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Autor Thema: Topf  (Gelesen 331 mal)
archfraser
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« am: 18. März 2020, 11:35:29 am »

Hi

Gestern war ich unterwegs zum Acker, als ich einen mir bekannten Bauern traf, der mit dem Gülletank unterwegs war.
Er hielt an und wir unterhielten uns über Gott und die Welt.
Ganz nebenbei erzählte er mir, dass das Geburtshaus seiner Frau im Nachbarort geräumt wird und dass sie auf dem Speicher ein Karton mit einem alten Topf gefunden haben.
Er wollte diesen alten Topf eigentlich entsorgen, doch seine Frau dachte an mich und dass ich mich doch für "alles Alte" interessiere, und nahmen ihn mit.
Gestern Abend fuhr ich dann vorbei, was ich eigentlich wegen bekanntem Virus nicht hätte tun dürfen, und meine Begeisterung war enorm.
Es handelt sich um einen fast kompletten merowingischen Knickwandtopf (7. Jahrhundert).
Einige Scherben liegen noch drin, die ich ganz sicher noch ankleben werde.
Was noch hinzukommt ist, dass die Frau noch genau wusste, wo ihr Vater diesen gefunden hatte.
Nach kurzer Recherche fand ich nun heraus dass hier bei Planierungsarbeiten vor etwa 20 Jahren, an besagter Stelle, merowingische Gräber gefunden wurden.

Ich bemerke gerade, dass ich den Massstab nicht hinzugelegt habe.
Grösster Durchmesser beträgt etwa 145mm, und die Höhe 113mm.

archfraser
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„Es mag sein, dass wir durch das Wissen anderer gelehrter werden. Weiser werden wir nur durch uns selbst.“

Michel de Montaigne
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« Antworten #1 am: 18. März 2020, 11:39:01 am »

Hallo Archfraser,

das ist ja toll!
Hier sieht man wie wichtig Kontakte zu den Landwirten sind.
Auch die Geschichte dazu ist interessant und das wichtigste, die Herkunft ist auch noch gesichert.
Der Topf sieht ja Klasse aus,
danke fürs zeigen!

Grüße
Peter
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„Intelligenz ist die Fähigkeit, seine Umgebung zu akzeptieren und
falls erforderlich mit einem auf die Ewigkeit bedachten Schweigen. “
Signalturm
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« Antworten #2 am: 18. März 2020, 12:27:50 pm »

Tolle Geschichte. Gut das die Frau an dich gedacht hat.
Klasse.
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Nanoflitter
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« Antworten #3 am: 18. März 2020, 15:08:20 pm »

Einmalig Super Glückwunsch!
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thovalo
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« Antworten #4 am: 18. März 2020, 15:28:23 pm »


Hallo!

Ein schöner "Dachbodenfund". Wenn das Gefäß aus einem Bereich stammt in dem eine Grabung stattgefunden hat, klingt zumindest so an, würde ich den Topf als erstes der zuständigen Stelle melden und vorlegen. Etwas daran "anzukleben" klingt genau so wie man es nicht selber machen sollte. Eher so lassen. Wenn das Amt die Restaurierung übernimmt wäre das klasse, sonst würde ich so etwas eher in Hände geben die das auch können. Wissenschaftlich für die Region ein interessantes Stück.Typologisch und gegebenenfalls auch im Dekor. Es handelt sich um eine chrarkteristische Feinkeramik von der man lange angenommen hatte, dass es sich um eine spezielle "Grabkeramik" gehandelt hat. Das ist aber nicht so, es ist das "bessere" Feingeschirr. Daneben wurden rauwandige Wölbwandtöpfe, Kleeblattkanne, Schalen und Kümpfe als keramisches Geschirr verwendet. Ein schönes archäologisches Dokument, wenn man es ein Dokument werden lässt.

Glückwunsch!

lG Thomas
« Letzte Änderung: 18. März 2020, 15:35:42 pm von thovalo » Gespeichert

Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
archfraser
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« Antworten #5 am: 18. März 2020, 16:47:00 pm »

Hi

Vielen Dank für die Glückwünsche.
Beim Ankleben der abgebrochenen Stücke bemerkte ich ebenfalls eine Scherbe die zu einem anderen Gefäss gehörte.
Ich habe daraufhin die ehemaligen Besitzer angerufen, die mir jedoch bestätigten mir alles vorhandene gegeben zu haben.

@Thomas
Vielen Dank für deine Erläuterungen und Ratschläge.
Gegen 2001 wurde bei Planierarbeiten ein Gräberfeld mit 30 - 40 Gräbern entdeckt.
Ende der 50er oder Anfang der 60er Jahre, die vorherige Besitzerin war noch Kleinkind, fand ihr Vater dies an einem Hang.
Die Gemeinde verlegte damals hier eine Wasserleitung. Als sie einen grossen Stein wegnahmen kam dies zum Vorschein.
Damals interessierte sich keine Gemeinde für solche Sachen (aus bekannten Gründen) und es wurde anscheinend auch nichts gemeldet.
Der interessierte Bauer jedoch nahm den Topf Gott sei Dank mit nach Hause und hütete ihn.
Das erste was ich tat, als ich zu Hause war, war den Topf zu fotografieren und an die zuständige Archäologin zu schicken.
Ich habe ihr danach alles telefonisch erklärt und habe auch mit ihr besprochen ihn mit Holzleim zusammen zu kleben.
Es sind grosse Scherben und da muss man auch kein Wissenschaftler sein.
Gereinigt wurde er nur mit klarem Wasser, ohne Bürste.
Nun kommt es bei mir in die Vitrine und wenn das zuständige Amt Zeit und Interesse hat ihn zu restaurieren, zu studieren, oder es für eine Ausstellung haben möchte, bin ich der Letzte der es nicht hergibt.
Es ist ein kleines Land und "man kennt sich".
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Michel de Montaigne
Robert
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« Antworten #6 am: 24. März 2020, 08:53:00 am »

Servus,

sehr interessante und spannende Geschichte, es freut mich für dich. Super Super Super

Grüße
Robert
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wer alles weiß, bekommt keine Überraschung mehr
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