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Autor Thema: Kratzer und feine Klinge  (Gelesen 504 mal)
Wiesenläufer
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« am: 12. Mai 2019, 15:11:02 pm »

Moin,

dieses winzige Klingenbruchstück und der kleine Kratzer lagen zwar beisammen aber etliche Meter abseits
der anderen eingemessenen Funde. Daher rechne ich die eigentlich nicht direkt zum Fundplatz dazu.

Diese beiden Teile befanden sich in unmittelbarer Kante eines Feuchtgebietes, während die anderen Funde
alle viel höher am Hang und auf dem Kuppenplateau lagen.

Frage 1) könnte die Zeitstellung älter sein ?
Frage 2) ist an dem Klingenbruchstück eine feine Kantenretusche zu erkennen ?

Gruß

Gabi
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« Antworten #1 am: 12. Mai 2019, 15:32:47 pm »



Der Kratzer ist ein Kratzer ..... und die kleine schmale klinge ist super abgelichtet!

Retuschen werden ja auch durch das streibende Abziehen auf einem Retuscher erstellt, also gegebenenfalls auch mal "in einem Zug". So sieht es an dieser kleinen Klinge aus. Allerdings ist sie beidseitig gebrochen sodass das Klingenfragment ja vollständig auch zu einer Spitze hätte auslaufen können.


Da mirkolithen in der REgel steil(er) lateral retuschiert sind erscheint diese kleinformatige Klinge zumindest dem gegenüber neolithisch bis Ende offen datieren.


lG Thomas   winke winke
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Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
Wiesenläufer
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« Antworten #2 am: 16. Mai 2019, 05:50:06 am »

Moin, Thomas,

dann werde ich auch den Zwischenraum nochmals näher betrachten.
Schließlich haben die sich auch bewegt und es wurde bewegt.

 Danke

Gruß

Gabi
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« Antworten #3 am: 16. Mai 2019, 21:51:09 pm »

Moin Gabi,

ich bewundere deine Fotos, die sind echt klasse, châpeau!

Der Kratzer hat ein schön patinierte Rinde und die Retuschen an der Lamelle sind sehr fein und gut abgelichtet.

Mesolithikum sehe ich, wie Thomas, aber eher auch nicht. Die Kratzer sind zeitlos und als Oberflächenfunde schwer bis unmöglich zu datieren. In der Form und der Größe gab es sie zwar bereits in der der späten Ertebøllezeit, aber vorrangig im ausgehenden Neolithikum bis in in Bronzezeit. Und die Lamelle hat nichts mikrolitisches. Lamellen haben ihre Bedeutung als spezielle Werkzeugform bis in die Bronzezeit und sind abhängig von der Kerngröße. Je weiter die Kerne abgearbeitet waren, umso eher wurden vermehrt Lamellen produziert.

LG
Holger
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« Antworten #4 am: 17. Mai 2019, 00:08:45 am »

Moin,

da schleppst Du ja wieder feine Sachen an Gabi.  Danke

Der Kratzer hat ja ein dicke porzellanartige Patina  Ein Auge drauf werfen die passt gut zu einem Feuchtgebiet.

Das zweite Stück, die "Klinge", hat Holger dankenswerterweise richtig gestellt, es ist eine Lamelle.  Super

Leider kann ich die Enden nicht richtig erkennen, @ Gabi, sind beide Enden gebrochen, wie
es so häufig bei Lamellen vorkommt? Mitunter sind die auch endretuschiert.

Und eine Frage zur Retusche, wie ist die angelegt, steil wie ein Rücken / Schäftungshilfe
oder eher flach, spitz auslaufend?

Mit solchen Teilen wurden ja Pfeile und Harpunen (Geweih) bestückt - wäre das eine Option?

@ Holger - weil Du mikrolitisches ausschließt -  sind Mikrolithen ausschließlich dreieckig / trapezoid oder gibt es auch lamellenförmige?

Gruß

Jürgen

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« Antworten #5 am: 17. Mai 2019, 05:52:26 am »

Moin,

wenn ich es schaffe, die Enden der Lamelle abzulichten  Nixweiss, hänge ich sie hier noch an.

Das Bruchstück ist so klein, dass ich es mit meinen "Arbeiter-Händen" kaum richtig halten kann.  zwinker

Gruß

Gabi
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« Antworten #6 am: 17. Mai 2019, 13:03:58 pm »

Moin,

da schleppst Du ja wieder feine Sachen an Gabi.  Danke

Der Kratzer hat ja ein dicke porzellanartige Patina  Ein Auge drauf werfen die passt gut zu einem Feuchtgebiet.

Das zweite Stück, die "Klinge", hat Holger dankenswerterweise richtig gestellt, es ist eine Lamelle.  Super

Leider kann ich die Enden nicht richtig erkennen, @ Gabi, sind beide Enden gebrochen, wie
es so häufig bei Lamellen vorkommt? Mitunter sind die auch endretuschiert.

Und eine Frage zur Retusche, wie ist die angelegt, steil wie ein Rücken / Schäftungshilfe
oder eher flach, spitz auslaufend?

Mit solchen Teilen wurden ja Pfeile und Harpunen (Geweih) bestückt - wäre das eine Option?

@ Holger - weil Du mikrolitisches ausschließt -  sind Mikrolithen ausschließlich dreieckig / trapezoid oder gibt es auch lamellenförmige?

Gruß

Jürgen

Hallo Jürgen, hallo zusammen,

nach Lutz Fiedler sind Mikrolithen "kleine Schneiden-Einsätze für Werkzeuge und Waffen in Form eines retuschierten Lamellenfragments." Daraus könnte man schließen, dass es auch lamellenförmige Mikrolithen gibt. Allerdings schreibt er weiter: " Mikrolithen sind in Afrika, Europa,... benutzt worden; in Amerika wurden keine typischen Mikrolithen hergestellt, wohl aber Lamellen als Einsätze für Messer und Waffen gebraucht." (Quelle: Altsteinzeit von A-Z) Er unterscheidet somit deutlich zwischen Mikrolithen und Lamellen. Deutlich wird dies auch durch die Abbildungen in dem Buch unter "Mesolithikum D", wo auschließlich geometrische Formen als Mikrilithen abgebildet sind.

Bei Gabis Stück liegt wohl ein mediales Lamellen-Fragment vor, zumindest deuten die Fotos darauf hin. Wir wissen also nicht, wie die Enden aussahen. Es kann natürlich sein, dass eine Spitze oder ein trapezförmiges Ende ausgebildet war. Daher gehe ich zunächst von einer Lamelle aus.

LG
Holger



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« Antworten #7 am: 17. Mai 2019, 17:01:09 pm »

Moin,

ich habe  zwei Fotos machen können und hoffe, man kann die Bruchstelle erkennen.


Die Retusche beginnt steil und wird dann etwas flacher zur dreieckigen Bruchstelle hin.

Gruß

Gabi
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« Antworten #8 am: 17. Mai 2019, 17:20:08 pm »

Moin,

@ Gabi,

finde ich gut - das Ding ist schließlich mikro winzig  Super

Allein das unterste Bild kann ich nicht deuten, auf welche Fläche / Seite schaut man drauf? Ein Auge drauf werfen


@ Holger, Danke für Deine Ausführung.

Gruß

Jürgen
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« Antworten #9 am: 17. Mai 2019, 17:52:03 pm »

Moin,

@ Jürgen,

das unterste Bild ist die Ventralfläche, die dreieckige Bruchstelle befindet sich rechts.

Gruß

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« Antworten #10 am: 17. Mai 2019, 18:12:40 pm »

 Danke

Ein Auge drauf werfen  Super  Danke

 Unschuldig  Und ich sage...
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« Antworten #11 am: 17. Mai 2019, 20:44:36 pm »

Das letzte Foto macht mich doch etwas stutzig Unschuldig
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« Antworten #12 am: 17. Mai 2019, 21:33:32 pm »

Das letzte Foto macht mich doch etwas stutzig Unschuldig

Sach an - hört ja keiner  It's cool man
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« Antworten #13 am: 17. Mai 2019, 23:11:40 pm »

Kann es sich um eine partielle Rückenstumpfung handeln? Ein Auge drauf werfen Würde dann in Richtung rückenretuschiertes Messer gehen, oder seh ich das falsch?
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« Antworten #14 am: 18. Mai 2019, 00:35:12 am »

Kann es sich um eine partielle Rückenstumpfung handeln? Ein Auge drauf werfen Würde dann in Richtung rückenretuschiertes Messer gehen, oder seh ich das falsch?

Moin Holger,

würdest Du nicht falsch sehen, dahin gehen meine Gedanken.
So gut auch Gabis Fotos sind, kann ich auch aufgrund mangelnder Erfahrung das nicht definitiv bestimmen.

Da müssten dann noch weitere Fundbelege her. Die Zeitstellung wäre bei Gabi nicht das Problem,
bis Spätpaläolithikum geben ihre Äcker sicher was her.

Gruß

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« Antworten #15 am: 18. Mai 2019, 00:50:31 am »

Moin,

ich würde die Funktionsfläche bei diesem Stück auf der nicht retuschierten Kante vermuten.

mfg
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« Antworten #16 am: 18. Mai 2019, 01:19:46 am »

Moin,

yep, dass nicht retuschierte Kanten trefflich schneiden ist ja bekannt und belegt, dass es gemacht wurde.

Gruß

Jürgen
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