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Autor Thema: Aufruf zur Mäßigung  (Gelesen 1792 mal)
SMF2
Knecht
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Beiträge: 12



« am: 17. April 2018, 22:37:59 pm »

Liebe Goldsucher,
in tiefer Sorge um unser Hobby starte ich diesen Aufruf. Es hat mir lange wiederstrebt, mit diesem Thema an euch heranzutreten, aber nun muss es leider sein.

Seit ich als Kind in der Westfalenpost die ersten Zeitungsartikel übers Goldwaschen ausgeschnitten habe, hat mich das Goldfieber gepackt. Ich bin schon in vielen Bächen in Deutschland und Ausland unterwegs gewesen und habe so manches gesehen und erlebt. Dies erwähne ich nicht, weil ich mich als Profi oder „Alter Hase“ oder sonstwas sehen würde oder Selbstbeweihräucherung betreiben will. Nein, ich habe in meinem Leben noch lange nicht genug Gold gefunden, habe noch unendlich viel zu lernen und will dieses Hobby einfach nicht an den Nagel hängen. Aber ich habe selbst erlebt, wie sich die Zeiten ändern. Und grade deshalb erfüllt es mich mit Sorge, was in letzter Zeit so abgeht.

Gefühlt seit den „D-max-Goldrausch“-Zeiten gibt es immer mehr Leute, die mit motorisiertem Gerät losziehen und in selbstdarstellerischer Weise, insbesondere auf youtube etc., aggressiv Werbung für unser Hobby machen. Gefühlt tragen grade die kommerzialisierung, die motorisierte Goldsuche und die Zurschaustellung guter Goldfunde im Internet erheblich zur Verbreitung unseres geliebten Hobbies bei.  Ich gönne wirklich jedem aufrichtigen Goldsucher seine Funde von Herzen, egal ob es ein paar Flitter oder ein paar Gramm oder Unzen sind. Nur leider hat es sich heute so eingebürgert, dass jeder Anfänger nicht mit Schleuse, sondern mit Highbanker (und wenn er könnte, gleich mit der Dredge) loszieht und sich dabei oft einen S**** um Naturschutzgebiete und dergleichen kümmert.

Ist motorisierte Goldsucher per se umweltschädlich oder illegal? Erstmal nicht. Aber wir alle sollten erkennen, dass unserem Treiben Grenzen gesetzt sind. Je mehr wir finden und zeigen, desto mehr Anreize gibt es für andere Leute, es uns gleichzutun. Mit mehr aktiven Goldsuchern gibt es auch mehr Einfluss auf die Natur und unweigerlich mehr Probleme. Wenn ein Mountainbiker durch den Wald brettert, grüßt der Förster noch freundlich. Tun das 100 Leute am Tag, gibt es sehr bald Regeln und oft noch ein Verbot. Ist genauso hier passiert. Da kann man sich noch so korrekt verhalten, es macht einfach die Masse. Ganz egal wie umweltfreundlich das Bike an sich ist, das ist garnicht das Thema. Die Menge macht das Problem.

Seien wir doch ehrlich, Geld verdient außer den Herstellern von Ausrüstung hier niemand. Selbst wenn ich in ner guten Kurve mal eine Unze fördere, wieviel Zeit und Mühe und Benzingeld fürs Auto ist vorher beim prospektieren draufgegangen? Muss es denn unbedingt der motorisierte Highbanker sein, oder tut es nicht auch die Pfanne oder die Rinne mit Kübel? Macht mich die Unze soviel glücklicher (besser, toller, schöner, profihafter) als das Gramm oder ein paar Flitter? Manch einer wird jetzt sagen, hui, den zerfrisst jetzt wohl der schiere Neid über XX´s guten Funde. Hält es wohl net aus wenn andere Leute tolle Sachen posten.  Glaubt´s mir mal, ich brauche keine xkg selbstgewaschenes um glücklich zu sein. Das Gefühl des ersten Flitters Rheingold an den Isteiner Schwellen kann eh nix toppen.

Aber die Gier nach Gold ist leider unermesslich, und davon kann ich mich selbst auch nicht ganz freisprechen. Jeder will viel finden, und ich selbst will natürlich immer am meisten. Aber Goldwaschen ist immer ein Eingriff in die Natur. Auch wenn manche von uns heute schon (lobenswerterweise) mit Landratsämtern und Behörden zusammenarbeiten und sich Genehmigungen einholen, so sind wir doch letztlich nur geduldet und sollten die Geduld nicht überstrapazieren.

Die Verbreitung des Hobbies „Goldwaschen“ wird langfristig leider unweigerlich zum Niedergang desselben beitragen. Die Freiheiten, die wir heute genießen, werden wir mehr und mehr verlieren.

Es hat in letzter Zeit schon genug Verbote gegeben. Schaut nach Disentis, schaut in die Ostschweiz, schaut an den Grossbach bei Enkirch, schaut nach Thüringen, schaut an die Schwarza. Schaut wie es den Sondengängern in den letzten 10 Jahren ergangen ist. Um weitere Reglements werden wir nicht herumkommen, es ist nur eine Frage der Zeit.

Nennt mich einen Träumer, nennt mich einen Deppen und nennt mich gerne auch einen Idioten. Aber denkt bitte bei allem was ihr tut und zeigt auch an die Zukunft unseres Hobbies!

Ich hoffe inständig, dass ich mich irre und alles nur halb so wild ist. Bin immer offen für Argumente und andere Sichtweisen.

Bis bald mal am Bach,
Andi//pfannenwäscher
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Nanoflitter
König
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« Antworten #1 am: 17. April 2018, 22:45:22 pm »

Du sprichst mir aus der Seele, so wird alles übertrieben, bis es reglementiert wird, werden muss! Und die selben Leute regen sich dann auf, das alles verboten wird. Gruss..
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Onkel_Horscht
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« Antworten #2 am: 18. April 2018, 07:19:38 am »

Sehr schön geschrieben, regt auf jeden Fall zum Nachdenken / Überdenken des eigenen Verhaltens an (auch wenn ich kein Goldwäscher bin)  Super
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Buchenadler
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« Antworten #3 am: 18. April 2018, 08:57:11 am »

Da muss ich dir auch recht geben,  Super einige übertreiben es wirklich immer und das nicht nur beim Goldwaschen.
Da ich auch noch mit dem Metalldetektor unterwegs bin bekomme ich da auch so einiges mit.  grrrrr
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Daniel
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« Antworten #4 am: 18. April 2018, 13:50:35 pm »

Hat mit D-Max alleine auf jeden Fall nichts zu tun.
Vor über 10 Jahren nannte man es noch "Goldfieber".  Unschuldig
Da investierte auch schon mancher immer mehr in Ausrüstungen und flippte dafür privat irgendwie aus.
Und es werden halt immer mehr.
Verbote und dergleichen sind halt jetzt die Spätfolgen.
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Spalttabletten, meine Dame, sind bekömmlich und gesund.
Doch verwirrend ist der Name, sie gehören in den Mund.
agricola
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« Antworten #5 am: 04. Juli 2018, 20:05:38 pm »

Ich kann dem auch nur beipflichten,obwohl die Leute mit motorbetriebenen Gerät ja zweifellos die Ausnahme sind.Da mache ich mir in letzter Zeit weitaus mehr Sorgen über Neulinge bzw die sich als solche ausgeben und sämtlichen Ämtern auf die Nüsse gehen ob das so überhaupt ,legal'ist und sie selbst es ja um Gottes Willen ja nur betreiben wollen ,wenn Ihnen einer einen Zettel ausstellt,wo draufsteht das sie Goldwaschen dürfen und auch mit drausteht wo genau,wie lange,zu welchen Jahreszeiten,bei welchem Luftdruck.Leute,die nicht mehr fähig sind eigene Entscheidungen zu fällen,Verantwordung zu übernehmen,immer einen brauchen der ihnen sagt wo es lang geht,wo es was zu essen gibt etc. etc. Alarm !!! Der Gott der das Golde wachsen lies,der wollte keine Knechte! Etwas abgewandelt und entschärft der Spruch,aber ganz passend. Kurz zusammengefasst - wer seinem Hobby mit Übersicht und Selbstbeherrschung nachgeht und dabei etwas nachdenkt,der braucht keine Regeln um eins mit der Natur zu bleiben...
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