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Autor Thema: Knopf mit (Kölner) Wappen  (Gelesen 374 mal)
solaire
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« am: 01. April 2019, 07:13:17 am »

Hallo und guten Morgen zusammen,
vergangenes Wochenende ist mir unter anderem dieser kleine „Wappenknopf“ untergekommen,
zu welchem ich die ein oder andere Frage hätte; vielleicht ist einer der Knopfexperten so freundlich
und kann mir kurz weiterhelfen ...

Die Vorderseite zeigt im unteren Bereich das kleine Kölner Wappen (11 Flammen, 3 Kronen),
im mittleren Bereich einen „Ritterhelm“ und in den Randbereichen florale Elemente (Lilien ect.).
Rückseite mit Öse und „EXTRA FEIN“. Alter vermute ich Mitte 19. Jh. oder jünger.

Weiß jemand ab wann der Begriff „EXTRA FEIN“ auf Knöpfen verwendet wurde
und kann zufällig jemand etwas mit dem dargestellten Wappen anfangen?
Geht es in Richtung „Familienwappen“ oder sind wir hier eher im Bereich des Brauchtums/Karnevalsverein?

Besten Dank für den ein oder anderen Hinweis, viele Grüße!


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solaire
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« Antworten #1 am: 01. April 2019, 07:15:26 am »

ups, hier noch die vorderseite
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stratocaster
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« Antworten #2 am: 01. April 2019, 14:30:35 pm »

Ab wann EXTRA FEIN verwendet wurde, kann ich Dir nicht genau sagen.
Der Erfahrung nach würde ich auf ca. ab 1880 tippen.
Das dargestellte Wappen hat alle heraldischen Merkmale.
Im Unterschied zu anderen Versionen vom "kleinen Kölner Wappen" ist hier keine Krone dargestellt
sondern ein Bügelhelm, was für ein Rittergeschlecht sprechen könnte.
Einen weiteren Hinweis könnt die Helmzier geben, d.h. diese 7 "Halme" oben auf dem Helm.
Vielleicht hilft Dir das weiter.

Gruß  winke winke
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Schwabe
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« Antworten #3 am: 01. April 2019, 15:15:54 pm »

Bei der Helmzier dürfte es sich meines Erachtens um 7 Pfauenfedern handeln - vielleicht auch Straussenfedern.
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solaire
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« Antworten #4 am: 01. April 2019, 15:18:26 pm »

Hallo Stratocaster/Schwabe,
besten Dank für eure Antworten;
„EXTRA FEIN“ Ende 19. Jd. könnte sehr gut passen!

Ich habe zu dem Wappen mal etwas geschaut, bin aber nicht wirklich weiter
fündig geworden; einzig das Wappen der „Weissen Burg Friedheim/Erftstadt“
zeigt auf den ersten schnellen Blick gewisse Ähnlichkeiten: Kölner Wappen,
Ritterhelmreste, florale Elemente und Reste von "Pfauenfedern" am Helm ...
Ich werde aber auch einfach mal den Eigentümer der Ackerflächen dazu ansprechen,
die Familie ist alteingesessen und vielleicht ist die Lösung ja so banal, dass
dieser Knopf das Familienwappen zeigt - wer weiß  Unschuldig

Viele Grüße!  winke winke




(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Friesheim-Wei%C3%9Fe-Burg-Wappen-007.JPG)
Urheber : Horsch, Willy

Hier sieht man das Wappen noch mal etwas besser:

http://www.burgerbe.de/wp-content/uploads/2014/05/Weisse-Burg-Friesheim-Wappen.jpeg
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steinfos
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« Antworten #5 am: 01. April 2019, 20:41:31 pm »

Moin,  winke winke

bei Fragen zu Wappen, würde ich das mal ins Heraldikforum reinsetzen. Da würde mir auch schon ein paar mal sehr kompetent geholfen, bei Fundstücken mit unbekannten Wappen.

Gruß,
Peter
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solaire
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« Antworten #6 am: 02. April 2019, 06:53:09 am »

Moin Peter,
besten Dank für den Tipp  Super
Grüße zurück!
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stratocaster
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« Antworten #7 am: 04. April 2019, 11:17:06 am »

Mich hat doch noch die Frage beschäftigt, ab wann auf der Rückseite von überwiegend
Militärknöpfen Aufschriften wie "EXTRA FEIN" oder "HOCHFEINE QUALITÄT" zu finden sind.
Ich habe dazu im Buch "Fliegt in alle Länder und empfiehlt uns" geblättert.
Das ist eine Festschrift von 1996 zum 70. Geburtstag von Walter Hostert und enthält mehrere
lesenswerte und offensichtlich gut recherchierte Artikel über die Knopfindustrie im
Bergischen Land (Lüdenscheid, Wuppertal, Attendorn, usw.).
ISBN 3-929614-20-9

Zu lesen ist, dass es bereits 1861 im bergisch/märkischen Kreis 42 Knopfhersteller mit 2421 Beschäftigten gab.
Zu dieser Zeit begann auch eine industrielle Maschinenfertigung von Knöpfen, wobei
der Bedarf vor allem aus dem Militär kam. Der Bedarf stieg stetig und damit auch die Zahl von Fabrikanten.
Es wird berichtet, dass man sich - natürlich auch aus Kostengründen - gegen Konkurrenz
aus England und Frankreich durchsetzen musste; und (die Zeiten haben sich wohl überhaupt nicht geändert)
auch gegen Billigimporte aus Böhmen. Man hat daraufhin mit dem Argument "Qualität" dagegen gehalten.

Insofern - obwohl das in dem Buch so genau nicht zu lesen ist - könnte ich mir gut vorstellen,
dass "EXTRA FEIN" usw. schon um 1870 herum eingeführt worden ist.

Sehenswert in diesem Zusammenhang ist übrigens das Museum in Lüdenscheid.
Leider sind dort überwiegend Vorderseiten von Knöpfen zu sehen, aber auch Mustertafeln
der verschiedenen Hersteller.
Lüdenscheid ist mir mittlerweile zu weit weg; es wäre schön, wenn jemand aus der Gegend
oder bei Gelegenheit mal dort reinschauen könnte, um die Frage von solaire besser beantworten zu können.

Gruß  winke winke
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solaire
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« Antworten #8 am: 04. April 2019, 17:47:31 pm »

Hallo Stratocaster,
vielen Dank für deine ergänzende und informative Antwort - klasse!
Das „EXTRA FEIN“ um ca. 1870 eingeführt wurde, läßt sich ja so
zumindest schon einmal als Anhaltspunkt sehr gut merken …

Das Knopfmuseum in Lüdenscheid ist mir ein Begriff,
auch wenn ich bisher selbst noch nicht dort war.
Wenn alles paßt, fahre ich um die Ostertage einfach mal hin;
das läßt sich dann gut mit einem Besuch bei Freunden im
Sauerland verbinden. Von hier aus ist das auch keine Weltreise
und ich versuche von dort ein paar Infos & Fotos mitzubringen ...

Grüße zurück  winke winke

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solaire
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« Antworten #9 am: 11. April 2019, 16:38:49 pm »

Hallo zusammen,
heute habe ich es ins Lüdenscheider Musem geschafft. Es ist so, wie Stratocaster schon bemerkte, ein Kunst- und Industriemuseum mit einer Abteilung, welche einen schönen Überblick über die Entwicklung der Knöpfe bietet; vom bronzezeitlichen Exponat über militärische Knöpfe bis hin zum neuzeitlichen Verschluß.
Da ich ja überwiegend nur Knöpfe in Ackerqualität kenne, fand ich die dort gezeigten schon beeindruckend   grins
(Viele Informationen zu den Knöpfen finden sich auch in den Hostert-Büchern; wer aber in der Nähe ist, sollte ruhig einmal vorbeischauen
(das Museum wird aber in naher Zukunft wohl etwas umgebaut/umstrukturiert)

Ich hatte dann auch die Möglichkeit den Leiter zu sprechen, nur leider konnte er mir keine weiteren verbindlichen Informationen zum Fundknopf selbst bzw.
zur frühesten Verwendung von „EXTRA FEIN“ liefern. (Stratocaster hat dazu in #7 schon alles wichtige und relevante geschrieben  Super)
„EXTRA FEIN“ war seiner Meinung nach ca. Mitte des 19. Jh. ein Hinweis der Knopfproduzenten, um sich von der Konkurrenz abzusetzen und den eigenen Qualitätsanspruch zu unterstreichen. Mehr oder weniger eine Art „Werbebotschaft“.

Einen nicht identischen aber ähnlichen Kölner-Wappenknopf habe ich dann noch in „Geknöpfte Heraldik“ (Hostert, S.15) gefunden.

Viele Grüße!  winke winke

Anbei ein paar ungeordnete Impressionen …
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