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Autor Thema: Lesefund Steinkugel aus der Nähe einer Burg  (Gelesen 600 mal)
Barney Green
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« am: 09. Oktober 2019, 09:14:48 am »

Ich hätte da noch einen Lesefund vom letzten Jahr, bei dem ich mir nicht sicher bin, ob es ein historisches Fundstück oder ein Zufallsgebilde ist.

Es handelt sich um eine fast perfekt runde Steinkugel mit je nach Messstelle 30 bis 32mm Durchmesser aus Sandstein. Fundort etwa 400m von einer Burg aus dem Jahr 1372 entfernt, ehemaliges Herzogtum Braunschweig. Nachgewiesen wurden bislang Steinkugeln aus Feldschlangen und diverse Eisenkugeln. Schlachten und Beschiessungen fanden statt in den ersten Jahren der Burg und im dreißigjährigen Krieg.

Könnte es sich bei der Kugel um Arkebusen-Munition handeln? Eigentlich zu groß, oder? Eventuell gab es Handrohre mit diesem Durchmesser? Schleuderkugel? Oder etwas ganz anderes bzw. reiner Zufall?
35mm wäre ja auch ein gängies Kaliber gewesen, aber hier sind wir etwas kleiner.
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« Antworten #1 am: 09. Oktober 2019, 09:33:45 am »

Hallo Barney Green,

das Kaliber erscheint auch mir für eine Arkebuse zu groß, deren Kaliber war in der Regel bis 20mm.

Für eine Schleuderkugel ist sie zu regelmäßig geformt.

Mein Tipp wäre ein Geschoss für eine Lederkanone. Die waren im 30-jährigen Krieg verstärkt im Einsatz, weil sie leicht zu transportieren waren.

Gruß
Holger
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Barney Green
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« Antworten #2 am: 09. Oktober 2019, 09:50:30 am »

Hallo Holger,

besten Dank für den Tipp, eine Kartätschenkugel aus einer Beutelkartätsche als Lederkanonenladung ist in der Tat eine gute Möglichkeit. Dafür musste sie auch nicht perfekt rund sein und die Größe kommt ganz gut hin. Da muss ich mal in dieser Richtung weiterforschen, ob im 30-jährigen Krieg auch Steinkugeln dieser Größe in Frage kommen, und wenn ja, dann bei welcher Truppe.

Mit ein wenig Glück finde ich ja noch weitere Artefakte, ich begehe diesen Acker erst seit dem letzten Jahr. Dies ist auch nur in sehr kurzen Zeitspannen möglich, da der Acker intensiv genutzt wird.


Gruß
Barney
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« Antworten #3 am: 09. Oktober 2019, 11:27:00 am »

Hallo Holger,

besten Dank für den Tipp, eine Kartätschenkugel aus einer Beutelkartätsche als Lederkanonenladung ist in der Tat eine gute Möglichkeit. Dafür musste sie auch nicht perfekt rund sein und die Größe kommt ganz gut hin. Da muss ich mal in dieser Richtung weiterforschen, ob im 30-jährigen Krieg auch Steinkugeln dieser Größe in Frage kommen, und wenn ja, dann bei welcher Truppe.

Mit ein wenig Glück finde ich ja noch weitere Artefakte, ich begehe diesen Acker erst seit dem letzten Jahr. Dies ist auch nur in sehr kurzen Zeitspannen möglich, da der Acker intensiv genutzt wird.


Gruß
Barney

Hallo Barney,

da wünsch ich dir "Gut Fund". Die Suche wird leider allgemein zusehends schwieriger, weil die landwirtschaftlichen Flächen intensiver genutzt werden und nicht mehr längere Zeit brachliegen.

LG
Holger

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thovalo
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« Antworten #4 am: 09. Oktober 2019, 22:16:02 pm »

Hallo Barney,

da wünsch ich dir "Gut Fund". Die Suche wird leider allgemein zusehends schwieriger, weil die landwirtschaftlichen Flächen intensiver genutzt werden und nicht mehr längere Zeit brachliegen.

LG
Holger




Ich könnte heulen, weil die Zeitfenster so extrem eng geworden sind. Ein ideales Abregnen gibt es nicht mehr und die Zwischensaat ist so schnell am Start dass man schon am Acker selber wohnen muss um auf den richtigen Punkt dort sein zu können.

Ich habe jetzt die letzte von drei Wochen Urlaub und bin an meinem ursprünglichen Heimatort nahe an den Feldern und hatte das Glück dass es ausgerechnet jetzt richtig nachhaltig geregnet hat. Wo ich laufen konnte bin ich gelaufen und der Auffwand hat sich gelohnt. Aber wie sonst mit dem Rad zusammen mit der Bahn über eine Stunde herfahren und dann noch einige Kilometer auf gut Glück zu den Fundplätzen, das kann ich mir inzwischen schenken.


lG Thomas  winke winke
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Barney Green
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« Antworten #5 am: 09. Oktober 2019, 22:27:40 pm »

Hallo Holger, Thomas,

ja, dem kann ich nur beipflichten. Zwischen Ernte und Aussaat waren keine drei Wochen auf den hiesigen Äckern. Mittlerweile blüht auf den ersten Feldern schon wieder Raps der wohl untergepflügt wird. Der Raps für nächstes Jahr ist aber auch schon aufgelaufen, mittlerweile sind hier alle Felder schon wieder Tabu. Ich habe da noch 2 Wiesen auf denen noch das Vieh ist, aber ich denke, die kann ich mir im Winter vornehmen. Ich habe den Detektor je erst 4 Wochen, vorher gab es nur Lesefunde und die Wiesen waren nichts für mich. Ich werd's mal mit dem Detektor probieren.

Ist denn hier irgend jemandem bekannt, ob man sich tatsächlich die Mühe gemacht hat, Steinkugeln für Lederkanonen rund zu schleifen? Da hat man doch, wenn ich das richtig sehe, entweder Eisenkugeln oder diversen Schrott verschossen, oder?

Beste Grüße
Barney
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« Antworten #6 am: 10. Oktober 2019, 12:45:26 pm »


Es gab sogar KUGELMÜHLEN in denen Steine rund ge"mahlen" wurden ....  winke winke

Eine solche Kugel wie Du sie hast fand ich im Verlauf der Grabung und kpnservierung einer Mühle die im dreissijährigen Krieg schwer beschossen wurde.

Und von einem noch ganz anderen, vielfach größeren Kaliber aus Trachyt vom Drachenfels bei Bonn, fand sich in Zerstörungschichten eine halbe Kugel in einer immer wieder massiv umkämpften Niederrheinischen mittelalterlichen Stadt (baustelle).......


Die sehr großen Geschosse wurden sicherlich dann mit der Hand gearbeitet.


lG Thomas  winke winke
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Barney Green
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« Antworten #7 am: 10. Oktober 2019, 13:02:49 pm »

Hallo Thomas,

Feldschlangen-Kugeln größeren Durchmessers aus Stein haben wir in der Nähe der Burg (auf einem anderen Acker) auch gefunden, aber hier ist der Durchmesser von etwas über 30mm so ungewöhnlich. Bei einer Lederkanone könnte die Kugel wohl nur als Kartätschenfüllung gedient haben, und da wäre doch meiner Meinung nach der Aufwand, Steinkugeln zu nehmen, recht hoch gewesen. Alle Abblldungen von Kartätschenfüllungen, die ich bisher gesehen habe hatten Eisen- oder Bleikugeln mit ähnlichem Durchmesser, oder eben einfach nur Eisenschrott.

Liebe Grüße
Barney
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« Antworten #8 am: 10. Oktober 2019, 16:11:59 pm »

Hallo Barney,

du hast Recht, mit Lederkanonen wurde wohl ausschließlich Streumunition mittels Beutelkartätschen verschossen, zumindest bei den schwedischen Kanonen.

Es macht wenig Sinn, dafür exakt runde (Stein)kugeln zu benutzen.

Vielleicht doch eine Feldschlange Serpentinell? Deren Kaliber lag bei 30-35 mm.

LG
Holger 
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Barney Green
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« Antworten #9 am: 10. Oktober 2019, 17:11:01 pm »

Hallo Holger,

Das könnte sein, aber die waren meist 35mm, und da ist zu viel Luft. Nachdem ich nun viel gelesen habe, vermute ich, dass die Kugel aus den ersten Schlachten von 137x stammt und Munition eines Doppelhakens war. Diese gab es durchaus mit Kalibern von 30 bis 32mm, auch die Schiussentfernung würde hinkommen, wenn der Doppelhaken stationär auf der Burg war. Die Schussrichtung wäre dann auch ziemlich genau in RIchtung der einige km entfernten Gegenburg gewesen, von der sich feindliche Truppen wohl genähert hätten.

Mir reicht es im Grunde genommen auch zu wissen, ob dies überhaupt mit einigermaßen Sichereheit eine Geschützkugel sein könnte und wenn, ob sie eher 1370 oder dem dreißigjäjhrigen Krieg zuzuordnen wäre. An eine Zufallsrundung glaube ich nicht wirklich und Keuper-Sandstein wäre hier regional vorhanden, so dass man wohl von Munition der eigenen Burg ausgehen könnte.

Vielen Dank für eure Einschätzungen, und wenn noch kemand etwas ergänzen kann, nur zu!

Beste Grüße
Barney Green
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