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Autor Thema: Gesicht auf einem Sandsteinfelsen  (Gelesen 2173 mal)
stratocaster
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« am: 13. Oktober 2017, 19:24:21 pm »

Heute war ich mal wieder mit dem Hund im Wald und wir gehen immer gerne querfeldein ab vom Weg.
In einer Gegend, die wir eigentlich gut kennen, nämlich direkt am Grenzstein Nr. 5, siehe
http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,55299.msg392883.html#msg392883
kamen wir diesmal von unten links, und siehe da:

ein Gesicht in den Sandsteinfelsen eingeritzt.
Mag das nun "neu" oder "alt" sein ?
Ich versuche auch mal herauszubekommen, ob dieses Gesicht bekannt ist;
ich vermute ja, ist ja direkt unterhalb vom Grenzstein

Ein keltischer Ringwall ist ca. 1 km entfernt und ein römischer Waldweg mit bekannten Wagenspuren
nur ein paar hundert Meter entfernt.

Was meint Ihr ?

Gruß  winke winke
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RockandRole
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« Antworten #1 am: 13. Oktober 2017, 19:28:49 pm »

Hallo Strato,

entweder alt, oder das war vielleicht ein Künstler. Glaube nicht dass sich da jemand die Mühe machen würde, wenn das nur Spaß wäre. Das ist aber so auffällig, dass es bekannt sein müsste  grins


Liebe Grüße Daniel
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gefährliches Drittelwissen
St. Subrie
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« Antworten #2 am: 13. Oktober 2017, 20:05:11 pm »

Das interessiert auch mich sehr, Strato! Dein Felsbild erinnert mich sehr an ein anderes, dessen stilistischen und zeitlichen Hintergrund ich schon seit Jahren zu klären versuche,
Foto anbei.
Gruß
St. Subrie
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mike 81
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« Antworten #3 am: 13. Oktober 2017, 23:14:23 pm »

Ich sehe da Ähnlichkeiten bei den beiden. Insbesondere die keilförmige Nase wirkt identisch  mhh grübel
Sehr interessant.

Gruss Mike
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Sich regen bringt Segen
hargo
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« Antworten #4 am: 13. Oktober 2017, 23:37:08 pm »

Das von St. Subrie ist plastisch gestaltet. Oder?
Wäre ein Unterschied in der Ausführung!

Bauchgefühl bei "Strato"
Nicht alt! Wobei wir "alt" noch definieren müssten.

mfg
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stratocaster
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« Antworten #5 am: 14. Oktober 2017, 18:03:36 pm »

Das Gesicht hat mir keine Ruhe gelassen und ich bin heute mit Rotti "Cody" noch einmal hin,
mit der Messing-Bürste bewaffnet, um vorsichtig Moose und Flechten zu entfernen.

Auf dem ca. 1,5 km entfernten Parkplatz war zwar die Hölle los, weil gerade
Kastanien-Sammelzeit ist (Maronen), aber bis zu dem Sandstein mit dem Gesicht hat sich niemand verirrt.
Ich gehe mal davon aus, dass dieses Gesicht schon irgendwie bekannt sein muß. Gibt meiner Ansicht nach 2 Möglichkeiten:
entweder man kommt als Querfeldein-Wanderer steil von unten und sieht es sofort, wie ich gestern; ist eher selten bis unwahrscheinlich.
Oder man macht in der Nähe Rast oder Picknick und die Kinder wuseln zwischen den Sandsteinen herum
und entdecken plötzlich an dem Sandstein, der am weitesten unten liegt das Gesicht.
Nun gut: anbei einige neue Fotos.
Die Ritztiefe im Mund- und Augenbereich ist ca. 8-10 mm,
an den Nasenflügeln ca. 4-5 mm und die Umrandung nur ca. 2 mm

Ich will nichts herbeireden, aber keltisch könnte sein; ich habe ähnliche Portraits im Netz entdeckt.
Kann aber natürlich auch neuzeitlich sein.

Gruß  winke winke
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Daniel
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« Antworten #6 am: 14. Oktober 2017, 18:17:35 pm »

Sandstein ist halt schon seit ewig ein dankbares Material für Bildhauer.
In meiner weiteren Umgebung habe ich auch schon einmal einen schönen Kopf im Stein entdeckt.
Ist allerdings wohl eher Neuzeitlich.
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Spalttabletten, meine Dame, sind bekömmlich und gesund.
Doch verwirrend ist der Name, sie gehören in den Mund.
St. Subrie
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« Antworten #7 am: 14. Oktober 2017, 21:08:25 pm »

http://www.kelten-seiten.de/Stelen/holzgerlingen.html
Das ähnlichste Stück, das ich bei meinen Recherchen gefunden  habe, ist die keltische Statue von Holzgerlingen, jedenfalls was die Gestaltung des Gesichtes betrifft. Keltisch wäre also nicht auszuschließen, ich habe aber auch schon vage  Einschätzunge wie Bronzezeit und Mittelalter gehört, immer mit dem Zusatz "möglicherweise". Leider habe ich meine Literatur zu keltischen Stücken aus Südfrankreich und Spanien nicht hier. Auch dort gibt es Anklänge an solche Gesichter. Ich schau nochmal nach, übernächste Woche.

Gruß
St. Subrie


PS : Man beachte die waagrechte Form des Mundes
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hargo
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« Antworten #8 am: 14. Oktober 2017, 23:53:17 pm »

Was fällt euch auf?
Wird bei der Bildbearbeitung leider immer grobkörniger.

Die von Strato vorgestellte Felszeichnung ist anders.
Sie ist lediglich eingeritzt. Die Nase wurde nicht freigestellt.

mfg
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2017, 00:16:30 am von hargo » Gespeichert

St. Subrie
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« Antworten #9 am: 15. Oktober 2017, 09:58:54 am »

Schöner Vergleich, hargo : Die "tiefergelegten" Augen, die Nase, der Mund. Was anderes soll man dazu sagen  als ähnlich, ziemlich ähnlich.
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thovalo
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« Antworten #10 am: 15. Oktober 2017, 11:53:33 am »



Hallo zusammen!


Ich bin in der Region um die Stadt Ratingen aufgewachsen. Dort gibt es am "Stinkenberg" im Wald große Quarztiblöcke denen nachgesagt wurde, dass dort "germanische Blutopfer" statt gefunden hätten.

In den 80er Jahren tauchten dann plötzlich eben solche naiv hin gemeisselten "keltische" Köpfe als kreativer Ausdruck eines selbst berufenen "Expressionisten" an den eingetragenen Naturdenkmalen auf. Sehr ärgerlich.

Ich würde mit 99 % Skepsis in Bezug auf eine ältere Entstehung bleiben und wer sich ein wenig mit Kunst beschäftigen möchte erkennt schnell dass diese Köpfe mit einfachen Schemata zu tun haben.

VOLKSKUNST im weitesten Sinne ohne jeden datierenden Ansatz.  Kann man als Optimierung des natürlichen Raumes oder als dessen Verschandelung nehmen.


Entdecken konnte man das Relief ohnehin erst seit es das gibt.
Am ehesten wahrscheinlich seit einigen Jahren.


lG Thomas  winke winke


« Letzte Änderung: 15. Oktober 2017, 12:01:01 pm von thovalo » Gespeichert

Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
St. Subrie
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« Antworten #11 am: 15. Oktober 2017, 14:18:26 pm »

Was die  von mir vorgestellte Stele mit Kopf betrifft (Gewicht ca. 1400 Kg), so kann ich Dir versichern, daß Du mangels besseren Wissens Unsinn redest. Die Photos (hier ist ja nur eines zu sehen und ich werde öffentlich auch keine weiteren zeigen) haben inzwischen mehreren Wissenschaftlern vorgelegen, eine Wissenschaftlerin war vor Ort in Südwesteuropa. Die Zeitstellung ist nach wie vor unsicher und wird diskutiert. Mit Deiner Einschätzung als "naive Volkskunst" hast Du Dir jedoch oberlehrerhaft ein Alleinstellungsmerkmal erarbeitet. Auf der dünnen Grundlage eines einzigen Photos, das auch nur einen Auschnitt zeigt.
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ischbierra
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« Antworten #12 am: 15. Oktober 2017, 15:43:18 pm »

Hallo St.Subrie und thovalo,
könnte es sein, dass hier ein Mißverständnis vorliegt? Ich hatte den Eindruck nicht, dass thovalo auf die von St.Subrie verlinkte Skulptur Bezug nahm, sondern auf die Felszeichnung, die stratocaster im Wald gefunden hat. Und da darf ein gewisses Maß an Skepsis angebracht sein.
Gruß ischbierra
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St. Subrie
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« Antworten #13 am: 15. Oktober 2017, 15:53:01 pm »

"...und wer sich ein wenig mit Kunst beschäftigen möchte erkennt schnell dass diese Köpfe mit einfachen Schemata zu tun haben."
Dennoch: Hab Dank für Dein Bemühen, Ischbierra.
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stratocaster
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« Antworten #14 am: 15. Oktober 2017, 17:07:30 pm »

Ohne jetzt in die Diskussion eingreifen zu wollen,
einfach noch mal "mein" Relief und die Stele von Holzgerlingen direkt nebeneinander
(wohl wissend, dass bei meinem Relief die Nase nur eingeritzt ist)

Gruß  winke winke
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Mordar
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« Antworten #15 am: 15. Oktober 2017, 17:41:46 pm »

 winke winke
Ja, es ist ein Missverständnis.
Es geht dem Thovalo einzig um die Art der Gesichtsdarstellung, und da muss ich ihm in seiner Einschätzung, dass es sich hier hoechst wahrscheinlich um eine recht moderne Felsritzung handelt, schon Recht geben.
Aber ich würde es deutlich anders formulieren.
"Volkskunst" ist hier eher unpassend. Ich würde eher von einer archetypischen Darstellung sprechen, die sich von der Praehistorie (Latene) über das Mittelalter (Romanik) bis in die Moderne (Punkt, Punkt, Komma, Strich) verfolgen lässt.

Die Felsritzung zeigt diesen Archetypus in Reinform. Gerade das ist für  mich ein Indiz für eine recht moderne Datierung.

 winke winke
Gerd
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thovalo
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« Antworten #16 am: 15. Oktober 2017, 17:45:23 pm »

Hallo St.Subrie und thovalo,
könnte es sein, dass hier ein Mißverständnis vorliegt? Ich hatte den Eindruck nicht, dass thovalo auf die von St.Subrie verlinkte Skulptur Bezug nahm, sondern auf die Felszeichnung, die stratocaster im Wald gefunden hat. Und da darf ein gewisses Maß an Skepsis angebracht sein.
Gruß ischbierra


So ist es!  Super
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thovalo
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« Antworten #17 am: 15. Oktober 2017, 17:46:56 pm »

winke winke
Ja, es ist ein Missverständnis.
Es geht dem Thovalo einzig um die Art der Gesichtsdarstellung, und da muss ich ihm in seiner Einschätzung, dass es sich hier hoechst wahrscheinlich um eine recht moderne Felsritzung handelt, schon Recht geben.
Aber ich würde es deutlich anders formulieren.
"Volkskunst" ist hier eher unpassend. Ich würde eher von einer archetypischen Darstellung sprechen, die sich von der Praehistorie (Latene) über das Mittelalter (Romanik) bis in die Moderne (Punkt, Punkt, Komma, Strich) verfolgen lässt.

Die Felsritzung zeigt diesen Archetypus in Reinform. Gerade das ist für  mich ein Indiz für eine recht moderne Datierung.

 winke winke
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Archetypen trifft es ebenso!
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« Antworten #18 am: 15. Oktober 2017, 19:57:44 pm »

 winke winke
Kratz noch dilettantisch nen Bart ran, dann sieht's aus wie das Gesicht auf einem der Bernstorf-Bernsteine!!!!
 narr


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stratocaster
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« Antworten #19 am: 18. Oktober 2017, 19:39:40 pm »

Heute kam eine Antwort vom Amt in Speyer:

Wie ich eigentlich erwartet hatte, ist das Gesicht seit langem bekannt.
Es ist ein an keltischen Vorbildern orientiertes "Kunstwerk" schätzungsweise Ende 19. - Anfang 20. Jh.
Gesichter einfach so in einen Stein geritzt hätten die Kelten nicht. Das wäre nicht bekannt.

Gruß  Unschuldig
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« Antworten #20 am: 28. Oktober 2017, 18:51:41 pm »

Hi

Hier auch ein Felsgesicht aus meiner Gegend.
Es gibt so einige, mir bekannte, hiervon.
Bei uns werden sie allgemein "Keltenköpfe" genannt.
Ein Archäologe machte mal die Aussage, dass es aus römischer Zeit stammt.
Da bei uns die Gallo-Römer siedelten, wäre also keltisch gar nicht so abwegig.

archfraser
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