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Autor Thema: Teilweise geschmolzene und verbackene Schmelztiegel.  (Gelesen 1237 mal)
Levante
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Sucher und Finder


« am: 03. Juli 2017, 09:03:31 am »

Guten Morgen,

anbei ein Fundbeleg aus einem aktuellen Grabungsprojekt.

Es handelt sich um Schmelztiegel welche zum Berennen im Töpferofen übereinander gestapelt wurden. Jedoch war die Temperatur im Brennraum für den Ton vermutlich zu hoch. Und somit sind die Tiegel während des Brandes zumindest teilweise geschmolzen und miteinander verbacken.
Die Tiegel datieren in etwa um das Jahr 1600. 


LG

Patrick
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« Antworten #1 am: 03. Juli 2017, 20:00:02 pm »


Für die Ausübung der Alchemie? mhh grübel
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Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
Levante
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Sucher und Finder


« Antworten #2 am: 05. Juli 2017, 12:08:08 pm »

Für die Ausübung der Alchemie? mhh grübel

Guten Morgen,

Alchemie, Buntmetall Verarbeitung, Goldschmiede, Apotheker....

In einem Tiegel aus Braunschweig konnten wir hohe Konzentrationen von Antimon nachweisen. Antiomon wurde sowohl in der Metallurgie, als auch bei der Farbenherstellung als auch in der Medizin verwendet.

Bei der Untersuchung von Tiegeln welche in Thüringen gefunden wurden, wurden unter anderem folgende Verbindungen nachgewiesen: Al2O3, SiO2, P2O5, So3, CaO, SrO… und viele weitere.
Diese Untersuchung ist aber noch nicht veröffentlicht. Auch der besagte Fund von Tiegeln stammt aus der Zeit um 1600.

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thovalo
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« Antworten #3 am: 07. Juli 2017, 19:49:17 pm »


Moin Langer!  Super

Für das Fließen der Feldspate und die Vitrifizierung muss eine enorm hohe Hitze erreicht worden sein! Das Brennen eines in einander gestapeltn Satzes hätte doch grundsätzlich die Gefahr des miteinander Verbackens mit sich gebracht. Hast Du eine Erklärung wie und warum der heutige Zustand erreicht wurde?


lG Thomas  winke winke
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Sucher und Finder


« Antworten #4 am: 10. Juli 2017, 16:26:01 pm »


Moin,

kleiner,

gute und berichtigte Frage. Vermutlich wurden die Tiegel zusammen mit Steinzeug (was etwa 95% des Materials im Abwurf ausmacht) gebrannt, also irgendwo zwischen 1100 und 1200 Grad. Die niedrigere Temperatur kommt über die Zugabe von Pottasche zustande, welche die nötige Temperatur des Scherbens bei der Sinterung herabsetzt. Die Zugabe von Pottasche konnten wir mittlerweile zumindest teilweise nachweisen. Ggf. wurden die Öfen teilweise zu hoch gebrannt (überfeuert), in einem Temperaturbereich wo zumindest die dünnwandigen Tiegel geschmolzen und verbacken sind.

LG

Patrick
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« Antworten #5 am: 10. Juli 2017, 20:38:58 pm »


Aye Sir!    winke winke
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