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Autor Thema: Klinge aus Amphibolit?  (Gelesen 984 mal)
feldspat
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« am: 27. März 2020, 12:13:00 pm »

Servus,
dieses Stück fand ich auf einem oberfränkischen Acker mit bandkeramischen Hintergrund.
Auf dem Acker konnte ich schon einiges an Dechseln und Dechselresten finden. Von daher dachte ich auch bei dem folgenden Stück an einen abgesprungenen Dechselrest.
Bei nährer Betrachtung vermute ich fast ein eigenständiges Werkzeug welches aus einem Rest hergestellt wurde. Eine Seite ist komplett geschliffen, bei der anderen nur ein Teil. Ich habe die geschliffenen Flächen markiert. Für mich sieht das Stück sehr intentionell aus und könnte möglichweise eine Klinge oder ähnliches gewesen sein.
Bin gespannt auf eure Meinungen.
Beste Grüße
Christian

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feldspat
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« Antworten #1 am: 27. März 2020, 12:13:57 pm »

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McSchuerf
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« Antworten #2 am: 27. März 2020, 14:17:52 pm »

Hallo,

Zitat
Klinge aus Amphibolit?

Die Überschrift / Frage geht ja in Richtung Material.

Daher auch meine Antwort: Ich halte zumindest das Gestein für einen Granatamphibolit; die bräunlichroten Flecken stellen wohl verwitterte Granateinschlüsse dar; bräunliche, eher glimmerartige Spuren könnten aber auch auf ein Mineral der Glimmergruppe hinweisen.

Mineralien der Amphibol-Gruppe sind dagegen überwiegend dunkel bis schwarz.

Gruß Peter  zwinker
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Nanoflitter
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« Antworten #3 am: 27. März 2020, 14:50:53 pm »

Schliff kann ich auf den Bildern nicht erkennen, wie auch immer, sicher eines der vielen Fragmente eines zersplitterten Amphibolithwerkzeugs, eine Klinge schon typologisch nicht ansatzweise. Gruss..
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thovalo
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« Antworten #4 am: 27. März 2020, 17:41:04 pm »

Schliff kann ich auf den Bildern nicht erkennen, wie auch immer, sicher eines der vielen Fragmente eines zersplitterten Amphibolithwerkzeugs, eine Klinge schon typologisch nicht ansatzweise. Gruss..


Eine absolut runde Ausführung!  Super
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Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
feldspat
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« Antworten #5 am: 27. März 2020, 17:54:02 pm »

Den Schliff kann ich nun leider nicht von der Hand weisen, da er nun mal da ist grins Abgesplittertes Stück war auch mein Gedanke, erklärt aber nicht den beidseitigen Schliff Ein Auge drauf werfen
"Klinge oder ähnliches" bezieht sich auf die nicht vorhandene Typologie einer Klinge im klassischen Sinne  Frieden?
Dann warte ich meinen Besuch beim BLfD ab. Wenn es die  Burschen dort in der Hand hatten, poste ich das Ergebnis.
Beste Grüße
Christian
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Nanoflitter
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« Antworten #6 am: 27. März 2020, 18:25:25 pm »

Es ist ja nicht so, daß es diese angeschliffenen Amphibolitsplitter nicht gibt, der Daniel hat davon welche, die die Verwendung als Schneidgerät oder Messer nahelegen.... Unschuldig Gruss.. Frieden?
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RockandRole
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« Antworten #7 am: 27. März 2020, 20:39:00 pm »

Servusle,

meine Teile sind beidseitig geschliffen, also oben und unten. Ist das ein eher runder Schliff oder gerade?

Liebe Grüße Daniel
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gefährliches Drittelwissen
feldspat
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« Antworten #8 am: 27. März 2020, 21:06:09 pm »

Hi Daniel,
wie ist das zu verstehen mit rund oder gerade?  Ein Auge drauf werfen
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thovalo
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« Antworten #9 am: 27. März 2020, 21:10:13 pm »

Servusle,

meine Teile sind beidseitig geschliffen, also oben und unten. Ist das ein eher runder Schliff oder gerade?

Liebe Grüße Daniel

Hallo Daniel ..... als Messer funktioniert sowas nicht aber als Säge ..... oder Vielmehr zum Einschleifen.
Da Amphibolit zähes Zeug ist, wäre das doch auch eine Option .... Verwendung als Stein"säge" wobei auf das Einschleifen einer Rille dann der Bruch folgt..

lG Thomas
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« Antworten #10 am: 29. März 2020, 16:42:33 pm »

Hallo Thomas,

hier mal ein Beispiel von der Artefaktklasse aus Amphibolit. Ich denke, zum Trennen von Steinen wäre das Teil eigentlich zu ´scharf´. Hat man das nicht auch mit dünnen Sandsteinplättchen gemacht?

http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,71781.0.html

liebe Grüße Daniel
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thovalo
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« Antworten #11 am: 29. März 2020, 20:03:50 pm »

Hallo Thomas,

hier mal ein Beispiel von der Artefaktklasse aus Amphibolit. Ich denke, zum Trennen von Steinen wäre das Teil eigentlich zu ´scharf´. Hat man das nicht auch mit dünnen Sandsteinplättchen gemacht?

http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,71781.0.html

liebe Grüße Daniel

Ja, warum soll man das nicht mit solchen Stücken, bzw. Fragmenten solcher Stücke gemacht haben ?

.... der "Schliff" der Oberflächen lässt sich so doch 1 a erkären und wie gesagt, Messer ist Unfug, denn mit den geraden Kannten schneidet man mit Steinen Nichts. Da wären sie nur geeigent als Buttermesser oder Brieföffer!


lG Thomas
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« Antworten #12 am: 30. März 2020, 08:45:37 am »

Messer ist Unfug, denn mit den geraden Kannten schneidet man mit Steinen Nichts. Da wären sie nur geeigent als Buttermesser oder Brieföffer!


lG Thomas

Das würd ich so nicht unterschreiben. Gruss...
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« Antworten #13 am: 30. März 2020, 19:34:56 pm »

Das würd ich so nicht unterschreiben. Gruss...


Was sind Deine Argumente?

lG Thomas
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« Antworten #14 am: 30. März 2020, 19:55:12 pm »

Mit einem scharf geschliffenen Stück Amphibolith kann man ohne weiteres Leder schneiden oder auch Fleisch, geschlagener Flint geht da noch besser, nur bei Flint ist die Schneidhaltigkeit geringer, da leicht Ausbrüche entstehen. Mit Retuschen wird die Klinge länger schneidfähig, und die Frühstücksbrötchen gehen zugegeben besser auf.  grins  Frieden? Gruss..
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« Antworten #15 am: 30. März 2020, 21:04:03 pm »

Leder ziehe ich hiermit zurück, ein Stück schnell mal scharf geschliffenes Spessart-Amphibolith ist an meinem Lederhandschuh kläglich gescheitert, ging nicht sinnvoll rein, weitere Versuche scheiterten am fehlenden Versuchsmaterial, die Katz war grad weg prost Gruss..
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« Antworten #16 am: 30. März 2020, 22:16:54 pm »

Nano,

versuche mal damit Amphibolit zu schneiden. Dann sieht man ja, das die Schneide sehr schnell immer runder wird, denke ich zumindest. Und seitlich sollten Riefen entstehen. Sollte vielleicht nur für Tonschiefer geeignet sein, aber selbst da bleibt wahrscheinlich keine scharfe Schneide übrig. Alles andere ist bestimmt zu abrasiv. Vielleicht eher zum Glätten von Keramik geeignet? Zum Portionieren von Ton oder so was!?!

Liebe Grüße Daniel
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« Antworten #17 am: 30. März 2020, 22:31:39 pm »

Für Steine geht sowas gar nicht, da müssen dünnere Blättchen her, da hat dann die Verrundung keinen Einfluss, hier wäre Abnutzung(Verrundung) gleich mehr Breite. Und geschliffen werden müssen dünne Blättchen auch nicht. Evtl. waren die Stücke auch kleine Keile, da sollten aber auf der Gegenseite Schlagspuren sein. Als Glätter wären die ok. Auch zum Verzierungen in Ton schneiden. Gruss..
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« Antworten #18 am: 31. März 2020, 20:20:49 pm »

Für welchen Zweck auch immer. Stein"Messer" existieren.

Cheers

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« Antworten #19 am: 01. April 2020, 13:39:57 pm »

Hallo Ahab,

du zeigst eine "gewöhnliche" Dechselklinge (Querbeil) aus diesem Gestein.
Aber ein beachtenswerter Fund!  Super Sicherlich bandkeramisch.
 winke winke Sven
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« Antworten #20 am: 01. April 2020, 14:45:24 pm »

Das kannte ich auch noch nicht... Querbeil.  Boooa Gruss..
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« Antworten #21 am: 02. April 2020, 06:00:49 am »

Hallo Sven,

Mein Mann vom Amt machte bei Vorlage eine schneidende Bewegung damit .
Der Glanz an der Schneide deutet auch eher an, dass damit geschnitten wurde.

Cheers

Ahab
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« Antworten #22 am: 02. April 2020, 09:20:55 am »

Hallo Sven,

Mein Mann vom Amt machte bei Vorlage eine schneidende Bewegung damit .
Der Glanz an der Schneide deutet auch eher an, dass damit geschnitten wurde.

Cheers

Ahab

Hallo,
das ist definitiv keine Schneide!
Häufig gingen große Amphibolitbeile und Dechselklingen im Gebrauch zu Bruch.
Die großen Bruchstücke wurden nicht verworfen, sie wurden häufig wieder aufbereitetet. Dieser Umstand täuscht bei vielen aufbereiteten  Beil- oder Dechselklingen wie auch bei diesem Stück einen anderen Gebrauch vor. Die alte ehemalige Schneide liegt dann an anderer Stelle und um die neue Schäftung nicht zu gefährden wurde die Altschneide gestumpft.
Der Glanz entstand in diesem Fall sicherlich durch die Schäftung!
Der Arch. der behauptete das der Glanz durch das schneiden entstand war sicherlich kein Spezialist für das Neolithikum bzw. für Werkzeuge aus Amphibolit.

Durch die Wiederaufbereitung der Amphibolite entstanden oft die unglaublichsten Formen an Beil-und Dechselklingen, man darf da nicht mit heutigen phantasievollen Gedanken zu viel hineininterpretieren wollen. Die Neolithiker dachten und handelten ganz pragmatisch.

Gruß
Peter
« Letzte Änderung: 02. April 2020, 09:38:49 am von Furchenhäschen » Gespeichert

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« Antworten #23 am: 02. April 2020, 19:26:42 pm »

Hallo,
das ist definitiv keine Schneide!
Häufig gingen große Amphibolitbeile und Dechselklingen im Gebrauch zu Bruch.
Die großen Bruchstücke wurden nicht verworfen, sie wurden häufig wieder aufbereitetet. Dieser Umstand täuscht bei vielen aufbereiteten  Beil- oder Dechselklingen wie auch bei diesem Stück einen anderen Gebrauch vor. Die alte ehemalige Schneide liegt dann an anderer Stelle und um die neue Schäftung nicht zu gefährden wurde die Altschneide gestumpft.
Der Glanz entstand in diesem Fall sicherlich durch die Schäftung!
Der Arch. der behauptete das der Glanz durch das schneiden entstand war sicherlich kein Spezialist für das Neolithikum bzw. für Werkzeuge aus Amphibolit.

Durch die Wiederaufbereitung der Amphibolite entstanden oft die unglaublichsten Formen an Beil-und Dechselklingen, man darf da nicht mit heutigen phantasievollen Gedanken zu viel hineininterpretieren wollen. Die Neolithiker dachten und handelten ganz pragmatisch.

Gruß
Peter

Dem schließe ich mich vollkommen an ......  winke winke
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« Antworten #24 am: 04. April 2020, 08:47:11 am »

Bin mittlerweile bei euch.
Habe das Teil nochmal in die Hand genommen und hin und hergewendet.
Eindeutig eine Zweitverwendung Dechsel zu Dechsel.
Leider kein Paradigmenwechsel...
Gracias!
Ahab
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« Antworten #25 am: 04. April 2020, 13:24:02 pm »

Bin mittlerweile bei euch.
Habe das Teil nochmal in die Hand genommen und hin und hergewendet.
Eindeutig eine Zweitverwendung Dechsel zu Dechsel.
Leider kein Paradigmenwechsel...
Gracias!
Ahab

Danke für Deine Rückmeldung!  winke winke
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