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Autor Thema: Bortenstrecker  (Gelesen 13365 mal)
Ruebezahl
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« am: 13. Januar 2005, 12:01:33 pm »

Als Bortenstrecker werden längliche Besatzstücke bezeichnet, die mit ihren beiden Enden auf dem Trägermaterial festgenietet werden, um u.a. ein Einrollen von breiten Borten oder Lederriemen zu verhindern. Die B. waren meist aus Buntmetall (Bronze, Messing) und oft feuervergoldet. Da Bodenfunde dieser B. recht unscheinbar sind und oft nicht als solche erkannt werden, sollen diese hier näher beschrieben werden. Schön wäre eine Resonanz entsprechender Funde im Forum.
Auf dem Bild werden die verschiedenen Varianten der B. gezeigt. Eine genaue zeitliche und oder regionale Zuordnung der Varianten ist noch unsicher, da einerseits zu wenige genau datierbare Funde vorliegen. Zum anderen manche Varianten über mehrere Jahrhunderte kontinuierlich verwendet wurden. Die einfachen Formen (Nr. 1 u. 2) sind schon für das 12.Jh. belegt, während die aufwendiger gestalteten Typen erst später auftauchen und bis ins 16. Jh. reichen. Aus den B. haben sich auch die neuzeitlichen Gürtelbeschläge entwickelt, die aber nicht Thema diese Beitrags sind.

Bild 1
Typologie der Bortenstrecker
« Letzte Änderung: 07. August 2005, 07:38:33 am von Ruebezahl » Gespeichert

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Ruebezahl
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« Antworten #1 am: 13. Januar 2005, 12:02:52 pm »

Aus der Länge der Bortenstrecker lassen sich Hinweise auf einen möglichen Verwendungszweck ableiten. Das bisher bekannte Spektrum reicht von 8 bis 61mm. Bei der Betrachtung der Fundhäufigkeit zeichnen sich zwei Hauptgruppen ( ca. 18mm und ca. 31mm ) ab. Die kleineren B. sind Gürteln zum schnüren des Gewandes zuzuordnen, während die größeren B. wohl eher dem Wehrgehänge zugeschrieben werden können.
Auf dem folgenden Bild ein Gürtel (der Lübecker Fischerzunft) mit Bortensteckern (Anfang 14. Jh.).

Bild 2
Gürtel, Breite 80mm mit Bortenstreckern
« Letzte Änderung: 07. August 2005, 07:39:27 am von Ruebezahl » Gespeichert

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« Antworten #2 am: 13. Januar 2005, 12:03:57 pm »

Bisher gemachte Funde von Bortenstreckern lassen ein Verbreitungsgebiet erkennen, was in der Hauptsache Nordwesteuropa, also die nördlichen Hälften des heutigen Deutschlands und Frankreich und besonders England abdeckt.
Quellen:
Bild 1 und 2 und Textteile aus: Stefan Krabath / Die hoch- und spätmittelalterlichen Buntmetallfunde nördlich der Alpen / Rahden / 2001

Hier noch ein Bild von 2 Eigenfunden von Bortenstreckern. (Nr. 1 = 28mm und Nr. 2 = 35mm)
Beide aus Buntmetall mit Resten von Feuervergoldungen. Bei Nr. 1 hat sich Rest einer Eisenniete erhalten.

Bild 3
2 Bodenfunde von Bortenstreckern
« Letzte Änderung: 07. August 2005, 07:40:30 am von Ruebezahl » Gespeichert

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« Antworten #3 am: 12. September 2014, 12:09:06 pm »

Hol mich doch dieser und jener, ich recherchiere wegen    http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,64132.msg398312.html#new      bei Google nach "Bortenstrecker" und finde diesen interessanten und durchaus  aktuellen Beitrag von Ruebezahl in unserem Forum, fast zehn Jahre alt ! Hoch damit, um einer neuen Generation von Suchern Gelegenheit zu geben, die Bortenstrecker kennenzulernen, ich selbst kannte nicht mal das Wort. Wahrscheinlich ist bei vielen so mancher Bortenstrecker einfach als Beschlag durchgegangen, mich eingeschlossen.
Dank an Ruebezahl und Gruß
St. Subrie
« Letzte Änderung: 12. September 2014, 12:14:32 pm von St. Subrie » Gespeichert
dappeler
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« Antworten #4 am: 12. September 2014, 19:03:45 pm »

In der Tat, man sollte auch öfter mal im digitalen Archiv wühlen!
Gruß vom dappeler
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« Antworten #5 am: 14. Oktober 2018, 10:19:40 am »

Hier ein Bild aus dem Stadtmuseum in Worms:
Beschlagteile für einen Römisch/Germanischen Offiziersgürtel
Rechts die Bortenstrecker
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Das Sucherforum dankt all denen,
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stratocaster
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« Antworten #6 am: 14. Oktober 2018, 10:20:45 am »

Hochmittelalterlicher Bortenstrecker, gefunden von St. Subrie in SW-Europa
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