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Autor Thema: Niederländische Erkennungsmarke  (Gelesen 1778 mal)
lord3d
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« am: 11. September 2016, 18:27:21 pm »

Hallo zusammen,

heute habe ich zum ersten Mal eine Erkennungsmarke gefunden. Militärisch hat hier nie was stattgefunden, auf dem Acker ist auch sonst nichts in die Richtung gefunden worden. Das Feld liegt im Nirgendwo zwischen Bremen und Hannover.

--

Vorderseite:

J.H

Nauwelaerts

Rückseite:

164.
2152

--

Das ist ein niederländischer Nachname – vielleicht ein Zwangsarbeiter/Kriegsgefangener? Ich wusste bislang nur von französischen Zwangsarbeitern hier im Dorf. Kann mir jemand etwas dazu sagen? Die Ziffern haben wohl was mit der Einheit zu tun, aber ich habe davon keine Ahnung.

Ich würde in jedem Falle versuchen wollen, das Schicksal des Mannes zu recherchieren, über Hinweise aller Art bin ich also dankbar.

Viele Grüße
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insurgent
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« Antworten #1 am: 11. September 2016, 19:14:09 pm »

Das sieht aus wie eine französische Erkennungsmarke aus dem WK II mit Namen, aber Geburtsjahr und Wohnort fehlt.

Event doch französisch nur ein später Typ.
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lord3d
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« Antworten #2 am: 11. September 2016, 19:20:00 pm »

Oh, wenn sie doch französisch sein sollte, könnte ich den Namen einfach mal im Dorf kreisen lassen, vielleicht erinnert sich ja jemand ...
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ChristophNRW
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« Antworten #3 am: 12. September 2016, 00:53:10 am »

vielleicht wäre ja auch ein Kompromiss, dass sie belgisch ist ... ? Die Belgier richten sich ja in vielen Dingen nach den Franzosen, wenngleich es da auch eine Hassliebe gibt, man denke nur an die gemeinsame Ruhrbesetzung in den frühen 1920ern, und in Belgien gibt es auch häufig niederländische Nachnamen bei Leuten, die frankophon sind
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lord3d
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« Antworten #4 am: 19. September 2016, 18:57:23 pm »

Laut dem NIOD (niederländisches Institut für Kriegs-, Holocaust- und Genozidstudien) ist es wahrscheinlich keine niederländische Erkennungsmarke, zudem existieren keine Daten zu dem Namen. Mutmaßlich könnte sie einem belgischen Zivilisten gehört haben, der zur Zwangsarbeit in Deutschland rekrutiert wurde. Ich wurde erstmal zum belgischen CEGESOMA weitergeschickt und werde berichten, was die so rausbekommen. winke winke
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lord3d
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« Antworten #5 am: 08. Dezember 2016, 21:14:14 pm »

Es hat ein bisschen gedauert, aber jetzt habe ich vom CEGESOMA die Antwort, dass es tatsächlich die Erkennungsmarke eines belgischen Militärangehörigen ist. Das CEGESOMA weiß allerdings nicht mehr und hat mir eine Kontaktperson beim belgischen Verteidigungsministerium genannt, wo wohl die ganzen Akten aus der Zeit liegen. Ich sage dann bescheid, wenn ich von dort eine Antwort habe ...  winke winke
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mc.leahcim
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« Antworten #6 am: 08. Dezember 2016, 23:12:58 pm »

Schön das du dran bleibst. Die Geschichte des Markenträgers endet nicht mit dem Verlust der Marke. Vor allen Dingen da sie noch komplett und nicht durchgebrochen ist.

Gruß

mc.leahcim
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lord3d
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« Antworten #7 am: 15. Dezember 2016, 16:51:50 pm »

... das ging wirklich schnell.

Ich habe heute vom belgischen Verteidigungsministerium die 14-seitige Akte bekommen, die sie über ihn haben. Geboren 1890, war er als Soldat vom 1. August 1914 bis 31. Januar 1919 im Ersten Weltkrieg (bzw. der unmittelbaren Nachkriegszeit) im Dienst, aber wohl auch in den belgischen Kolonien und die spätesten Vermerke aus der Akte stammen von 1948 ... ich habe bislang nur einen Blick drauf geworfen, aber da kann man sicherlich viel über den Menschen erfahren. Ich forsche natürlich weiter und werde sicher noch mal was Ausführliches schreiben.

Wenn sich ein paar alte Forenhasen für die Dokumente interessieren, können sie sich gerne melden, ohne Hilfe schaffe ich das ohnehin nicht. Bitte keine Militaria-Junkies.

 winke winke
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mc.leahcim
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« Antworten #8 am: 15. Dezember 2016, 17:08:24 pm »

Erstaunlich wie schnell man sich im belgischen Verteidigungsministerium gekümmert hat. Da kann sich so manch ein deutsche Ministerium (oder Amt) echt mal eine Scheibe abschneiden. Chapeau! und Glückwunsch zur schnellen Antwort.

Gruß

mc.leahcim
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insurgent
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« Antworten #9 am: 15. Dezember 2016, 17:35:44 pm »

Schön zu hören  Super

Habe mal eine französische aus dem WK I gefunden und versucht mit dem Amt was zu erfahren, Fehlanzeige  Nixweiss
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lord3d
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« Antworten #10 am: 15. Dezember 2016, 18:02:58 pm »

Der (vermeintlich) lasche Umgang mit persönlichen Daten hat mich auch ein bisschen gewundert. Ich habe allerdings über die Bremer Landesarchäologin einen niederländischen Historiker angeschrieben, der mich an eine belgische Holocaustforscherin weitergeleitet hat, die meine Mail an einen Kollegen vom Innenministerium (?) weitergereicht hat, der mir einen direkten Ansprechpartner im Verteidigungsministerium genannt hat, welcher dann wiederum in Null-Komma-Nix die Akte gescannt und rübergeschickt hat ... dieses "Vitamin-B-Ding", das ich dann in den Mails auch jeweils erwähnt habe, hat vielleicht das Vertrauen geschaffen, dass ich nicht nur irgendein Spinner bin. Mit einer allgemeinen Anfrage ans CEGESOMA bin ich am Anfang ja auch nicht weitergekommen, bis mir da direkt ein Name bei denen gegeben wurde.
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lord3d
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« Antworten #11 am: 13. August 2017, 01:40:52 am »

An der Sache bin ich immer noch dran. Dieses Wochenende ist ein ganzseitiger Artikel dazu in einer großen belgischen Tageszeitung erschienen, um die Nachfahren des Soldaten zu finden. Die Hinweise, die sich daraus schon ergeben haben, sind sehr vielversprechend, zwei Enkel*innen scheinen gefunden. Damit gibt es die Hoffnung, die Geschichte hinter der Marke genauer auflösen zu können. Wer den Artikel haben möchte, möge mir per privater Nachricht einen Wink (und eine Mailadresse) geben.  winke winke
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