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Autor Thema: Bernstorf-Schatz in Bayern soll Fälschung sein  (Gelesen 97389 mal)
Ringgeist
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« Antworten #360 am: 27. Juli 2018, 20:50:55 pm »

Ich habe jetzt nur den Abstract davon gelesen, will mir aber das ganze Manuskript noch genauer ansehen.
In der Zusammenfassung heißt es, dass
die Bernstorf-Bleche kaltgewalzt und danach rekristallisationsgeglüht wurden.
Dass die Bleche durch Hämmern entstanden sind, wird ausgeschlossen.


Leider ist das nicht so gemeint wie sichs liest.
Die Autoren sagen am Ende ganz eindeutig, dass sie finden, dass man erst noch Längshämmern ausprobieren muss. Außerdem stellen sie in den Raum, dass man ja mit Steinwerkzeugen walzen könnte.
Beides scheidet in Wirklichkeit natürlich wegen der gleichmäßigen Dicke der Stücke aus, selbst wenn das gleiche Kristallmuster entstünde.
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stratocaster
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« Antworten #361 am: 29. Juli 2018, 11:31:08 am »

Die Veröffentlichung erscheint mir sehr seriös; man hat sich viel Mühe gegeben.

Es geht um die zerstörungsfreie Bestimmung der Kristallstruktur der Bernsdorf-Goldfunde und von Vergleichsproben mittels Neutronenbeugung,
und dabei vor allem um die Frage, ob die Bernsdorf-Goldbleche durch Hämmern oder durch Walzen hergestellt wurden.

Ich erspare Euch Einzelheiten zur Methode und zu den kristallografischen Details.

Die Vergleichsproben sind in der Tabelle 1 aufgeführt. Basis dazu waren 10g-Goldbarren von Degussa mit einer 99,99%-Reinheit und einer Dicke von 1,5 mm.
Diese Proben wurden unterschiedlich gehämmert, gewalzt, geglüht und gereinigt ("burnished").

Gehämmert wurde mit einem 1 kg-Stahlhammer auf einem Stahlamboss herab bis zu einer Dicke von 0,15 mm.
Dabei wurde zwischen den "Hämmerungen" 6 mal bei 600 Grad C für 3 Stunden zwischengeglüht.
(Dies ist erforderlich, weil sich das Metall durch das Hämmern verfestigt. Die Rekristallisationsglühung macht das Metall wieder verformbar.)

Gewalzt wurde in ähnlicher Weise mit Stahlwalzen.

Der Vergleich der Ergebnisse der Neutronenbeugung von den Bernsdorf-Goldblechen mit den Referenzproben zeigt nun

- dass die Herstellung der Bernsdorf-Goldbleche durch Hämmern definitiv ausgeschlossen wird
- dass sich die Bernsdorf-Goldbleche genau wie die gewalzten Referenzproben verhalten.

Das Walzen von Blechen gibt es aber erst seit einigen Jahrhunderten. Daraus wird nun geschlossen:

- Entweder sind die Bernsdorf-Goldbleche aus moderner Produktion hergestellt oder
- es handelt sich um "spezielle Techniken des Hämmerns mit speziellen Zwischenglühungen". Dies wird Gegenstand weiterer Untersuchungen sein.

Ebenso soll untersucht werden, ob man in der Bronzezeit eventuell schon mit Steinwerkzeugen gewalzt hat.
Außerdem wird vorgeschlagen, andere bronzezeitliche Goldbleche mit eindeutigem Ursprung mittels Neutronenbeugung vergleichend zu untersuchen.
Das finde ich gut!

Noch persönliche Anmerkungen:
Warum hat man nicht "bronzezeitlich gehämmert". d.h. mit Bronzewerkzeugen oder mit Steinen. Eisen gab es in der Bronzezeit schließlich noch nicht.
Die Luft für die "Pro´s" wird immer dünner.
Die Argumente mit dem "speziellen Hämmern" oder dem Walzen mit Steinwerkzeugen erscheinen mir wie Notausgänge aus dem ganzen Dilemma.

Gruß  winke winke
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« Antworten #362 am: 30. Juli 2018, 20:13:53 pm »

@ringgeist und strato
Danke für die Infos/Links  und den auch für Fachfremde nachvollziehbaren Beiträgen bzgl der chemischen Zusammensetzung etc.
Auch vor den Analysen hatte die ganze Fundsituation und die Umstände für mich immer einen faden Beigeschmack. Mittlerweile sind für mich die Indizien zu erdrückend.
Das ist nur meine Meinung, aber wer sich neutral mit diesem Thema auseinandersetzt, muss zumindest starke Zweifel anmelden dürfen. Nicht nur bzgl des Goldes, sondern auch über die Autentität der Bernsteines.
Lg
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« Antworten #363 am: 06. August 2018, 17:56:14 pm »

Hallo Zusammen,
hat man inzwischen mal ein Untersuchung auf Tritium veranlasst ? Damit lasst sich doch zweifelsfrei beweisen das es vor oder nach den Atombombentest auf geschmolzen wurde.

Grüße Jens
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Ringgeist
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« Antworten #364 am: 06. August 2018, 21:16:28 pm »

hat man inzwischen mal ein Untersuchung auf Tritium veranlasst ? Damit lasst sich doch zweifelsfrei beweisen das es vor oder nach den Atombombentest auf geschmolzen wurde.

Kam mir noch nichts unter.
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stratocaster
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« Antworten #365 am: 07. August 2018, 11:56:16 am »

Hallo Zusammen,
hat man inzwischen mal ein Untersuchung auf Tritium veranlasst ? Damit lasst sich doch zweifelsfrei beweisen das es vor oder nach den Atombombentest auf geschmolzen wurde.

Grüße Jens

Ich hab mal bei Wiki nachgelesen. Danach kann man mittels Tritiumanalyse das Alter von Flüssigkeiten bestimmen.
Übrigens steht da auch, dass Tritium auf natürliche Art und Weise in der Stratosphäre gebildet wird.
Gibt es denn Beispiele zur Altersbestimmung an Metallen mittels Tritiumanalyse?

Gruß  winke winke
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« Antworten #366 am: 10. August 2018, 09:25:14 am »

Mein Fehler, hatte das Tritium wohl noch von der Hydrogeologie Klausur im Kopf  irre
Natürlich ist Tritium als Tracer in der Hydrologie.

Bei Metallen müssten man auf Cobalt 60, Caesium 137 und Plutonium 239 geschaut werden.

Wenn das Metall vor 1945 gearbeitet wurde, müssten die Gehalte deutlich geringer sein als bei modernen Referenzproben.
 
In welchem Umfang dies möglich ist, da bin ich überfragt.

Grüße Jens
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« Antworten #367 am: 29. September 2018, 10:11:00 am »

Prof. Pernicka hält am 5.10.2018 einen Vortrag in Mannheim:
https://mind-akademie.de/programm.php

Zitat
05.10., 09:00 Uhr, Berta Benz [Hörsaal]
Vorkommen, Gewinnung, Raffination und chemische Zusammensetzung von Gold werden vorgestellt. Ebenso wird die Entwicklung der Goldverarbeitung vom Altertum bis heute nachgezeichnet. Diese Kenntnisse können auf die Echtheitsanalyse von Goldobjekten angewandt werden. Zwei Fälle von Goldfälschungen werden vorgestellt: Die angeblich spätbronzezeitlichen Goldfunde von Bernstorf in Bayern und die aktuellen Fälschungen von Goldbarren und Goldmünzen mit Wolfram.
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« Antworten #368 am: 29. September 2018, 15:40:25 pm »

Prof. Pernicka hält am 5.10.2018 einen Vortrag in Mannheim:
https://mind-akademie.de/programm.php


Kostet aber offensichtlich Eintritt.
Wenn ich das richtig verstehe, muss man die ganze Tagung für 225 Euro buchen.
Die Teilnahme an nur einem Vortrag ist nicht möglich.
Schade.  Mannheim ist bei mir um die Ecke.

Gruß  winke winke
« Letzte Änderung: 29. September 2018, 21:45:15 pm von stratocaster » Gespeichert

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« Antworten #369 am: 30. September 2018, 14:29:58 pm »

Wenn ich das richtig verstehe, muss man die ganze Tagung für 225 Euro buchen.
Guter Hinweis, das war mir entgangen!


Inzwischen lässts Bürgermeister Hammerl in Kranzberg krachen:
https://www.adg-verlag.de/uploads/archive/file/222/Kranzberg_10_2018.pdf

Zitat
[...]
In den letzten Tagen ist das zweite Rundschreiben vom
Archäologischen Verein im Landkreis Freising mit
16 Seiten erschienen. Man möchte es nicht glauben – auf
5 Seiten davon wurde über die Bernstorfer Funde und
deren „Echtheit“ berichtet. Man könnte meinen, der Ver-
einszweck vom Freisinger Verein ist die Verunglimpfung
der Bernstorfer Funde. Ich dachte immer, der Verein wür-
den(sic!) sich mit archäologischen Grabungen beschäftigen.

[...]

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Hermann Hammerl, 1. Bürgermeister
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« Antworten #370 am: 13. Oktober 2018, 21:58:07 pm »

Moosauer hält im November einen Vortrag beim Stadtteilkultur 2411 e.V.:
Zitat
21.11.18 19.00 Uhr

Dr. Manfred Moosauer (Entdecker der Höhenburg von Bernstorf bei Kranzberg):

Die Bronzezeit in Bayern und Griechenland

Zu den bedeutendsten archäologischen Entdeckungen der letzten Jahre gehören die bronze-zeitliche Befestigung von Bernstorf (Landkreis Freising) und deren Funde. Sie geben einen Einblick in die Kulturbeziehungen vor 3500 Jahren zur Mittelmeer-Welt bis nach Griechenland und Ägypten und dem Ostseeraum. Wichtig für diese Kultur, die damals auch im Raum München präsent war, war der Bernsteinhandel. 

Im Anschluss Griechischer Abend – Lieder aus Bayern und Griechenland
https://www.stadtteilkultur2411.de/programm-1/
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« Antworten #371 am: 17. Oktober 2018, 01:05:08 am »

Die Doktorarbeit von Vanessa Bähr taucht als abgeschlossen in der neuen Liste von Promotionen der Goethe Uni auf:
https://www.uni-frankfurt.de/74209733/Promotionen-WiSe17-18.pdf

Zitat
Fachbereich 09 Sprach-und Kulturwissenschaften
Vanessa Bähr
Die bronzezeitliche Befestigung von Bernstorf und ihr Siedlungsumfeld im Ampertal (Ldkr. Freising, Oberbayern). (Vor-und Frühgeschichte)
Laut Webseite ist die Liste vom 09. Oktober 2018, wenn man in die Metadaten der PDF schaut kann man das Datum auf den 25. September 2018 drücken.

Im Programm der akademischen Feier 2018 von der Goethe Uni (datiert auf den 11. Juni 2018) wird angegeben, dass Frau Bähr bereits 2017 promovierte. Außerdem steht dort
Zitat
Frau Dr. Vanessa Bähr erhält den Christa Verhein-Preis zur Förderung der Archäologie für ihre Dissertation »Die Bronzezeitliche Befestigung Bernstorf und ihr Siedlungsumfeld im Ampertal, Lkr. Freising, Oberbayern«.
Ich konnte leider bisher (17.10.2018) keine Hinweise auf eine Veröffentlichung der Arbeit finden. Es erscheint doch etwas seltsam einen Preis zu verleihen, wenn niemand in der Öffentlichkeit die dazugehörige Arbeit gelesen haben kann.





EDIT: Am Berger hält demnächst einen Vortrag:
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/erding/gruberei-vortrag-zum-bernstorfer-goldschatz-1.4174788
Zitat
Mittwoch, 24. Oktober, 19.30 Uhr, in der "Gruberei", Lange Zeile 5, Erding.
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2018, 22:58:47 pm von Ringgeist » Gespeichert
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