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Autor Thema: Feuerstelle oder Brandgrab?  (Gelesen 10392 mal)
Nanoflitter
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« am: 04. Januar 2015, 21:21:47 pm »

Bei mir auf dem Acker gibt's ne Stelle, wo was aufgepflügt wurde. Mir fielen Anfangs gleich die Bilder von Levantes Urnenbestattung ein. Bei mir gibt's aber oberflächlich keine Scherben, nur zerfallende Holzkohle und die weißen Bröselschnipsel,
auch kein offensichtlicher Knochensplitter. Die weißen Flakes liegen in schönem Schleier auf ca. 1m Länge und 30cm Breite mit der Holzkohle zusammen. Wie Eierschalen, nur was dicker. Bilder hab ich noch nicht von der Situation, war damals nicht mit der Kamera unterwegs. Auf dem Acker gibt's von LBK, römisch, frühes MA usw. fast alles.  
Eile ist nicht geboten, der Landwirt macht erst im Frühjahr wieder was, aufs Amt komm ich auch bald, wegen Fundmeldung usw.
Was meint ihr dazu? Kennt jemand diese Flakes? Ist das verdichtete Asche?
Gruss...

So ähnlich schauts da aus...
http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,63076.msg391749.html#msg391749
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palaeo1
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« Antworten #1 am: 04. Januar 2015, 21:47:49 pm »

Diese weißen Flakes scheinen Kalkscherben zu sein. Ob es Verwitterungsbruch ist oder ob es durch Hitzeeinwirkung zu diesen Flakes gekommen ist, kann man nicht beantworten. Bei den dunklen Brocken wäre es schön die Struktur erkennen zu können. Bei dem linken Stück liegen entsprechende Stellen leider im Dunklen.

Gruß
Klaus
« Letzte Änderung: 04. Januar 2015, 22:38:19 pm von palaeo1 » Gespeichert
Nanoflitter
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« Antworten #2 am: 04. Januar 2015, 21:54:50 pm »

Das schwarze ist Holzkohle, die zermatscht teilweise schon beim anfassen. Nix besonderes. An Kalk hab ich auch gedacht, Knochenasche könnte evtl. von ähnlicher Konsistenz sein?
Nächstes Wochenende mach ich mal Vorortbilder, unter der Woche komm ich erst heim, wenns dunkel ist.
Gruss und dank dir!
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Steinkopf
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« Antworten #3 am: 04. Januar 2015, 22:48:57 pm »

Von den Feuerbestattungen bleibt (zumeist wohl in Urnen) der 'Leichenbrand', kleine Stücke von Knochen übrig.
Diese sind von der Konsistenz mit dem Fingernagel ritzbar, so dass etwas als Staub, Pulver abgeritzt werden kann.

LG

Jan
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Nanoflitter
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« Antworten #4 am: 04. Januar 2015, 22:52:55 pm »

Dann sind es wohl keine Knochenreste, die Flakes zerbröseln auch wie Eierschalen.
Gruss und danke!
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Steinkopf
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« Antworten #5 am: 04. Januar 2015, 23:01:04 pm »

Bei nicht klar erkennbaren Funden bin ich lieber zurückhaltend mit der Berührung.
Wer weiss schon was an gefährlichem Kram aus Kriegs- und Friedenszeiten alles
irgendwie entsorgt wurde und welche Gefahren davon ausgehen.

LG

Jan
« Letzte Änderung: 04. Januar 2015, 23:24:30 pm von Steinkopf » Gespeichert
Nanoflitter
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« Antworten #6 am: 04. Januar 2015, 23:21:24 pm »

Nicht von der Hand zu weisen... Schäm
Gruss...
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Levante
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« Antworten #7 am: 05. Januar 2015, 20:10:13 pm »

Huhu,

ja habe ich wohl übersehen... scheinen wirklich keine Knochen zu sein.

Kalksplitter ist wohl passend, eventuell zerlegter Kalkstein entweder durch Brand und oder durch Verwitterung.

In situ Bilder wären ganz wichtig, aber die werden ja nachgereicht.

Ich habe momentan eine Ähnliche Befundsituation auf einer neuen Fundstelle, bei mir handelt es sich jedoch nicht um Kalkschalen sondern um Kalkstein Bruch und Fragmente. Es ist zu erkennen, dass diese gebrant sind, wohl um Kalk zu erhalten.

Bei mir befinden sich diese Befunde in angeackerten Gruben in Vergesellschaftung mit Keramik und Holzkohle.

Bei mir geht die Datierung momentan über die keltische Münze und eine keltische Fibel, also so 4. vor bis etwa 1. vor Chr..

Ich habe die ganze Sache aber auch noch nicht ab-gelichtet und genau aufgenommen, ich muss da auch noch ein wenig weitere Recherche betreiben.
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Nanoflitter
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« Antworten #8 am: 05. Januar 2015, 21:39:38 pm »

Dank dir und schaun wir mal, was sich da so entwickelt, bin gespannt!
Gruss.. Danke
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Nanoflitter
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« Antworten #9 am: 10. Januar 2015, 18:41:35 pm »

Hier noch mal die versprochenen vor Ort Bilder. Ich wird mal den Ball flach halten, kann auch ein Kalkhaufen aus der Landwirtschaft irgendwann da gelegen haben.
Gruss...
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Levante
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« Antworten #10 am: 11. Januar 2015, 17:27:35 pm »

Huhu,

auch ich war fleißig.

ich habe gestern auf der besagten Siedlungsstelle eine Grube gegraben, selbstverständlich nach Absprache. Hier sind im Pflughorizont einige dieser Stücke aufgetreten. Mittlerweile halte ich es für einen absichtlichen Kalkbrand. ich habe einige dieser Fragmente mitgenommen, wenn ich sie gewaschen habe melde ich mich wieder.
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Nanoflitter
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« Antworten #11 am: 11. Januar 2015, 17:36:12 pm »

Bin gespannt! Super

Gruss...
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Levante
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« Antworten #12 am: 11. Januar 2015, 19:48:48 pm »

So... habe für dich extra etwas schneller gewaschen.

Die Erklärung wie die Schalen zu Stande kommen folgt auf dem Fuße.

Bei mir ist die zeitliche Einordnung des Befundes und der Fundbeobachtung relativ einfach, da es sich um eine zerackerte Grube handelt in welcher sich mein Kelte befand. Somit lässt sich dieser einem Fundkomplex zuordnen ist uns somit relativ selten als Fundbeleg und Beobachtung auf einer Siedlungsstelle.

http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,65408.0.html

Aus welchem Grunde auf eienr Sieldungsstelle der ausgehenden Eisenzeit oder der frühen RKZ jedoch Kalk gebrannt wurde ist eine ganz andere Fragestellung welche ich noch nicht beantworten kann aber gerne eine solche hätte.  mhh grübel

Bei mir lässt sich zusätzlich noch beobachten, dass hier kein Kalk ansteht. Er muss mindestens 5 km entfernt gebrochen wurden sein und hier gebrannt zu werden.

Ich habe etliche Brocken und Schalenbrösel geborgen aber erst mal nur das Anschauungsstück abgelichtet.

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Nanoflitter
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« Antworten #13 am: 11. Januar 2015, 21:09:42 pm »

Auf dem Acker meines Fundplatzes gibt's da einige Kalkbrennkandidaten. Leider liegt nix an Scherben dabei. Ausbuddeln werde ich da jedenfalls nix. Vielleicht geh ich mal irgendwann mit dem Detektor drüber, aber das da jemand beim Kalkbrennen Münzen
verloren hat, ist eher unwahrscheinlich....
Kannst ja nochmal die Schalen zeigen, und was da sonst noch rauskam, wäre super! 
Gruss..
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