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Autor Thema: ...Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr  (Gelesen 8021 mal)
StoneMan
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Ich bin Augensucher. Meine Funde werden gemeldet.


« am: 23. März 2015, 17:24:12 pm »

Werdendes Ruhrgebiet. Spätantike und Frühmittelalter an Rhein und Ruhr

27. März 2015 bis 23. August 2015

Zitat: https://www.zollverein.de/angebote/werdendes-ruhrgebiet-spaetantike-und-fruehmittelalter-an-rhein-und-ruhr
Die Zeit zwischen dem Ende der Spätantike und dem Beginn des Mittelalters gehört zu den
weitgehend unerforschten Zeiten der Ruhrgebietsgeschichte…

Mit rund 500 Exponaten aus dem 3. bis 11. Jahrhundert informiert die Sonderausstellung
des Ruhr Museums über die Lebensbedingungen, Konflikte und religiösen Vorstellungen, die vor
über 1.000 Jahren die Region an Rhein und Ruhr geprägt haben.


RuhrMuseum Sonderausstellung Vorschau: https://www.ruhrmuseum.de/sonderausstellungen/vorschau/



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Was könnte wichtiger sein als das Wissen? fragt der Verstand.
Das Gefühl und mit dem Herzen zu sehen, antwortet die Seele.
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thovalo
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« Antworten #1 am: 23. März 2015, 21:29:11 pm »



Zeitraum, Region und Thema  Super

Knapp 30 Euro für den Katalog, der damit gut erschwinglich ist!





« Letzte Änderung: 23. März 2015, 21:58:41 pm von thovalo » Gespeichert

Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
thovalo
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Beiträge: 8556



« Antworten #2 am: 18. April 2015, 20:41:44 pm »




Ich war heute "auf Zollverein" in der Ausstellung:     "Werdendes Ruhrgebiet"



Die Zeche "Zollverein" ist z.B. mit der Straßenbahn 107 oder mit der S2 (S-Bahn 2) gut zu erreichen und zu finden.

7 Euro Eintritt sind sehr ok.


Die Ausstellung ist an allererster Stelle bemerkenswert düster ausgeleuchtet, insgesamt viel zu dunkel!
Sowas dösiges habe ich selten erlebt, in einer Zeit in der "Beleuchtungskonzepte" ganz weit Vorne stehen!
Das liegt daran, dass die Räume eng und je weiter man sich voran arbeitet, tatsächlich mit Exponaten regelrecht vollgestopft worden sind.

Wertvollste und extrem lichtempfindliche Textausgaben des 8. und 9 Jhs. und Textilien die Dunkelheit benötigen,
werden neben archäologischen Funden gezeigt die man nicht gut genug und deutlich genug ausleuchten müßte.

"Vollkommen bekloppt"! Da wurde nicht nachgedacht, man war in Zeitdruck oder die "Kohle" hat einfach nicht gereicht!


Abgedunkelte Raumeinheiten für Texte und Textilien auf der einen Seite, gut ausgeleuchtete Vitrinen für archäologische Fundbelege andererseits, das wäre ein angemesseneres Konzept gewesen.


Wer sich für Keramik des 1. - 10. Jhs n. Chr. und insbesondere für mal wirklich authentische"fränkische Keramik" interessiert: sehr geeignet

Wer sich für Fibeln und Schmuck (Perlen, Fibeln usw.) des 2. bis 10./11. Jhs interessiert und einmal qualitativ gut restaurierte Originalfunde ansehen möchte: sehr geeignet


Der "Rest" dann für Menschen, die sich ohnehin schon vorher intensiv mit dem Thema dieser Zeitspanne in dieser Region beschäftigt haben.

Da ich selber seit 13 Jahren ein Projekt exakt zu dieser Zeitstellung im Ruhrgebiet mit dem LVR und der DFG durchführe, stelle ich für mich fest: Der Forschungsstand repräsentiert eher den Stand von "Anno Zwieback". Der aktuelle Forschungsstand im Bereich des römischen Xanten und an anderen Stelle des Rheinlaufs entlang hat das was dargestellt wird inzwischen kräftig überholt.

Das Ganze hinkt etwa 30 Jahre hinter der weiterhin geleisteten "neuen" Forschung hinterher und zwar entscheidende 30 Jahre. Duisburg z.B. hatte vor dem 9. Jh. überhaupt keine Bedeutung. Das sehen die Duisburger Archäologen und Historiker ohne jeden archäologischen Nachweis aber in ihren Interpretationen kläglicher Hinterlassenschaften gerne anders und interpretieren, was gefunden wurde, gerne tendenziell in ihre gewünschte Richtung! Er ist unausrottbar dieser Lokalnarzissmus.

Dennoch mein Fazit: Funde dieser höchst selten gezeigten Zeitstellung in dieser Zusammenstellung und in dieser Qualität sieht man, so versammelt, so schnell nicht wieder!

Wer nicht allzu weit wohnt sollte die Ausstellung schon gesehen haben.
Der Katalog ist für 25 Euro hinnehmbar, jedoch sicher kein Highlight dieser Publikationsklasse.


Auch die Schatzkammer des Essener Münsters gehört zu den Orten dieser Ausstellungsstätten, wie auch die Reichsabtei Werden an der Ruhr. Die Schatzkammer des Reichsstift Essen beherbergt ottonische Kunst allerersten Ranges, wie man sie in ganz Europa so konzentriert und in derart hoher handwerklicher Qualität und Kunstfertigkeit nirgendwo anders mehr sehen kann! Das allerdings auch ohne die aktuelle Sonderausstellung auf "Zollverein".

Das Reichsstift Werden war das Zentrum der Missionsbewegung gegenüber den Sachsen und Friesen durch Liudger und seine Verwandten unter Karl dem Großen. Allein der Ort selber ist einen Besuch wert.


Mein persönliches FAZIT: viel gewollt, schlürig gemacht, am hohen Anspruch vorbei, doch insbesondere wegen der Seltenheit der Auseinandersetzung mit diesem Zeitfenster und wegen der sonst kaum zu sehenden Objekte dennoch

SEHENSWERT!


lG Thomas  winke winke
« Letzte Änderung: 18. April 2015, 21:12:04 pm von thovalo » Gespeichert

Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.
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