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Autor Thema: Buchtschaber?  (Gelesen 468 mal)
feldspat
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« am: 07. Januar 2019, 21:35:03 pm »

Servus,
dieses Stück stammt von einem bandkeramischen Acker der schwäb. Ostalb.
Ich meine in der Aussparung Retuschen zu erkennen, die auch regelrecht glänzen. Könnte dies in Richtung Buchtschaber gehen, oder ist hier nur gerade der Wunsch Vater des Gedankens?
Beste Grüße
Christian
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feldspat
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« Antworten #1 am: 07. Januar 2019, 21:35:55 pm »

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RockandRole
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« Antworten #2 am: 07. Januar 2019, 21:45:16 pm »

Servus Christian,

von hier sieht das gut aus  Ein Auge drauf werfen Buchtschaber ist ein Werkzeug des Paläolithikums in deinen Breiten. Ich würde das schöne Werkzeug als gebuchteter Klingenkratzer bezeichnen. LBK passt, denke ich.

Liebe Grüße Daniel
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gefährliches Drittelwissen
Levante
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Wer suchtet der findet....


« Antworten #3 am: 07. Januar 2019, 22:52:52 pm »

Guten Abend,

sehr interessant, ich habe diese Ausbuchtungen oft im schmalen Beriech (Schneide) von Klingen Bruchstücken, sind das dann auch Buchtschaber (Klingen in 2t Verwendung) ? LBK passt hier zeitlich auf alle Fälle. Ich bringe am Samstag einige Beispiele mit.

LG

Patrick
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Nicht nur ein Scherben (Keramische Fragmente) Sucher sondern auch ein Scherben (Keramische Fragmente) Finder. grins
Danske
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« Antworten #4 am: 07. Januar 2019, 23:31:10 pm »

Servus Christian,

interessantes Stück, bei der Bezeichnung würde ich mit Daniel anschließen, Klingenkratzer mit konkaver Endretusche. LBK könnte passen.

LG
Holger


 
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Danske
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« Antworten #5 am: 07. Januar 2019, 23:31:48 pm »

Ich bringe am Samstag einige Beispiele mit.

LG

Patrick

[/quote]

 Super
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feldspat
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« Antworten #6 am: 07. Januar 2019, 23:33:09 pm »

Vielen Dank für die Bestimmung grins
Beste Grüße
Christian
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hargo
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« Antworten #7 am: 08. Januar 2019, 01:39:58 am »

...

interessantes Stück, bei der Bezeichnung würde ich mit Daniel anschließen, Klingenkratzer mit konkaver Endretusche. LBK könnte passen.
 

Ich sehe "nur" eine konkave Endretusche. Warum Klingenkratzer?

mfg
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« Antworten #8 am: 08. Januar 2019, 08:50:55 am »

Moin Hargo,

meinst du nicht, das ist ein Funktionsende? Warum sollte man sich die Mühe machen und eine konkave Endretusche an eine Klinge anbringen wo es eine normale vielleicht auch getan hätte!?!

Liebe Grüße Daniel
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palaeo1
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« Antworten #9 am: 08. Januar 2019, 09:18:32 am »

Ich sehe "nur" eine konkave Endretusche. Warum Klingenkratzer?

mfg

Sehe ich genau so !

Gruß
palaeo1
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« Antworten #10 am: 08. Januar 2019, 09:22:17 am »

meinst du nicht, das ist ein Funktionsende?

auch eine konkave Endretusche ist ein Funktionsende und eine feststehende Definition.
Gruß
palaeo1
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« Antworten #11 am: 08. Januar 2019, 12:05:04 pm »

Servusle,

ok, dann eben so   Frieden?  Klinge mit konkaver Endretusche. Was kann man über die Funktion sagen?

Liebe Grüße Daniel
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StoneMan
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« Antworten #12 am: 08. Januar 2019, 13:25:48 pm »

Moin,

Servusle,

... Was kann man über die Funktion sagen?


ohne Gebrauchsspurenanalyse nicht viel.

Als Beisspiel ein paar Auszüge aus einem Offa Sonderdruck (Band 42 - 1985) der mir vorliegt:
Zur Funktion der modifizierten Klingen aus Siggeneben-Süd
- ein Beispiel für ihren Gebrauch im Frühneolithikum
Von Thomas Schulte im Walde und Ute Strzoda, Köln

In diesem Offa-Beitrag werden Ergebnisse einer gebrauchsspurenanalytischen Untersuchung vorgestellt.

Zitat:
Seite 246
Klingen mit konkaver Endretusche
An vier konkav endretuschierten Klingen und einem
Bruchstuck läßt sich aufgrund der starken Sedimentpolitur
die Bearbeitung eines bestimmten Werkstoffes
nicht erkennen. Eine Klinge (Taf.2, 1), deren Lateralkanten
Verrundungen und Aussplitterungen aufweisen,
legt eine Benutzung - welcher Art auch immer - nahe.

Die konkave Retusche eines Bruchstückes (Taf. 2, 4)
zeigt ebenfalls keine Gebrauchsspuren. Hier ist jedoch
auf den Ecken der ventral stark konkav gebogenen
Bruchkante eindeutig ein Residuum nachzuweisen, das
mittels Salzsäure entfernt werden konnte. Daß das Gerät
nur kurzfristig in Gebrauch war, beweist die fehlende
Politurausbildung. Das Residuum wird auf die Bearbeitung
von Knochen, Geweih oder Fleisch zurückzuführen
sein.

Zitat Ende

Auch bei den folgenden "Gestielten Hohlendklingen" kann man sehen, wie schwierig das
auch mit wissenschaftlichen Methoden ist.

Zitat:
Gestielte Hohlendklingen
[...]
So können wir bei zwei Klingen weder zu den bearbeiteten
Werkstoffen noch zu etwaigen Arbeitskanten
Aussagen machen. Bei einer weiteren Klinge (Taf. 2,3)
läßt sich eine Benutzung schwach erkennen. Die hohle
Endretusche kann zwar als Funktionsende angesprochen werden,
einen nähere Bestimmung des Werkstoffes ist jedoch wegen
der überprägenden Patina unmöglich.
[...]
Da an einem Stück (Taf.2,2) die Patina nur abschnittsweise
ausgebildet ist, können wir die Gebrauchsspuren
sicher bestimmen. Demzufolge wurden
beide Lateralkanten zum Lederschneiden verwendet;
ob auch hier die Endretusche als Funktionsende anzusehen
ist, bleibt infolge der extremen Patina offen.
[...]


Zitat Ende

Gruß

Jürgen

PS Dank Regenwetter sowie copy&paste... ;-)
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Das Gefühl und mit dem Herzen zu sehen, antwortet die Seele.
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« Antworten #13 am: 08. Januar 2019, 17:11:49 pm »

Hallo,

Diese Klinge läuft zu ihrem (distalen) Ende im Querschnitt zu einem Dreieck mit kräftigen Mittelgrat zu.
Eine so unterschiedlich dicke Kante zu retuschieren ist eine rechte Herausforderung.
Wenn ich dies recht sehe, ist das mittig dicke Teil mit einem kräftigen Schlag abgetrennt worden.
Dabei ist diese Bucht entstanden. Die Struktur in der verbliebenen 'Höhle' spricht dafür: Bilder 9760 9761 9764.
Vom Umriss her eine Bucht - aber ist da eine wirkungsvolle Arbeitskante? Nach Nildern schlecht zu erkennen.

Konkave Endretuschen findet man zumeist auf flachen Klingen zumeist als Arbeitskante oder auch Fingerschutz?

Neben Retuschen gibt es auch Kerben, die eine Bucht schaffen. In manchen Gegenden Frankreichs
tauchen z. B. Klingenenden auf, die zum Zwecke einer Schäftung auf beiden Enden solche Kerben tragen.
Der Begriff Kerbe ist dann vielleicht passender, wenn es keine erkennbar retuschierte Arbeitskante gibt.
Klinge oder Messer mit Kerbe "...à encoches" (Bild)

Zur Verwendung von Christians Fundstück fällt mir - außer diesem technischen Aspekt - nichts ein.


LG

Jan
« Letzte Änderung: 08. Januar 2019, 18:25:46 pm von Steinkopf » Gespeichert
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« Antworten #14 am: 08. Januar 2019, 21:22:13 pm »

Was kann man über die Funktion sagen?
Wie Jürgen schon richtig sagt, ohne Gebrauchsspurenanalyse lässt sich nichts Definitives sagen. Das wird individuell unterschiedlich gewesen sein. Bei den Stücken, die bei mir liegen, ist von der Bearbeitung härteren Materials, wie Knochen oder Holz auszugehen. Aber das kann man nicht pauschalieren.

LG Klaus
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« Antworten #15 am: 09. Januar 2019, 07:50:49 am »

Guten Morgen,

na das ist doch aber schon was. Mir reicht es schon zu wissen, was man vermutlich generell mit solchen Artefakten aus einem Oberflächenzusammenhang bearbeitet hat  grins
Ich kann mir auch vorstellen, dass man sich recht abmühen musste bei deren Herstellung, wie von Jan schon angemerkt. Danach hat man aber ein stabiles Werkzeug für vermutete Materialien.

Liebe Grüße Daniel
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« Antworten #16 am: 09. Januar 2019, 20:24:01 pm »

Vielen Dank an alle grins
Schon interessant, dass sich hier nicht wie bei anderen Hobbies alles in eine Schublade stecken lässt.
Beste Grüße
Christian
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