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Autor Thema: Mögliche Wall-Graben Anlage ?  (Gelesen 7086 mal)
Levante
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« am: 31. Oktober 2016, 18:25:08 pm »

Guten Abend,

anbei die Schummerungskarte von einem Gebiet welches ich am Samstag erstmals prospektiert habe. Im Bereich der 1 fand sich eine bislang unbekannte Siedlungsstelle, welche sowohl vorgeschichtliche als auch mittelalterliche Funde ergab. Demnächst muss ich mir die Flächen welche ich mit 2 und 3 gekennzeichnet habe wohl noch anschauen. Wenn sich hier auch ein Siedlungs Areal zeigt, ist es wohl relativ eindeutig. Erkennt ihr auch eine mögliche Wall-Graben Anlage? Leider durch den Kiesabbau relativ stark zerstört.

LG

Patrick
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Sigillata
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« Antworten #1 am: 31. Oktober 2016, 19:28:46 pm »

Könnte es sich bei dem Abschnitt unter der 2 um eine Torwange handeln?
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Levante
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« Antworten #2 am: 31. Oktober 2016, 19:34:22 pm »

Könnte es sich bei dem Abschnitt unter der 2 um eine Torwange handeln?


Alles möglich, ggf. auch eine spätere Erweiterung, möglicherweise ist die Anlage auch nur Einbildung. Ich muss halt noch die anderen Äcker untersuchen, wenn da auch Siedlungsmaterial kommt wäre die mögliche Ansprache als Wallanlage wohl mehr als wahrscheinlich, aber so... irgendwie muss ich möglichst schnell wieder hin und mir die Sache noch mal anschauen.  Hilfe ... Ich werde verrückt

Meinem Archäologen habe ich auch mal das Bild geschickt mit der Meldung des neuen Fundplates, er wird bestimmt abwinken, zumindest mit der Wallanlage. It's cool man
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Nanoflitter
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« Antworten #3 am: 31. Oktober 2016, 20:20:13 pm »

in 3. scheint der Wall von der Kiesgrube geschnitten. Vielleicht sieht man ja in der Wand was an Verfärbungen-Bodenstruktur... Gruss...
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Levante
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« Antworten #4 am: 31. Oktober 2016, 20:25:57 pm »

in 3. scheint der Wall von der Kiesgrube geschnitten. Vielleicht sieht man ja in der Wand was an Verfärbungen-Bodenstruktur... Gruss...
Gute Idee, scheinen aber Gruben aus dem 70er Jahren zu sein, oder noch früher also vermutlich sehr zugewachsen. Muss ich mir insgesamt mal näher anschauen, bislang war ich hier nicht aktiv, da ich diesen Bereich für Überschwemmungsgebiet gehalten habe, was so aber anscheinend nicht stimmt.  mhh grübel
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Levante
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« Antworten #5 am: 02. November 2016, 17:37:07 pm »

Guten Abend,

also mein Archäologe meint auch dass sich hier auf der Karte etwas zeigt, während auf der TK 1:25000 nichts zu sehen ist. Ich habe mal versucht die Innenfläche zu messen. Wir sind da bei etwa 300 x 300 Metern also im Grunde quadratisch mit gerundeten Ecken. Fällt dazu jemandem etwas ein?

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Nanoflitter
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« Antworten #6 am: 02. November 2016, 17:46:34 pm »

Bei den runden Ecken würde man hier ein römisches Lager vermuten. Meist jedoch rechteckig, Spielkartenumriss. Gruss...
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Sigillata
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« Antworten #7 am: 02. November 2016, 18:04:46 pm »

Vorsicht: römische Lager der frühen Kaiserzeit weisen sehr häufig unregelmäßige Grundrisse auf, siehe z. B. Hofheim. Im vorliegenden Fall würde ich evtl. an eine neuzeitliche Schanze o. ä. denken.
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RockandRole
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« Antworten #8 am: 02. November 2016, 18:40:27 pm »

Hallo Leute,

der Grundriss in Marktbreit ist auch sehr unregelmäßig  winke winke

Liebe Grüße Daniel
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Levante
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« Antworten #9 am: 02. November 2016, 18:49:13 pm »

Ich habe noch mal etwas dran gefummelt, ganz Quadratisch war es wohl nicht. Der Große Zeichner bin ich nicht… NoGo

Was mich jedoch nachdenklich stimmt, dass wir uns in der Niederung befinden, also eigentlich im Überschwemmung`s Gebiet, kann also nicht lange bestanden haben.

Die Innenkante von 1 zu 2 beträgt wie schon geschrieben etwa 300 Meter.

Die 4 und deren Verlängerung müssen ja nicht unbedingt zu dem Gebilde gehören, da sie den Wall (Graben) aber im rechten Winkel schneiden könnten sie dazu passen?


« Letzte Änderung: 02. November 2016, 19:03:57 pm von Levante » Gespeichert

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« Antworten #10 am: 02. November 2016, 20:21:20 pm »

Die Lage spricht also eher für ein temporär genutztes Lager/Schanze/Marschlager, in einer Zeit niedrigen Wasserstandes. Gruss... Jetzt such endlich! zwinker
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Levante
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« Antworten #11 am: 02. November 2016, 20:34:25 pm »

Samstag ist ja Tag der Hessen Archäologie in Hünfeld und Sonntag werden wir uns das Gelände noch mal genauer anschauen. 

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« Antworten #12 am: 18. November 2016, 16:11:38 pm »

Huhu,

ich bin gerade draußen unterwegs und mirwurde mächtig der a... gewaschen.  zwinker

Im Bereich der 2 liegen auch Scherben 9.-10. Jahrhundert. Leider musste ich gerde abbrechen bei 4 Grad und starkregen  grrrrr
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« Antworten #13 am: 18. November 2016, 18:18:32 pm »

Hey Patrick,

das sind tolle Nachrichten  Super da scheinst du was großes entdeckt zu haben. Trotzdem schade mit den Kiesgruben. Aber so ist das leider manchmal.

Liebe Grüße Daniel
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« Antworten #14 am: 19. November 2016, 08:05:51 am »

Moin.   Na das hört sich doch super an. Also nicht das mit deinem A.... narr Da kann man ja mal gespannt sein, was noch so kommt. Viel Spass und glück bei der suche.

  Gruß
  Thomas
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« Antworten #15 am: 19. November 2016, 10:54:01 am »

 winke winke

Ich würde das Ganze nicht als künstliches Erdwerk einstufen.
Der Platz liegt in einer (flussnahen?) Niederung, und passend dazu sehen die markierten Stellen eher nach verschliffenen Rinnen und - unter Umständen - kleinen Prallhaengen aus. Also natürliche geologische Spuren, die in einer solchen Umgebung auch zu erwarten wären.
Erschwerend kommen massive Eingriffe durch den Kiesabbau, der das gesamte Gebiet extrem zerstückelt hat, dazu. Also nicht nur Erdentnahme sondern auch Abraum, der sich in Form von Waellen manifestieren kann.

Eine Schanze oder gar ein Kastell kann ich hier beim besten Willen nicht sehen.

Trotzdem ist das Gebiet siedlungstechnisch natürlich spannend. Aber ein, zwei Begehungen sind nix. Da muss man
länger und intensiver beobachten, um die genaueren Zusammenhänge zwischen den Fundstellen und der Geologie des Ortes zu erfassen.

 winke winke
Gerd
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« Antworten #16 am: 21. November 2016, 18:17:11 pm »

Guten Abend

@ Gerd,
 
vielen Dank für deine Anmerkungen. Im Bereich der 1, 3 und in Teilen der 2 haben wir tatsächlich eine Art Wall-Struktur, welche in der Flur sehr gut zu erkennen ist. Rechts von der 2 ist auf dem Lidar Scan eher eine Rinne zu erkennen, diese ist aber in der Flur bislang nicht festzustellen.
 
Den Bereich bei der 1 würde ich anhand meiner bisherigen Erfahrungen durchaus als Siedlungsstelle ansprechen, da diese die üblichen Merkmale aufweist. Bei der 2 verhält es sich momentan noch etwas anders. Da ist mir das Material irgendwie zu homogen, da wir nur eine braun-schwarze Ware und eine weiße Ware vorliegen haben.  Die weiße Ware macht bei mir auf den Siedlungen in der Regel nur etwa 5% aus, hier sind es etwa 80%.  Hierbei handelt es sich ganz klar um die feinere Ware des 11./12. Jahrhunderts, wie wir sie in der Zeit und in der Masse sonst nur auf den Burgen in der Umgebung feststellen können. 
Was mich am Fundpunkt 2 momentan noch etwas stört ist, dass wir hier auf etwa 1/3 des Ackers eine klare Verfärbung des Bodens feststellen können, aber lediglich im Bereich der 2 auch Keramik zu finden ist. Diese Anomalie wird uns wohl noch einige Zeit beschäftigen. Als nächstes werden wir die Schnittflächen er vermeintlichen Wälle untersuchen und versuchen Profile anzulegen.
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