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Autor Thema: Grundsatzfrage, was würdet ihr als Siedlungsstelle ansprechen?  (Gelesen 1651 mal)
Levante
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« am: 08. März 2018, 17:02:25 pm »

Hi,

ich habe aktuell seit dem letzten Jahr neue, zusätzliche NFG´s in Mittel-Hessen. Musste unbedingt sein, da wir ja nicht genug Arbeit haben.  mhh grübel

Ich habe nun Amt für eine Gemeinde die entsprechenden Flurkarten sowie Vorblätter erhalten. Heute war ich zum ersten Mal draußen im neuen Gebiet. Hier waren einige Fundpunkte (Siedlungsplätze ) in der Flurkarte eingezeichnet mit „Siedlungsstelle“ oder „mehrere Siedlungsstellen?“  weitere Angaben zu diesen mit der Fundnummer versehenen Punkten gab es nicht.

Nach meiner Beobachtung handelt es sich nun zumindest bei 3 dieser „Siedlungsstellen“ lediglich um Kohle Meiler Plätze des 18./19. Jahrhunderts und nicht um Siedlungspläte im eigentlichen Sinne.  Wie es sich gehört habe ich alle Meiler Plätze die mir aufgefallen sind mit einer GPS Koordinate versehen und werde nun die Fundmeldung dazu schreiben.

Würdet ihr denn einen neuzeitlichen Meiler Platz als Siedlungsstelle ansprechen???  Nach meiner bisherigen Erfahrung sind diese in manchen Regionen massenhaft vorhanden und nicht von Relevanz.

Anhand meiner bisherigen Erfahrung würde ich sagen, dass da jemand unterwegs war, der zwar die Bodenverfärbungen gesehen hat, sie aber nicht mit der wenigen neuzeitlichen Keramik in Verbindung bringen konnte, geschweige denn diese als Meiler Plätze und nicht als Siedlungsgruben ansprechen konnte.

LG


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thovalo
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« Antworten #1 am: 08. März 2018, 17:10:43 pm »


Hallo mein Lieber!

Alte Meilerplätze sind anhand ihrer Form, ihrer durch den Holzteer schwarz gefärbten Sedimentauflage und durch umherliegende Kohlestückchen erkennbar. Wenn sich das im Gelände verteilt und mit sonst eingetragenen Oberflächenmaterial mischt kann das, wie Du es beschreibst, schnell
zu einer voreiligen und oberflächlich getroffenen Fehleinschätzung führen.

Ein Meilerplatz ist selbstverständlich kein Siedlungsplatz sondern eben ein "Meilerplatz" mit all seinen begleitenden Merkmalen wie oben kurz beschrieben!
je nach Lage können das Dutzende bis Hunderte sein die sich über die Zeit auf Flächen konzentrieren.


lG Thomas
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Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
Levante
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« Antworten #2 am: 08. März 2018, 17:15:30 pm »

Hallo mein Lieber!

Alte Meilerplätze sind anhand ihrer Form, ihrer durch den Holzteer schwarz gefärbten Sedimentauflage und durch umherliegende Kohlestückchen erkennbar. Wenn sich das im Gelände verteilt und mit sonst eingetragenen Oberflächenmaterial mischt kann das, wie Du es beschreibst, schnell
zu einer voreiligen und oberflächlich getroffenen Fehleinschätzung führen.

Ein Meilerplatz ist selbstverständlich kein Siedlungsplatz sondern eben ein "Meilerplatz" mit all seinen begleitenden Merkmalen wie oben kurz beschrieben!
je nach Lage können das Dutzende bis Hunderte sein die sich über die Zeit auf Flächen konzentrieren.


lG Thomas

Sehr Gut mein Freund! So sehe ich es auch.  It's cool man

Weitere Einschätzungen und Meinungen würden mich freuen.

Ich fange dann schon mal an mit dem Eintragen der GPS Koordinaten in die Karte.

Es fand sich auch steinzeitliches Material an anderer Stelle, Bilder folgen morgen, nachdem ich noch mal auf allen 4ren über den Acker gekrochen bin. Hoffentlich sieht mich dabei keiner.  narr
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RockandRole
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« Antworten #3 am: 08. März 2018, 17:17:36 pm »

Servus ihr Beiden,

im Spessart gibt es von den Teilen Hunderte oder tausende, auch schon mal 100 auf einem Hügel. Wenn die aber nicht so häufig in einer Region wären, wäre das für mich schon etwas besonderes.

PS: lustig wird es in einem Meilerfeld den einzigen Grabhügel mit der Schummerung zu finden  grins
PPS: wann treffen sich denn die Paläolithen? Habe am Donnerstag große Abgabe, danach sind 98% der relevanten Funde leider erstmal auf unbestimmte Zeit weg!

Liebe Grüße Daniel
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Levante
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« Antworten #4 am: 08. März 2018, 17:20:53 pm »

Servus ihr Beiden,

im Spessart gibt es von den Teilen Hunderte oder tausende, auch schon mal 100 auf einem Hügel. Wenn die aber nicht so häufig in einer Region wären, wäre das für mich schon etwas besonderes.

PS: lustig wird es in einem Meilerfeld den einzigen Grabhügel mit der Schummerung zu finden  grins
PPS: wann treffen sich denn die Paläolithen? Habe am Donnerstag große Abgabe, danach sind 98% der relevanten Funde leider erstmal auf unbestimmte Zeit weg!

Liebe Grüße Daniel

Hi Daniel,

du sprichst von der Arbeitsgemeinschaft Altsteinzeit und Mittelsteinzeit ?

Wir treffen uns meist im November in Marburg, beim letzten Termin konntest du ja leider nicht.

Ggf. hast du bis dahin einige Funde zurück?

LG
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« Antworten #5 am: 08. März 2018, 21:43:32 pm »

Moin Leute. Ist ein Meilerplatz denn überhaupt eine Siedlungsstelle?  Weil gesiedelt hat da ja keiner oder? Da hat doch eigentlich nur jemand Holzkohle hergestellt und wenn überhaupt geschlafen.  Dessen Wohnhaus oder Siedlung lag bestimmt irgendwo in der Gegend.

Gruß
  Thomas
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Levante
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« Antworten #6 am: 08. März 2018, 22:11:44 pm »

Moin Leute. Ist ein Meilerplatz denn überhaupt eine Siedlungsstelle?  Weil gesiedelt hat da ja keiner oder? Da hat doch eigentlich nur jemand Holzkohle hergestellt und wenn überhaupt geschlafen.  Dessen Wohnhaus oder Siedlung lag bestimmt irgendwo in der Gegend.

Gruß
  Thomas

Guten Abend Thomas,

genau darum dreht sich der Thread. Du siehst es schon richtig. Jedoch ist anhand der oft anzutreffenden Keramik davon auszugehen, dass sich der Köhler vermutlich einige Tage (Wochen) in dem Bereich aufgehalten haben könnte. Solche Meiler Plätze sind ja meist in Gruppen anzutreffen. Das Aufschichten und Brennen hat pro Meiler seine Zeit gedauert. Gibt es dazu Informationen? 

Aber als klassische Siedlungsstelle sehen wir es eben nicht an.  It's cool man
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« Antworten #7 am: 08. März 2018, 23:44:51 pm »

Moin,

@ Patrick, wenn es so ist wie Du beschreibst und die Fundbelege eindeutig einen Meiler belegen,
würde ich ihn als solchen, eben "Meilerplatz" eintragen.

Selbst wenn da Keramik bei den Fundbelegen sind, vor allem wenn Holzteer und Kohle überwiegt ist kaum
von einem Siedlungsplatz auszugehen.

Gruß

Jürgen
« Letzte Änderung: 09. März 2018, 01:06:17 am von StoneMan » Gespeichert

Was könnte wichtiger sein als das Wissen? fragt der Verstand.
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« Antworten #8 am: 10. März 2018, 12:48:55 pm »

Moin,

Nachtrag.

@ LE, auch wenn es Deine Frage nur ankratzt, vielleicht vom Thema her interessant für Dich > "Stefan Wenzel, Mittelalterliche Siedlungen..." <

Gruß

Jürgen
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erhald
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« Antworten #9 am: 11. März 2018, 10:49:36 am »

Guten Abend Thomas,

genau darum dreht sich der Thread. Du siehst es schon richtig. Jedoch ist anhand der oft anzutreffenden Keramik davon auszugehen, dass sich der Köhler vermutlich einige Tage (Wochen) in dem Bereich aufgehalten haben könnte. Solche Meiler Plätze sind ja meist in Gruppen anzutreffen. Das Aufschichten und Brennen hat pro Meiler seine Zeit gedauert. Gibt es dazu Informationen?  

Aber als klassische Siedlungsstelle sehen wir es eben nicht an.  It's cool man


Hallo, je nach Größe des Meilers dauert es gut eine Woche, oft sogar länger, bis alles Holz verkohlt ist.
Allerdings ist es nicht so, dass man das Ding anzündet und dann in Ruhe abwarten kann, sondern der Abbrand/die Luftzufuhr musste Tag und Nacht überwacht und geregelt werden.
Soviel ich lernte, lebten die Köhler fast ganzjährig draußen in ihren Köhlerhütten - also irgendwie doch eine Siedlungsstelle.
Kürzlich sah eine Doku - ich achtete aber nicht darauf, wann diese gedreht wurde - über den Fund hunderter Meiler (wie auch Daniel beschrub). Weiß nicht mehr wo - Lausitz, Lübeck, Lüneburg???, jedenfalls sprachen die Archäologen von einem, bisher unbekannten, "Ruhrpott des Mittelalters" zur Eisenherstellung. Dort müssen zig Köhlerfamilien gelebt haben, um den Bedarf zu decken....
Interessantes Detail - zur Kommunikation verwendeten Köhler im Harz Buchenholzbretter als eine Art Trommel. Sogenannte "Hillebille". Guckst Du: https://de.wikipedia.org/wiki/Köhler
Schätze daher kommt der amerik. Ausdruck Hillybillies für "Hinterwäldler".

Gruß
« Letzte Änderung: 11. März 2018, 12:16:09 pm von erhald » Gespeichert
thovalo
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« Antworten #10 am: 11. März 2018, 14:27:42 pm »


 winke winke


Auch die Töpfermeister mussten den Brand der Keramik Tag und Nacht begleiten um ihn regulieren und steuern zu können. Die Brandstellen lagen aus Gründen des Umgangs mit Feuer und des Zugangs zu den benötigten Materialien und insbesondere von Wasser, in einiger Entfernung zur Siedlung.
Dafür wird es auch entsprechende und spezifisch angelegte und ausgestattete Unterstellmöglichkeiten (Schutz vor Witterungseinflüssen) und Ruheplätze gegeben haben.

In einer "Siedlung" fanden dem gegenüber komplexe Vorgänge in einer umfassenden Organisationsstruktur vielfältiger Lebensbereiche statt.



lG Thomas  
« Letzte Änderung: 11. März 2018, 14:35:31 pm von thovalo » Gespeichert

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« Antworten #11 am: 11. März 2018, 15:34:28 pm »

Servus Leute,

hier ist mal ein eindrucksvolles Beispiel aus einem Gebiet mit vielen vielen Köhlerstellen. Hier wurde wohl der ganze Berg auf einmal gerodet und zu Kohle umgewandelt. Die Behausungen der Köhler wage ich nicht zu erkennen. Auf der anderen Bergseite sieht es ähnlich aus. Dort wo es steil ist, gibt es keine Köhlerstellen.

Liebe Grüße Daniel
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thovalo
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« Antworten #12 am: 11. März 2018, 19:44:44 pm »



Wow, überall "Knubbel"!  Ein Auge drauf werfen
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« Antworten #13 am: 12. März 2018, 07:51:53 am »

Guten Morgen,

ihr habt mir sehr geholfen.  Super

Am Wochenende habe ich noch weitere „Angebliche Siedlungsstellen“ beobachten können.

Da hat wohl jemand Fundstellen gesammelt.

LG

Patrick

P.S. Heute Abend gibt es Bilder von neuen Funden.

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« Antworten #14 am: 12. März 2018, 08:50:26 am »

Guten Morgen,

ihr habt mir sehr geholfen.  Super

Am Wochenende habe ich noch weitere „Angebliche Siedlungsstellen“ beobachten können.

Da hat wohl jemand Fundstellen gesammelt.

LG

Patrick

P.S. Heute Abend gibt es Bilder von neuen Funden.




 narr
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