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Autor Thema: Eine Pfeilspitze aus einem Beilklingenabschlag  (Gelesen 261 mal)
thovalo
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« am: 14. März 2019, 21:20:39 pm »


Hallo und guten Abend!

Dies ist eine komplette unbeschädigt überlieferte neolithische Pfeilspitze von mehr als 300 Belegexemplaren des betreffenden Fundareals auf dem Ufer des rechten Niederrheins. Als Besonderheit wurde das Projektil aus einem Abschlag von einer Silexbeilklinge gefertigt. Dorsal ist noch die Teilpartie der beschliffenen Oberfläche der Beiklinge erhalten geblieben. Verwendet wurde eine Beiklinge aus Niederländischen Simpelveldfeuerstein. Die Projektile dort sind aus allen möglichen Silicexvarietäten gearbeitet worden, die mit Ausnahme des sogenannten "Maaseifeuersteins", von anderen Orten, zumeist aus den Niederlanden, Belgien und gelegentlich auch aus Frankreich her eingeführt wurden. Daneben wurde auch ein Anteil "nordischen Feuersteins" verwendet.

Raffiniert wurde die ventrale Retuschierung lediglich im Bereich des Bulbus flächig ausgeführt der an der Spitze des Projektils liegt.


lG Thomas  winke winke

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Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
Steinkopf
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« Antworten #1 am: 14. März 2019, 22:12:43 pm »

Eine feines und sehr speziell angefertigtes Projektil!

Interessant ist auch der von Dir geschilderte Material-Hintergrund.

LG

Jan
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feldspat
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« Antworten #2 am: 14. März 2019, 22:56:37 pm »

 Boooa Boooa Boooa
die ist ja wunderschönen!! Sehr tolles Stück!
Beste Grüße
Christian
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Wiesenläufer
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« Antworten #3 am: 15. März 2019, 06:37:45 am »

Moin Thomas,

eine schöne Pfeilspitze!
da sieht man wieder, wie praktisch veranlagt die Menschen von damals gewesen waren.
 
Mich würde mal interessieren, in welchem Zeitraum (Jahre,Jahrzehnte), die über 300 Belegexemplare zusammen gekommen sind.

Gruß

Gabi
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steinfos
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« Antworten #4 am: 15. März 2019, 09:16:49 am »

Moin Thomas,

ein wirklich schönes Stück! Boooa
Ich lese deine wirklich interessanten Beiträge immer mit großem Interesse! Super

Viele Grüße
Peter
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thovalo
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« Antworten #5 am: 15. März 2019, 19:34:49 pm »

Moin Thomas,

eine schöne Pfeilspitze!
da sieht man wieder, wie praktisch veranlagt die Menschen von damals gewesen waren.
 
Mich würde mal interessieren, in welchem Zeitraum (Jahre,Jahrzehnte), die über 300 Belegexemplare zusammen gekommen sind.

Gruß

Gabi



In einem Zeitraum von 14 Jahren insgesamt mehr als 300 Pfeilspitzen und zusätzlich mehr als 300 Pfeilschneiden.


lG Thomas  winke winke
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Wiesenläufer
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« Antworten #6 am: 15. März 2019, 21:28:07 pm »

Danke Dir, für die Antwort.

Eine enorme Menge die zusammen gekommen ist.
Ganz schön beeindruckend aber auch über einen langen Zeitraum gesammelt.   Boooa

Gruß

Gabi
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(Nicht auf meinem Mist gewachsen)
thovalo
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« Antworten #7 am: 15. März 2019, 21:51:19 pm »

Danke Dir, für die Antwort.

Eine enorme Menge die zusammen gekommen ist.
Ganz schön beeindruckend aber auch über einen langen Zeitraum gesammelt.   Boooa

Gruß

Gabi


Ich begehe das Fundareal Jahr für Jahr mehrfach systematisch. Daraus hat sich eine enorme Sammlung ergeben die eine ungewöhnliche Geschichte des Platzes umfassend dokumentiert. Dabei lese ich immer das gesamte archologisch relevante Materiel auf, jeden noch so kleinen Abschlag, die Keramik, die Glas- und auch die Metallfunde. Warum dort so viele unbeschädigt bis weitgehend gut erhalten gebliebene steinzeitliche Artefakte aus verschiedenen Feuersteinvarietäten zurück geblieben sind ist eine spannende und immer noch offene Frage. Und warum ein solcher Platz mitten in einer Region ohne eigene nennenswerte Feuersteinvorkommen liegt ist auch ein Rätsel. Bislang sieht es nicht so aus als ob das Fundaufkommen dort in absehbarer Zeit ein Ende hätte.


lG Thomas
« Letzte Änderung: 15. März 2019, 21:56:44 pm von thovalo » Gespeichert

Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
Birk
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« Antworten #8 am: 16. März 2019, 08:10:42 am »

Moin Thomas,
 was soll ich mehr sagen ausser  KLASSE.  grins  Die Spitze ist echt super.  Ganz zu schweigen von deiner Aussdauer.  Wobei auf solch einem Platz die Motivation auch sehr hoch sein wird.
Wurde aufgrund der vielen Funde,gerade Projektiele, noch nier in erwägung gezogen diesen Platz zu graben ? 

Gruß
  Thomas
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thovalo
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« Antworten #9 am: 17. März 2019, 13:07:02 pm »

Moin Thomas,
 was soll ich mehr sagen ausser  KLASSE.  grins  Die Spitze ist echt super.  Ganz zu schweigen von deiner Aussdauer.  Wobei auf solch einem Platz die Motivation auch sehr hoch sein wird.
Wurde aufgrund der vielen Funde,gerade Projektiele, noch nier in erwägung gezogen diesen Platz zu graben ? 

Gruß
  Thomas


Hallo Thomas!

Die Motivation und das hohe Fundaufkommen stehenabsolut in Zusammenhang. Leider ist das Fundgelände soetwa wie ein archäologischens Freilichtmuseum. Über ie Jahre fandene sich germanische Hofestellen, eine spätantike Siedliungsgründung bis in ottonische Zeit mit Eisenvrearbeitung, Buntmetallverarbeitung, Glasverarbeitung, zwei fränkisches Hofesstellen und dann noch große Flächen mit enorm reichen Fundaufkommen steinzeitlicher Artefakte. Die zuständige Stadt hat im auszausch mit der übergeordneten stelle angegeben den gesamtn Bereich als Flächenbodendenkmal auszuweisen. Das wr, wie da immer, eine Finte, die aber auch geduldet wird. Da ist gar nichts passiert. Wobei drei Sondagegrabungen direkt ein reiches Befundaufkommmen im ergrabenen Bereich der spätantiken Siedlungsgründung belegt hat. Hier hat der Einfluss der Großindustrie und die Anpassungsneigung der Stadtverwaltung ihren bösen Haken.

Es liegen in der Fläche zwei Rössener Siedlungsplaätze, zwei Bischheimer, ein sehr großer Bereich dmit Funden der Michelsberger Kultur, Siedlungensstellen der im Rheinland bislang noch keum bekannten späten Jungsteinzeit und endenoliethische Plätze dicht an dicht.


Die Urgeschichte der Universität Köln hat eine neue Leitung und darin sehe ich eine Chance für den Platz, denn Fr. Prof. Dr. Scharl hat eine Prospektion der Universitäten Bonn und Köln dort mit begleitet und weiss um den wissenschaftlichen Reichtum des Ortes.


liebe Grüße und einen schönen Sonntag!


Thomas  winke winke
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Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
Birk
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« Antworten #10 am: 17. März 2019, 16:41:15 pm »

Moin Thomas, schön dranbleiben und nicht einlullen lassen. Super  Der Platz dankt es dir. zwinker

Gruß
  thomas
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thovalo
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« Antworten #11 am: 17. März 2019, 20:33:11 pm »

Moin Thomas, schön dranbleiben und nicht einlullen lassen. Super  Der Platz dankt es dir. zwinker

Gruß
  thomas


Ja, ich bin das auf der Hut!     Reiter


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