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Autor Thema: Neue Regeln in NDS? Meldepflicht wird (lokal) ausgeweitet  (Gelesen 1676 mal)
lord3d
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« am: 26. Juli 2019, 21:06:07 pm »

Hallo zusammen,

Vorbemerkung; ich weiß nicht, ob das Folgende nur für die Schaumburger Landschaft gilt oder generell. Ein Alleingang wäre angesichts der zentralen Datenbank nicht so sinnvoll, daher gehe ich erstmal davon aus. Nähere Infos aus euren Ecken Niedersachsens wären super.

Zitat aus dem Archäologischen Rundbrief 7/2019 der Kommunalarchäologie Schaumburger Landschaft, ich gehe einfach mal davon aus, der unterliegt keiner Geheimhaltung:

Zitat
4.) Fundmeldungen
4.1 [unspannend]
4.2 Eine weitere Neuerung ist, dass auch jüngere Münzen (18./19./frühes 20. Jh) sowie Bleiplomben und Metallkugeln gemeldet und eingemessen werden sollen. Diese Fundgruppen haben einen wirtschaftsarchäologischen Wert, der sich durch ihre Verteilungsmuster und Häufigkeit in Zusammenhang mit Herkunft/Prägestätte/Werkstatt ergibt.

Was haltet ihr davon?

Ich habe drei Bedenken:
– viele Gebiete werden seit Jahren begangen, d. h. das, was von den genannten Fundgruppen noch im Boden ist, kann auf vielen Feldern einem Anspruch nach wissenschaftlichen Standards nicht standhalten. Zumindest bei mir sind gerade Musketenkugeln und Kleingeld aus dem Kaiserreich heißbegehrt bei Bauern/Kindern/Spaziergängern etc., weshalb ich die immer großzügig verschenkt habe, weil ich sie als tolles Mittel betrachte, Menschen für die Geschichte im Boden zu sensibilisieren. Ich kann daher auch im Nachhinein keine Übersicht mehr hinsichtlich der Mengen/Varianten pro Acker/Fläche/Feststellungsnr. ausarbeiten.
– Den wissenschaftlichen Nutzen von Plomben sehe ich absolut ein, wobei die Leute dann bitte geschult werden müssen, um die Plomben für die Fundmeldungen halbwegs unterscheiden zu können. Bei Musketenkugeln habe ich hinsichtlich der bedingten Datierbarkeit schon meine Zweifel. Fundmeldungen für Münzen des späten 19./frühen 20. Jh. kann ich nicht nachvollziehen (von Notgeld, Währung von außerhalb des Deutschen Reichs, Hortfunden, Edelmetall etc. abgesehen), vielleicht kann mir den Sinn jemand erklären. (Mein Stand war im Übrigen, dass alle Münzen vor dem Deutschen Reich gemeldet werden müssen, was hinsichtlich Verteilungsmuster auch sinnvoll ist, aber vielleicht macht das jede*r ein wenig anders)
– Wenn schon Plomben und Musketenkugeln, warum dann nicht konsequent auch verzierte Knöpfe und Schnallen? Beides finde ich mit Hinblick auf Frühindustrialisierung/Typen/bäuerliche Kultur richtig spannend. Knöpfe, die nicht blank sind, melde ich daher sowieso schon.

Zum Positiven:
– Generell finde ich die Idee ausgezeichnet; neuzeitliche wirtschaftsarchäologische Forschungen, die auf einer großen Datengrundlage beruhen sind ein großartige Chance, das einfache Leben in der Neuzeit besser zu verstehen. Meine Plomben habe ich vor geraumer Zeit alle ins örtliche Hafenwirtschaftsmuseum gegeben, die hatten keine Ahnung, dass das Zeug in solchen Massen auf den Äckern liegt.
– Und ganz wichtig: Außer uns legalen Sondengängern kann niemand die entsprechenden Daten zur Verfügung stellen; sehr gutes Argument für die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen.

Eure Meinung würde mich interessieren.
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Habemus Nachforschungsgenehmigung.
hargo
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« Antworten #1 am: 27. Juli 2019, 00:18:29 am »

...
Was haltet ihr davon?
...

Trotz deiner Bedenken, gut!
Man muss jetzt damit anfangen.

mfg
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Birk
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« Antworten #2 am: 27. Juli 2019, 07:38:22 am »

Moin.  Die Archälogie ist so schon voll mit Funden und Fundmeldungen durch Sondengänger. Was ja auch OK ist und schöne neue und Interessante Funde und Fundstellen bringt. Aber bei Bleikugeln weiß ich ja nicht so recht. Letztendlich liegen diese auf jedem Acker rum . Wenn sich aufgrund der Menge ein Aufenhalt oder eine Ausseinandersetzung herauskrisstalisieren lassen würde, wäre das ja noch eine Sache. Aber die meißten Kugeln werden wohl Jagdlich sein.  Bei Münzen würde da auch eine riesen Menge zusammen kommen. Wer würde das bearbeiten?  Vor ein paar Jahren gab ich einen silber Denar in Hannover ab und freute mich schon wie Bolle auf das Kurzgespräch bei der Übergabe.  grins Das Ergebniss war "  Schon wieder so ein Denar. Da habe ich zur Zeit dauernd welche von zu bearbeiten".  Ich dachte mir echt " Oh. Sorry dafür" .  NoGo Scheinbar tauchen die um Hannover in unmengen auf. Dann mal viel Spass mit den Kugeln,Münzen und Plomben.  zwinker
Auf der einen Seite wäre es sicherlich Interessant aber aus meiner Sicht nicht machbar.
Ähnlich sieht das bei Steinartefakten aus.  Meldet man eine neue Fundstelle ist das noch ganz OK. Begeht man bekannte Stellen aber öfter um Material zu sichern heisst es schnell " Das ist aber viel Zeug ".  Solch Sprüche motivieren einen nicht unbedingt. Schließlich steckt dort auch von unsere Seite eine Menge arbeit drinnen.

Gruß
     Thomas
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der finder
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Die Sucht ist größer als der Acker


« Antworten #3 am: 28. Juli 2019, 00:22:51 am »

Moin,

das ist mit dem Personal (1Man in Schaumburger Landschaft) nicht zu schaffen. Hab vor kurzen die Funde von 2010-12 wiederbekommen,und hier liegen noch ein paar hundert Funde von 2013-19. Mit Musketenkugeln und neuzeitlichen Münzen würden noch mal mehrere Hundert Fundmeldungen im Jahr dazukommen, alleine von mir. Bei meinem Nachbarn sieht es ähnlich aus und dann noch die anderen Sucher. Somit reden wir von mehreren Tausend Fundmeldungen jedes Jahr allein bei der Schaumburger Landschaft.

Hinzu kommt das bei Fäkalienacker die Herkunft der Funde nicht wirklich zu klären ist und hier kommen die meisten Münzen her.

Ich werde da nicht mitmachen, dafür ist mir meine Zeit zu schade.

gruß
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« Antworten #4 am: 28. Juli 2019, 09:38:16 am »

Moin,

das ist mit dem Personal (1Man in Schaumburger Landschaft) nicht zu schaffen. Hab vor kurzen die Funde von 2010-12 wiederbekommen,und hier liegen noch ein paar hundert Funde von 2013-19. Mit Musketenkugeln und neuzeitlichen Münzen würden noch mal mehrere Hundert Fundmeldungen im Jahr dazukommen, alleine von mir. Bei meinem Nachbarn sieht es ähnlich aus und dann noch die anderen Sucher. Somit reden wir von mehreren Tausend Fundmeldungen jedes Jahr allein bei der Schaumburger Landschaft.

Hinzu kommt das bei Fäkalienacker die Herkunft der Funde nicht wirklich zu klären ist und hier kommen die meisten Münzen her.

Ich werde da nicht mitmachen, dafür ist mir meine Zeit zu schade.

gruß
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Genau das ist es ! Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Trotzdem noch eine kurze Bemerkung:
Die "Wissenschaftliche Auswertung" wird ja immer ins Feld geführt.
Dazu gehört natürlich erst mal eine wissenschaftliche Fragestellung.

Wie könnte eine wissenschaftliche Fragestellung für Niedersachsen bei Münzen des frühen 20. Jh. aussehen?
"Wie ist die Verteilung der Münzprägestellen von 1 Pfenning-Münzen von 1914-1918 in Niedersachsen?"
Toll  irre

Solange der Umgang mit dem kulturellen Erbe Ländersache ist und es keine bundeseinheitliche Datenbank
zur Funderfassung und Fundverwaltung gibt, ist sowieso alles nur Stückwerk.
Das, was Niedersachsen da vor hat, ist purer unbedachter Aktionismus.

Gruß  winke winke
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« Antworten #5 am: 28. Juli 2019, 12:01:10 pm »

In Brandenburg sollen auch schon seit längerer  Zeit alle Münzen bis 1945 gemeldet werden. Der wissenschaftliche Wert erschließt sich mir nicht ganz, denn Mir-Reichs-Pfennige findet man doch auf fast jedem Feld. Musketenkugeln würde ich noch verstehen, die sind hier nicht ganz so häufig.
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« Antworten #6 am: 28. Juli 2019, 13:42:27 pm »

In Brandenburg sollen auch schon seit längerer  Zeit alle Münzen bis 1945 gemeldet werden. Der wissenschaftliche Wert erschließt sich mir nicht ganz, denn Mir-Reichs-Pfennige findet man doch auf fast jedem Feld. Musketenkugeln würde ich noch verstehen, die sind hier nicht ganz so häufig.

Moin,

dem kann ich nur beistimmen!

Reichspfennige sind mehr als genug bei jedem Gang vorhanden.
Wenn ich die einzeln einmessen würde, würde man mir im Amt  einen "Vogel" zeigen.
Musketenkugeln, gehäuft an einer Stelle oder auf einem schon bekannten Fundplatz kann ich auch nachvollziehen aber hier mal eine oder dort mal eine Kugel ob geschnitten oder gekniffen. Was soll die aussagen.  mhh grübel

Gruß

Gabi
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« Antworten #7 am: 28. Juli 2019, 13:46:30 pm »


Zitatausschnitt von Thomas.

"Auf der einen Seite wäre es sicherlich Interessant aber aus meiner Sicht nicht machbar.
Ähnlich sieht das bei Steinartefakten aus.  Meldet man eine neue Fundstelle ist das noch ganz OK. Begeht man bekannte Stellen aber öfter um Material zu sichern heisst es schnell " Das ist aber viel Zeug ".  Solch Sprüche motivieren einen nicht unbedingt. Schließlich steckt dort auch von unsere Seite eine Menge arbeit drinnen."

Wie wahr!!!!

Gruß

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« Antworten #8 am: 28. Juli 2019, 19:49:48 pm »

Trotzdem noch eine kurze Bemerkung:
Die "Wissenschaftliche Auswertung" wird ja immer ins Feld geführt.
Dazu gehört natürlich erst mal eine wissenschaftliche Fragestellung.

Wie könnte eine wissenschaftliche Fragestellung für Niedersachsen bei Münzen des frühen 20. Jh. aussehen?
"Wie ist die Verteilung der Münzprägestellen von 1 Pfenning-Münzen von 1914-1918 in Niedersachsen?"
Toll  irre

Die Kaiserreichspfennige sind aber quasi auch das denkbar Blödeste Beispiel. Big grinsing

Da gibt es schon spannendere Sachen, lokale Beispiele: die Verbreitung des Bremer Notgelds in der Frühzeit der Weimarer Republik im niedersächsischen Umland; Handelsbereich bremischen Saatguts um 1900; Verteilung von Motivknöpfen anhand von Stern- und Blumenmustern; Entsorgung von NS-Militaria auf Feldern ... ich glaube, da gäbe es schon Dinge, an denen sich BA- und MA-Student*innen der Archäologie und Geschichte abarbeiten könnten.
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« Antworten #9 am: 28. Juli 2019, 23:46:13 pm »

Da gibt es schon spannendere Sachen, lokale Beispiele: die Verbreitung des Bremer Notgelds in der Frühzeit der Weimarer Republik im niedersächsischen Umland; Handelsbereich bremischen Saatguts um 1900; Verteilung von Motivknöpfen anhand von Stern- und Blumenmustern; Entsorgung von NS-Militaria auf Feldern ... ich glaube, da gäbe es schon Dinge, an denen sich BA- und MA-Student*innen der Archäologie und Geschichte abarbeiten könnten.

Dachte beim ersten Durchlesen an Ironie und Zynismus. Aber du meinst das tatsächlich ernst.  Hier sitzen sie in der ersten Reihe... Reiter
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hargo
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« Antworten #10 am: 29. Juli 2019, 00:05:43 am »

Wie auch immer, denkt ein paar hundert Jahre weiter und fangt einfach damit an.

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lord3d
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« Antworten #11 am: 29. Juli 2019, 09:39:14 am »

Dachte beim ersten Durchlesen an Ironie und Zynismus. Aber du meinst das tatsächlich ernst.  Hier sitzen sie in der ersten Reihe... Reiter

Bin halt kein Schatzsucher, sondern Historiker.

Bspw. … wenn eine Untersuchung der Knöpfe ergeben würde, dass es zwischen Stern- und Blumenmotiven des 17./18./19. Jh. ein starkes Nord-/Süd-Gefälle gibt, möchte ich wissen: weshalb? Weil der Norden mehr von der Seefahrt und der Astronavigation? Oder lag es doch nur an den unterschiedlichen Präferenzen der dominierenden Werkstätten? Oder ist die Motivauswahl angelegt an Wappenschilde oder andere Symbolik der herrschenden Klasse? Findet sich diese Verteilung auch in anderen Bereichen, z. B. barocker Kirchenbemalung?

Ich will wissen, weshalb Dinge so sind, wie sie sind. Und da gibt es halt nicht nur "Wieso hat Napoleon in Waterloo verloren", sondern eben auch Alltagsgeschichte, die interessante Antworten liefern kann.
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« Antworten #12 am: 29. Juli 2019, 11:46:38 am »

Die Kaiserreichspfennige sind aber quasi auch das denkbar Blödeste Beispiel. Big grinsing

Das sehe ich aber nun ganz anders  Unschuldig

Du hast so schöne Projekte aufgeschrieben  Super
Sind solche Projekte von der Kommunalarchäologie aufgelegt worden ? Antwort: NEIN

Vielmehr geht man nach dem Gießkannenprinzip vor und möchte alle Münzen des frühen 20. Jh. gemeldet haben.
Die Fäkalienfelder werden sich rächen und zu 95% die kaiserzeitlichen 1- und 2-Pfennigstücke hervorbringen.
Damit wird nun das Amt zugeschmissen. Dort kommt dann sicher Freude auf.

Irgendwie kenne ich das noch aus dem Berufsleben:
Unsinnige Arbeiten sollen bittesehr vermieden werden, damit man Zeit und Raum für sinnvolle Tätigkeiten hat.
Also besser solch einen Unfug nicht mitmachen und die Pfennige nicht melden.

Bewahre Dir Deinen Idealismus (ich meine das ernst und nicht ironisch).
Ich habe den nicht mehr.
Sind Archäologen eigentlich auch Historiker ?  zwinker

Gruß  winke winke
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« Antworten #13 am: 29. Juli 2019, 16:23:45 pm »

Sind Archäologen eigentlich auch Historiker ?  zwinker

Da Geschichte nichts weiter als eine papierlastige Hilfswissenschaft der Archäologie ist, würde ich das auf jeden Fall bejahen. :D
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« Antworten #14 am: 29. Juli 2019, 19:44:23 pm »

Wir hatten über die Jahre immer wieder mal die Diskussion, wer
für den Umgang mit unserem kulturellem Erbe zuständig ist:
- Historiker
- Kunsthistoriker
- Archäologen
- Architekten
- ....

Im Falle der Bodendenkmäler sind das die Archäologen; der Begriff der "Grabung"
ist ja allgegenwärtig. Zum "Umgang" mit dem Erbe gehört aber mehr; sicher auch die
Planung von Projekten, so wie lord3d das ausgeführt hatte.

Da gibt es sicher erhebliches Verbesserungspotential; auch in der Beteiligung anderer Disziplinen.

Das Thema ist vielfältig und unerschöpflich aber in der Realität oft nur Stückwerk.

Gruß  winke winke
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« Antworten #15 am: 30. Juli 2019, 14:56:16 pm »

Die Kaiserreichspfennige sind aber quasi auch das denkbar Blödeste Beispiel. Big grinsing

Da gibt es schon spannendere Sachen, lokale Beispiele: die Verbreitung des Bremer Notgelds in der Frühzeit der Weimarer Republik im niedersächsischen Umland; Handelsbereich bremischen Saatguts um 1900; Verteilung von Motivknöpfen anhand von Stern- und Blumenmustern; Entsorgung von NS-Militaria auf Feldern ... ich glaube, da gäbe es schon Dinge, an denen sich BA- und MA-Student*innen der Archäologie und Geschichte abarbeiten könnten.

Solche Fragestellungen kann man eigentlich auch ohne große Fundmeldung klären, siehe z.B. scheibenknopf.de

Im Detektorforum trägt jemand Fundorte frz. Nummerknöpfe in Deutschland zusammen. Solche Aktionen bringen wahrscheinlich mehr Erkenntnisse, als ein paar Fundmeldungen gewissenhafter Ehrenamtlicher, die wahrscheinlich nur lokal in einem Bundesland ausgewertet werden.

Schade, dass es zu wenige dieser privaten Initiativen gibt. Eine Datenbank, in der freiwillig Funde gemeldet werden können wie etwa bei UKDFD oder fibula.dk, wäre sehr wünschenswert.
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lord3d
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« Antworten #16 am: 30. Juli 2019, 15:32:05 pm »

Schade, dass es zu wenige dieser privaten Initiativen gibt. Eine Datenbank, in der freiwillig Funde gemeldet werden können wie etwa bei UKDFD oder fibula.dk, wäre sehr wünschenswert.

Private Initiativen sind total toll und ich denke auch, dass Vorschläge wie die, welche ich oben genannt habe, und andere, angesichts der klammen öffentlichen Kassen vor allem von privater Seite realisiert werden können. Das Problem mit privaten Datenbanken, privaten Websites etc. ist die begrenzte Lebensdauer. Irgendwann verliert der Ersteller das Interesse, spätestens die Erben schalten die Website fünf Jahre nach dem Tod ab, die letzte Festplatte mit der Datenbank landet irgendwo auf dem Speicher und wird da unlesbar. Es reicht ja, sich hier im Sucherforum Themen anzugucken, die fünf oder zehn Jahre alt sind. Wie viele Links zu Vergleichsfunden etc. funktionieren noch?

Und selbst große Internetseiten, wie die von dir zitierten Datenbanken, haben das Problem, dass sie technisch mit den Datenbanken der Länder nicht kompatibel sind, d. h. ggf. nicht einfach im Bestand übernommen werden können. So unhandlich und unvollständig bspw. das niedersächsische ADABweb auch sein mag – die Datengrundlage gibt's vielleicht in tausend Jahren noch. Deshalb würde ich sagen, dass eine staatlich verwaltete, öffentliche Plattform, die wiederum die Möglichkeit bietet, dass Forschungsresultate von Jedermann veröffentlicht werden können, als Ausgangspunkt für private Forschungsvorhaben am Besten ist. (und bevor das Argument kommt: das regelmäßige private Klonen einer solchen Website verhindert dann auch, dass alles verloren ist, sollten der Staats die Datenbank platt machen wollen. Deshalb öffentlich).

Gibt's nur leider nicht … bis dahin wäre sowas wie eine private Datenbank für Deutschland, die gut funktioniert und nicht von irgendwelchen zweifelhaften Gestalten betrieben wird, natürlich trotzdem eine schöne Sache.
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« Antworten #17 am: 31. Juli 2019, 13:20:36 pm »

Im Sucherforum haben wir glücklicherweise einige "privat" umgesetzte Fragestellungen,
sei es bei den Knöpfen oder bei den Bleiplomben.
Nur mal bei den oben festgepinnten Beiträgen hinsehen.

Gruß  winke winke
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Die Sucht ist größer als der Acker


« Antworten #18 am: 31. Juli 2019, 19:38:29 pm »

Moin,

hier mal ein bißchen Licht.

Es soll nicht jede Münze, Kugel oder Plombe eingemessen werden, sondern pro Acker eine Tüte mit einer Koordinate.
das geht, kann man machen.

Ist (noch) nicht für Niedersachen sondern nur Schaumburger Landschaft.

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« Antworten #19 am: 01. August 2019, 15:43:36 pm »

Es soll nicht jede Münze, Kugel oder Plombe eingemessen werden, sondern pro Acker eine Tüte mit einer Koordinate.
das geht, kann man machen.

Ist (noch) nicht für Niedersachen sondern nur Schaumburger Landschaft.

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Danke für die Info!  winke winke
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