrend ist der Name, sie gehören in den Mund.
stratocaster
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« Antworten #4 am: 15. März 2021, 21:11:48 pm »

Nun ist ja das "Legale Hobby" ein sehr vielschichtiges Thema.
In diesem Beitrag geht es um den Rülzheimer Barbarenschatz:

Bezeichnend für den Rülzheimer Barbarenschatz ist meiner Ansicht nach,
dass die Denkmalfachbehörde im Vorfeld des Prozesses ihre Hausaufgaben
nicht gemacht hatte. Der Schatzfund wurde zwar ausgestellt und auch
pressewirksam der Frau Ministerin vorgestellt; aber man hat schlichtweg vergessen,
die Staatsanwältin vor dem Prozess anständig zu briefen und auf die entsprechenden
Passagen im Landesgesetz hinzuweisen. Wie vorhin schon geschrieben:
Zu keinem Zeitpunkt kamen Inhalte des Denkmalschutzgesetzes zur Sprache.
(Als naiver Laie in diesen Dingen hatte ich immer gedacht, dass ein Staatsanwalt
die Interessen des Staates vertritt; und diese sind ja wohl in Gesetzen niedergeschrieben).
Übrigens hätte es gar nicht zum Prozess kommen müssen, wenn die
Untere Denkmalschutzbehörde (auf Antrag der Fachbehörde) ein angemessenes
Bussgeld verhängt hätte (Ordnungswidrigkeit). Das RLP-Denkmalschutzgesetz gibt das her.
(Suchen ohne Genehmigung; Funde nicht gemeldet)
Dazu hätte man allerdings "einen A... in der Hose" haben müssen. Da hat man lieber gedacht,
dass es ein Gericht schon richten wird. Und schon ist man die Verantwortung los.

Gruß  winke winke
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Fabulas
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« Antworten #5 am: 16. März 2021, 10:22:02 am »

Hi stratocaster,

stimme Dir voll zu. Und das mit dem "A.... in der Hose" - auch da hast Du recht. Auch bei groben Umweltverstößen werden gerne alle Augen zugedrückt.
Wo kein Kläger, da kein Richter. Leider. Das macht alles wirklich nicht besser. Wozu sind Gesetze da?

Liebe Grüße
Fabulas
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Viele Grüße!
Fabulas
Merowech
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« Antworten #6 am: 16. März 2021, 10:23:05 am »



Sorry, harsche Kritik für BW und es ist wohl u.a. Merowech hier aus dem Sucherforum zu verdanken, dass es überhaupt Ehrenamtliche und einen Ansprechpartner in BW gibt. Das war wohl schon mal ein dickes Brett, das da gebohrt wurde.


Herzliche Grüße
Fabulas



Da waren viele Bohrer am Werk und bohren noch. Die Mitbohrer sind und waren Daniel, Losi und Pfälzer.

Gruß
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Sorgnix
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« Antworten #7 am: 01. Mai 2021, 09:21:10 am »

Rheingauner, DonCordoba und ich waren bei der ersten Verhandlung die ganze Zeit dabei.

Nicht nur Ihr ...  winke winke

In der Summe bzw. unter dem Strich der 3 Verhandlungen empfinde ich es als bestürzend, wie aus einer
eindeutigen kriminiellen Handlung mit Vorsatz ein solches Lari-Fari-Urteil wurde ...

Wie sich die Fundgeschichte wirklich darstellte, hat der Power-Blödel ja in der (ersten) Verhandlung eindeutig ausgesagt.
Da gibt es auch hinterher nichts dran zu deuteln.
(dazu hab ich bei "mir" ja ne nette Prozeßbeobachtung geschrieben)
Völlig irre wurde es ja erst, als man unserem Delinquenten von anwaltlicher Seite erst einreden mußte,
daß er ja schon immer meldewillig war, die Termine halt nur etwas "unglücklich" gewählt waren ...

...
Denkmalfachbehörde und die Staatsanwaltschaft haben das ganze Thema insofern
völlig verkehrt aufgezogen, da ausschließlich vom monetären Wert der Funde die Rede war.
Das was im Landesgesetz steht, kam nie zur Sprache.

Erinnere ich da falsch? Oder war nicht genau das die Strategie?
Weil man sich um die teilw. Schwächen des DSchG bewußt war, setzte man bewußt (nur) auf das Pferd "Unterschlagung"
und den entsprechenden Wert des Fundes?
Das fehlen des Themas DSchG in der Anklageschrift wurde doch damals schon diskutiert.

...
Bezeichnend für den Rülzheimer Barbarenschatz ist meiner Ansicht nach,
dass die Denkmalfachbehörde im Vorfeld des Prozesses ihre Hausaufgaben
nicht gemacht hatte. ...
... aber man hat schlichtweg vergessen,
die Staatsanwältin vor dem Prozess anständig zu briefen und auf die entsprechenden
Passagen im Landesgesetz hinzuweisen.

Nun ja, im Allgemeinen vertraut man ja auf die fachlichen Qualitäten der Beteiligten.
Auf "Briefen" durch Dritte steht wohl niemand so recht ... Das hat sicher auch ein wenig mit
"Unabhängigkeit" zu tun ...  Unschuldig
"Zuarbeiten" träfe es dann sicher eher ...  Ich Engel

Wären die Anwälte des Superfinders genauso "Fachfremd" gewesen wie Staatsanwältin und Richterin,
wäre ja "nix" passiert. Aber das LDA war dazu auch noch "fachfremd", wenn man es im Nachhinein betrachtet.

Als Hausarbeit wären sicher div. rechtliche Hinweise nicht von Nachteil gewesen.
Auch die Hinweise auf mögliche weitere "Zeugen" bzw. die volle Ausschöpfung des "Reservoirs" wären angebracht gewesen.
Immerhin hatte sein damaliges Haus- und Hof- und Vergötterungsforum einige Beiträge schon aus der Schußlinie
gebracht, die heute irgendwo im internen Archiv schlummern. Der eine oder andere soll ja sowas ja seinerzeit gespeichert haben.
Das hätte die Argumentation "ich wußte ja nicht, was das ist" umgehend zum Einsturz gebracht.
Ich erinnere da zufällig u.a. auch an so nette Bildchen vorm Spiegel mit nem Gladio - oder so ...
Es wurden zwar nette Filmchen und Bilder im Gericht gezeigt - es hätte aber sicher mehr und eindrucksvollere gegeben ...

Das mag man wg. mir im Nachhinein unter "schlechte Vorarbeit" ablegen. NUN ist es eh vorbei.


Am Ende endete es halt in diesem Wattebäuschchen-Urteil.
Eigentlich ja völlig normal, wenn man sich diverse Wirtschafts- und Steuerprozesse anschaut, wo mittels
Kohle und einer Anzahl von Anwälten das System bzw. die denhfähige Rechtslage sind dann zurecht gebogen wird ...

Den bedenklichsten Satz im Vergleich zur Deutschen Rechtslage gibt Raimund Karl ja im
vorletzten Absatz des Zeitungsberichts von sich:
Zitat
In Großbritannien wäre der Rülzheimer Fund " unbestreitbar ein Schatzfund"
gewesen - und Czerny für 10 Jahre ins Gefängnis gegangen

Schön.
... ich hätte das erste Urteil allerdings als ausreichend angesehen.

Komisch nur, daß die Freunde vom hohlen Helm das bzw. die Urteile nach ihrem Gusto noch
heute weidlich ausschlachten, auch den Karl vor ihren argumentativen Karren spannen.
Nur bei diesem kleinen Detail, da mangelt es ein wenig am Drang, den öffentlich zu diskutieren
und sich bzw. ihrem Idol ein wenig das Gewissen aufzufrischen ...  Frieden?


=> Schnee von gestern!  prost

Gruß
Jörg


P.S.:
... was wurde eigentlich aus dem seinerzeit parallel laufenden Prozeß gegen seine trinkfreudigen Mitfinder??
« Letzte Änderung: 01. Mai 2021, 09:39:11 am von Sorgnix » Gespeichert
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