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Autor Thema: Bernstorf-Schatz in Bayern soll Fälschung sein  (Gelesen 59760 mal)
stratocaster
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« Antworten #330 am: 08. Oktober 2017, 19:05:47 pm »


Ich bin zudem erstaunt, dass das Berstorfer Gold, wie das der brozenzeitichen Goldhüte und das der Himmelsscheibe von Nebra sowie das Gold an den mit der Himmelsscheibe gefundenen bronzezeitichen Objekten archämetallurgisch inzwischen eindeutig befundet ist und alles "echt" ist

außer BERNSTORF.


Dazu:
Die Autoren des Buches halten nachwievor daran fest, dass die Bronzezeitler
a. das Verfahren der Zementation (Reduzierung des Ag-Gehaltes) beherrscht haben und
b. dass es unter Umweltbedingungen eine selektive Korrosion des unedleren Ag ("Auslaugung") gegeben hat.

Was ich persönlich von b. halte, habe ich in diesem Beitrag schon mehrere Male geschrieben:
Wenn ein Stück flüssiges Gold (mit etwas Silber dabei) erstarrt und zu einem Klümpchen Gold wird, dann ist an der Oberfläche weniger
Silber vorhanden als im Inneren. Das hängt mit den Erstarrungsbedingungen dieser Legierung zusammen und ist jedem Metallkundler völlig klar.
Heerscharen von Geologen (und vielleicht auch Archäologen) halten das aber für eine umweltbedingte "Auslaugung". O.k.

Wenn eine Behauptung nur oft genug abgeschrieben und wiederholt wurde, dann wird sie irgendwann für die Wahrheit gehalten.
So ist das; Beispiele dazu gibt es in der Wissenschaft sicher genügend.

Nebenbei: Um nicht einseitig zu erscheinen, möchte ich auch zu Pernicka etwas Kritisches äußern:
http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,64599.msg450195.html#msg450195
Im ersten Diagramm findet sich in der Punktwolke direkt über dem "Bernstorf-Bereich" ein Punkt
mit ca. 0,008% Ag und ca. 0,009% Cu; d.h. sehr niedrige Ag-Gehalte durchaus vergleichbar mit Bernstorf
aber mindestens ca. 20 mal mehr Cu als Bernstorf. Dieser "Punkt" stammt ja dem Diagramm nach von einem
Naturgold, das durchaus auch im 99,90% Au-Bereich liegen dürfte.
Wo kommt denn der her ?

Gruß  winke winke
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Ringgeist
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« Antworten #331 am: 08. Oktober 2017, 22:21:41 pm »

Dazu würde ich doch mal anführen, dass Gold nicht als 0,07mm dicke Folie erstarrt, es gibt für ein so schweres Metall keinen schwimmenden Guss wie etwa für Glasscheiben, die auf flüssigem Metall hergestellt werden.

Heißt also, dass wenn man animmt, dass unsere 110g, wenn sie als Würfel erkaltet wären (Dichte 19,32 g/cm^3) hätte dieser ein Volumen von
5.69cm^3 also eine Kantenlänge von 1.79cm. Das bedeutet, wenn unser Würfel eine Reingold-Schicht der Dicke A außen hatte, die jetzt die dicke B hat, dann können wir anseten B/0,03mm=A/17,9mm. Wenn man das umstellt erhält man, dass B=0.0017*A.

Soll heißen, wenn außen eine Schicht besonders reinen Goldes war, die 99,99% hatte im Gegensatz zum fest, dann wäre diese in der geformten Goldfolie nurnoch 0,17% ihrer ursprünglichen Dicke.

Laut dem Radtke Paper war die Messtiefe für Silber etwa 20μm.
Nehmen wir also diesen Wert und gehen wir davon aus, dass die Tiefe nicht genug war. Wie dick war also die 99,99%er Schicht im Würfel?
20µm/0.0017=1,20cm
Das wäre dicker als die Mitte des Würfels und erzeugt somit einen Widerspruch. Der Hohe Goldgehalt kann somit nicht vom Wrkalten und zu wenig Messtiefe kommen.
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stratocaster
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« Antworten #332 am: 09. Oktober 2017, 09:23:38 am »

Hallo Ringgeist,
die Logik ist eine andere:

Ein Geologe findet im Bach ein kleines kugelrundes Goldnugget.
Er sägt es in der Mitte durch, analysiert es unter der Mikrosonde und stellt fest,
dass der Rand weniger Silber enthält als der Kern.
Der Geologe folgert messerscharf, dass das Silber am Rand über die Jahrtausende ausgewaschen
wurde und nennt dies "Auslaugung".
(Der Metallkundler weiss, dass diese Silberverarmung eine andere Ursache hat).

Auch Archäologen haben bei antiken Goldmünzen ähnliches festgestellt und folgen der Hypothese des Geologen.

Nun haben die sehr dünnen Bernstorf-Proben mit 99,99% Gold praktisch kein Silber mehr
(man mag über die Eindringtiefe der Analysemethoden diskutieren).
Daher folgert der Archäologe, dass die Proben früher mal mehr Silber hatten, was dann über
die Jahrhunderte durch die "Auslaugung" verschwunden ist.

Ein Metallkundler sieht das anders; aber Metallkundler wurden wohl bisher nicht befragt.

Gruß  winke winke
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2017, 11:28:04 am von stratocaster » Gespeichert

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« Antworten #333 am: 09. Oktober 2017, 17:54:52 pm »

Ich glaube der Bericht zur Fundsituation war bisher nicht online verfügbar. Er ist jetzt aber auf Academia.edu einsehbar:
EDIT: Neuer Link:
https://www.academia.edu/34706152/Claudia_Rohde_unter_Mitarbeit_von_C._Sebastian_Sommer_Jochen_Haberstroh_Martin_Pietsch_Stefan_Winghart_und_Peter_Freiberger_Funde_und_Finder._Zur_Auffindungsgeschichte_der_Gold-_und_Bernsteinartefakte_im_Bereich_der_bronzezeitlichen_Befestigung_von_Bernstorf_Gde._Kranzberg
« Letzte Änderung: 09. Oktober 2017, 22:24:32 pm von Ringgeist » Gespeichert
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« Antworten #334 am: 16. Oktober 2017, 11:20:31 am »

Die Paläo- und Geolo- Staatssammlung scheint ja sehr optimistisch zu sein:
Zitat
Vorträge im Geologischen Museum 2016/2017(sic!)

Mittwoch, 7. März 2018
Dr. Manfred Moosauer, Arzt und Entdecker der bronzezeitlichen Befestigung Bernstorf
GOLD und Bernstein in Bernstorf.
http://www.palmuc.de/bspg/index.php?option=com_content&view=article&id=290&Itemid=370
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« Antworten #335 am: 27. Oktober 2017, 13:07:54 pm »

Die Uni Frankfurt hat ein neues Buch zu Bernstorf Rausgebracht:
http://www.habelt.de/index.php?id=11&mode=G&tx_shpsystem_pi1[source]=G&tx_shpsystem_pi1[bunr]=49437&tx_shpsystem_pi1[anr]=0&tx_shpsystem_pi1[bnr]=978-3-7749-4109-0&tx_shpsystem_pi1[pr]=0.00
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« Antworten #336 am: 27. Oktober 2017, 16:15:16 pm »

Die Uni Frankfurt hat ein neues Buch zu Bernstorf Rausgebracht:
http://www.habelt.de/index.php?id=11&mode=G&tx_shpsystem_pi1[source]=G&tx_shpsystem_pi1[bunr]=49437&tx_shpsystem_pi1[anr]=0&tx_shpsystem_pi1[bnr]=978-3-7749-4109-0&tx_shpsystem_pi1[pr]=0.00

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« Antworten #337 am: 27. Oktober 2017, 17:10:49 pm »

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Man muss den ganzen Link kopieren und in die Adressleiste einfügen.
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« Antworten #338 am: 10. Dezember 2017, 00:12:12 am »

Still ists geworden. Die Befürworter glauben gewonnen zu haben. Die Zweifler harren darauf, dass sich die Presse einer Meldung erbarmt.
Doch was macht eigentlich Moosi? Der verbreitet seine Lehren in Tutzing. Siehe Anhang.
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