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Autor Thema: Koppelschloss des Königreichs Hannover  (Gelesen 1191 mal)
lord3d
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« am: 13. Januar 2020, 12:26:26 pm »

Hallo zusammen,

ich kannte die Dinger bislang ehrlich gesagt nur im Kontext WW1 und WW2. Umso größer die Freude, dass es doch ein wenig älter und "spezieller" ist. Dachte auf dem Feld auch noch, dass es wohl einfach entnazifiziert wurde, nach dem Waschen stellte sich dann heraus, dass das wohl nicht der Grund für die Beschädigung sein wird – es wurde höchstens von einem Preußen "entwelft". :D

Zum Glück ist aber ja noch genug da, um es als Koppelschloss aus der Regentschaft Georg V. zu identifizieren. Die Front sieht aus wie dieses Beispiel hier, die Rückseite passt eher zu dem. Ich finde es seltsam, dass der "Ährenkranz" (?) und das Innenteil mit dem Monogramm offenbar nicht aus einem Guss stammen. Vielleicht ist es aber auch nur zufällig so abgebrochen.

Kann mir das jemand möglichst exakt bestimmt und die Prägung an der Seite aufschlüsseln? Ich lese "II - F - 102 -" oder "H - F - 102 -" oder so ähnlich.

Viele Grüße  winke winke
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Habemus Nachforschungsgenehmigung.
Erdspiegel
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« Antworten #1 am: 13. Januar 2020, 22:15:17 pm »

Ich bin der Meinung der Kranz ist dort abgebrochen bzw. durchkorrodiert.Der Übergang (Kehlung) zwischen Monogramm und Ährenkranz wird beim Prägevorgang verdichtet (also härter),aber auch gestreckt (dünner).Folglich eine Schwachstelle.Deutlich wird sowas wenn man Pickelhaubenbeschläge ausgräbt,die lange im Boden gelegen haben.Sind oft völlig zerfleddert und an eben diesen tiefen Prägestellen zerrissen.

Das F am Rand kann für Füseliere stehen.Doch in direktem Bezug auf Hannover komme ich da nicht weiter.
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lord3d
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« Antworten #2 am: 14. Januar 2020, 16:41:02 pm »

Ich bin der Meinung der Kranz ist dort abgebrochen bzw. durchkorrodiert.Der Übergang (Kehlung) zwischen Monogramm und Ährenkranz wird beim Prägevorgang verdichtet (also härter),aber auch gestreckt (dünner).Folglich eine Schwachstelle.Deutlich wird sowas wenn man Pickelhaubenbeschläge ausgräbt,die lange im Boden gelegen haben.Sind oft völlig zerfleddert und an eben diesen tiefen Prägestellen zerrissen.

Danke für die Einschätzung!
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Habemus Nachforschungsgenehmigung.
lord3d
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« Antworten #3 am: 17. Januar 2020, 20:34:20 pm »

Hat jemand eine Idee für ein/e Forum/Einzelperson, wo ich nochmal nachfragen könnte? Die Fundmeldung geht natürlich raus, aber erfahrungsgemäß haben sie auf dem Amt weder die Zeit, noch das Personal, um solche Fragen zu klären.  winke winke
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lord3d
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« Antworten #4 am: 19. Februar 2020, 21:30:14 pm »

Die Auflösung der Prägung des hannoverschen Koppelschlosses ist folgende: II = 2. Infanterie-Regiment, F = 6. Kompanie, 102 = Nummer des Soldaten. Zeitliche Einordnung: 1855/66. Die Stammrollen des Regiments sind im Niedersächsischen Landesarchiv, Hauptstaatsatchiv Hannover im Bestand Hann. 48aI erhalten. Über die Nummer des Soldaten lassen sich die persönlichen Daten zuordnen, wobei die Nummer in fraglichem Zeitraum mehreren Soldaten gehört haben kann.

Diese Informationen stammen von Norbert Steinau vom Bomann-Museum in Celle und Michael-Andreas Tänzer vom Arbeitskreis Hannoversche Militärgeschichte, die auf meine Anfrage sehr schnell und umfangreich samt Literaturbelegen reagiert haben, sowas ist wirklich nicht selbstverständlich und hat mich sehr gefreut, daher an dieser Stelle ein öffentlicher Dank. Der zuständige Archäologe hat sich schon dahinter geklemmt, die Identität mithilfe des Landesarchivs zu klären, besser geht die Zusammenarbeit zwischen Amt und Ehrenamt nicht.  winke winke
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Habemus Nachforschungsgenehmigung.
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