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Autor Thema: Dechselvorarbeit?  (Gelesen 1647 mal)
Nanoflitter
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« am: 02. Oktober 2019, 13:40:02 pm »

Dieses lange Ding, 23x6cm, stammt von einem westhessischen Acker, wo auch viele LBK Funde nahe liegen. Es ist Basalt, vermute ich. Die eine Kante scheint bearbeitet, die andere Natur. Auf der Unterseite ist wohl was weggeflogen, ziemlich grosses Negativ, was eventuell das Rohstück so ausdünnte, das es verworfen wurde. So meine Theorie. Schliff ist nicht vorhanden, Basalt kommt hier nicht natürlich vor, ausser im Wegschotter. Was meint ihr? Gruss..
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Danske
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« Antworten #1 am: 02. Oktober 2019, 14:35:34 pm »

Hallo Nano,

Basalt dürfte anhand der Fotos zutreffen.

Auch teile ich deine Einschätzung, dass es sich bei deinem Fund um einer Beilvorarbeit handelt, ähnlich wie die Planken im Norden. Und da der Acker bisher meist LBK lieferte, liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine Vorarbeit für eine Dechselklinge handelt. Neben AHS ist Basalt hier das häufigst verwendete Material bei Dechselklingen.

Sehr interessanter und, wenn Dechselvorarbeit zutrifft, ein bei uns seltener Fund. Super Danke für's Zeigen. Danke

LG
Holger
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Nanoflitter
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« Antworten #2 am: 02. Oktober 2019, 19:46:04 pm »

Danke, Holger, selten ist, wenn es ein Vorarbeit wäre, richtig, ebenso sind leider die Referenzen dünn gesät. Der Daniel hat mal eine gefunden, allerdings eine flachbreite aus Amphibolit. Das grüne Material würde es einfacher machen..... Bei euch hat man wohl vom Eifel-Hunsrück Basalt profitiert, der hier fast nirgends im Fundgebiet genutzt wurde. Meist Amphibolit. Gruss...
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hargo
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« Antworten #3 am: 02. Oktober 2019, 23:52:08 pm »

Ist in gewisser Weise schon verdächtig  mhh grübel

mfg
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Steinkopf
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« Antworten #4 am: 03. Oktober 2019, 00:11:50 am »

Eindeutige Zurichtung -
von einer Schlagfläche (Platform) aus sind beide Kanten abgeschlagen
(es gäbe im Vergleich mit Kernbeilen eines mit symmetrischen Querschnitt.)
Hier sind es Abschläge von zwei Graten, die einen Planken mit 4 Kanten formen.
Ein Klassiker.
LG

Jan
« Letzte Änderung: 03. Oktober 2019, 05:36:03 am von Steinkopf » Gespeichert
RockandRole
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« Antworten #5 am: 03. Oktober 2019, 07:49:16 am »

Na hallo  winke winke

mit den größeren Bildern bin ich noch mehr von einer Vorarbeit überzeugt. Zweifler würden vielleicht sagen, der ist längs durch das Rüttelsieb gerutscht  narr  wenn man sich mal so einen Schotterhaufen anschaut, stehen die Chancen für so ein Format ziemlich schlecht.

Super Stück. Ich hoffe ich darf das bald mal begrabbeln  grins

hier mal eine Vorarbeit von mir zum Vergleich. Die Zurichtung ist mit einem ähnlichem Schema gemacht. Eine Seite ist bearbeitet die andere kaum.

liebe Grüße Daniel
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gefährliches Drittelwissen
Nanoflitter
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« Antworten #6 am: 03. Oktober 2019, 08:00:06 am »

Dank euch, so ein Stück ist wohl interessanter, als ein fertiges Gerät, obwohl ich darüber auch nicht sauer gewesen wäre.  Unschuldig Daniels Stück hatte ich schon mal in der Hand, da gibts keine Zweifel. Gruss..
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Danske
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« Antworten #7 am: 03. Oktober 2019, 15:03:56 pm »


hier mal eine Vorarbeit von mir zum Vergleich. Die Zurichtung ist mit einem ähnlichem Schema gemacht. Eine Seite ist bearbeitet die andere kaum.

liebe Grüße Daniel

Auch einen schönes Teil, Daniel Super Und unverkennbar aus AHS.

LG Holger
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feldspat
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« Antworten #8 am: 03. Oktober 2019, 19:08:05 pm »

Servus,
pünktlich zu diesem Thread fand ich heute auf einem oberfänkischen, bandkeramischen Acker folgendes Stück. Der Acker brachte schon mehrere Dechseln und Dechselfragmente ans Tageslicht.
Könnte es sich hierbei ebenfalls um eine Vorarbeit handeln? Im Querschnitt wirkt es d-förmig und die Rückseite wirkt angeschliffen.
Beste Grüße
Christian
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Nanoflitter
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« Antworten #9 am: 03. Oktober 2019, 19:48:52 pm »

Ich würde hier nicht nein sagen, auch an diesem angewitterten Stück lassen sich meines Erachtens Bearbeitungsmerkmale erkennen, Form und Material passen auch. Gruss..
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feldspat
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« Antworten #10 am: 03. Oktober 2019, 22:25:36 pm »

Prima Big grinsing
Danke dir
Beste Grüße
Christian
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« Antworten #11 am: 04. Oktober 2019, 21:47:11 pm »

Hallo zusammen,

habe was zu Dechselrohling im Internet gefunden für den Fall, dass ihr das noch nicht kennt:

https://www.academia.edu/30963049/B._Ramminger_Zur_wirtschaftlichen_Organisation_der_%C3%A4ltestbandkeramischen_Siedlung_Schwanfeld_Landkreis_Schweinfurt_am_Beispiel_der_Felsgesteinversorgung._In_J._L%C3%BCning_Hrsg._UPA_196_Bonn_2011_119-222.pdf

Abbildung ist auf Tafel 1 Nr. 2.


LG
Holger
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feldspat
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« Antworten #12 am: 04. Oktober 2019, 22:17:12 pm »

Danke dir Holger, ich kannte es noch nicht. Jetzt bin ich bei meinem Stück umso sicherer   grins
Beste Grüße
Christian
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« Antworten #13 am: 04. Oktober 2019, 22:22:31 pm »

Diese Tafel stellt geschliffene Dechselklingenfragmente dar, oder lese ich da was falsch?  mhh grübel Also im nachhinein zerstörte Dechsel. Gruss und Danke...
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Danske
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« Antworten #14 am: 04. Oktober 2019, 22:30:32 pm »

Das Stück auf Tafel 1.2 wird auf Seite 135 als fraglicher Rohling angesprochen. Die Form trifft eher auf Daniels Stück zu, aber hat auch Ähnlichkeit mit deinem Teil, wobei dieses etwas schlanker ist und eine Vorarbeit für eine schmale Dechselklinge sein könnte.

LG
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« Antworten #15 am: 05. Oktober 2019, 09:09:32 am »

Danke, Holger grins hatte nur die Tafelunterschrift gelesen. Gruss..
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« Antworten #16 am: 07. Oktober 2019, 06:47:05 am »

Hallo Leute,

jetzt muss ich aber doch noch mal etwas zu dem Stück von Christian schreiben. Ich halte das sicher nicht für eine Vorarbeit. Die Narbenfelder sind doch mehr als deutlich zu erkennen und somit ist das Stück als Klopfstein entlarvt. Ich habe hier auch zerdepperte Dechselklingen, welche eine Zweitverwendung als Klopfstein gefunden haben. Das halte ich hier viel wahrscheinlicher als eine Vorarbeit.  Frieden?

liebe Grüße Daniel
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Nanoflitter
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« Antworten #17 am: 07. Oktober 2019, 08:33:39 am »

Das Klopfen ist offensichtlich, doch erkenne ich an dem ganzen Objekt nicht eine ehemalige Schlifffläche, das sollte bei einem ehemaligen Dechsel von der Grösse aber der Fall sein. Eher eine zum klopfen verwendete Vorarbeit. grins Gruss..
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« Antworten #18 am: 07. Oktober 2019, 09:04:51 am »

Moin moin,

das Stück von Christian sieht meiner Meinung nach sehr verwittert aus und ehemals geschliffene Flächen sind vielleicht nicht mehr gut auszumachen. Trotzdem ist das Stück auf einer Seite auffällig plan. Deshalb denke ich der Schliff war mal da, oder ist auf den Bildern nicht zu entdecken. Dazu habe ich auch noch ein Beispiel von mir in petto  zwinker Bilder folgen im Laufe des Tages.

liebe Grüße Daniel 
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« Antworten #19 am: 09. Oktober 2019, 18:44:54 pm »

War ja noch ein paar Bilder schuldig

  grins  hier ist ein Stück, bei dem ich glaube, dass es schon einmal geschliffen war, und dann durch nachträgliches ´zerdeppern´ der Eindruck einer Vorarbeit entsteht. Material ist eine mir unbekannte geschieferte Gesteinsart, welche wohl recht schnell verwittert.

Liebe Grüße Daniel
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Nanoflitter
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« Antworten #20 am: 09. Oktober 2019, 18:57:42 pm »

Zerdeppern und wieder in Form schlagen um es erneut zu schleifen, denke ich, sind zwei paar Schuh. Ich würde auch hier den Versuch es wieder zu überschleifen, unterstellen. Also auch eine Vorarbeit. Gruss..
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« Antworten #21 am: 09. Oktober 2019, 20:54:21 pm »

Hallo zusammen,

die gezeigten Beispiele zeigen, dass es im Einzelfall schwierig sein kann, eine unbearbeite Beilform als Rohling bzw. Vorarbeit oder Bruchstück eines ehemaligen Beils zu bezeichnen.

Auch ein Stück, welches nur eine kleine geschliffene Fläche aufweist, kann sowohl eine begonnene Arbeit an einem Rohling sein als auch ein beschädigtes Beil. Das letztgezeigte Beispiel von Daniel kann m.E. beides sein.

Nicht umsonst wird das in der Ausarbeitung von Ramminger gezeigte Stück als fraglicher Rohling bezeichnet. Vielleicht wurde es in dieser Form auch genutzt.

Die im nordischen Neolithikum vorhandenen Planken waren nicht nur Vorarbeiten, sondern wurden, wie festgestellt, in diesem Zustand als Beile genutzt. Das machte sie zwar anfälliger für Beschädigungen beim Gebrauch, sie waren aber haltbarer zu schäften. Auch kann man annehmen, dass sich mancher Besitzer nicht der mühevollen Arbeit des Schleifens eines Beils für den täglichen Gebrauch aussetzen wollte.
Womöglich war das in anderen Gebieten in verschiedenen Kulturen, auch in der Bandkeramik, nicht anders.

LG
Holger

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