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Autor Thema: Bernstorf-Schatz in Bayern soll Fälschung sein  (Gelesen 36494 mal)
woodl
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« Antworten #240 am: 15. März 2017, 10:53:10 am »

Servas zusammen !
Hier spät aber doch:
Das Erbe einer großartigen Frau
Bachmeier

Mit 72 Jahren ist Traudl Bachmeier unerwartet nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Die Haimhausener trauern um die einzigartige Hobbyarchäologin. (Foto: privat/oh)

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Mit 72 Jahren ist Traudl Bachmeier gestorben. Die Haimhausener trauern um eine einzigartige Hobbyarchäologin.

Einige zehntausend Hobbyarchäologen suchen in Deutschland nach Schätzen der Vergangenheit. Darunter sind die meisten Ehrenamtliche, die in ihrer Freizeit den Denkmalämtern bei der Arbeit helfen, - und einige außergewöhnliche Autodidakten, die mit Leidenschaft, Wissen, Ausdauer und Gespür vergangene Welten in die Gegenwart heben. So eine war Traudl Bachmeier aus Haimhausen, die jetzt im Alter von 72 Jahren gestorben ist. Gemeinsam mit ihrem Weggefährten Manfred Moosauer entdeckte sie 1992 die größte bronzezeitliche Siedlung nördlich der Alpen bei Bernstorf im Landkreis Freising.

"Ohne die Traudl wäre das Projekt Bernstorf nicht möglich gewesen. Sie hat unzählige Stunden Arbeit und Fleiß hineingesteckt. Ich habe eine Freundin und Weggefährtin verloren, die in schlimmen und guten Zeiten loyal an meiner Seite stand", sagt der bekannte und erfolgreichste Hobbyarchäologe Deutschlands, der Arzt Manfred Moosauer. Er und Traudl Bachmeier haben die Reste der 3500 Jahre alten Siedlung vor der Zerstörung durch kommerziellen Kiesabbau gerettet. Ihre sensationellen Funde, Goldschmuck und Bernsteinartefakte, belegen einen intensiven Austausch zwischen Bernstorf und der mykenischen Kultur. Die schlimme Zeit begann für die beiden 2014, als ein Wissenschaftler die Echtheit der Funde anzweifelte - Ende des Jahres wird der Streit beendet sein: Die Archäologische Staatssammlung in München legt endgültige Gutachten vor. Deren Leiter Rupert Gebhard und andere Experten hielten die Artefakte nach eingehender Prüfung von Anfang an für echt.
Liebe zur Heimat

Die Veröffentlichung der Wissenschaftler erlebt Traudl Bachmeier nun nicht mehr. Die Fälschungsvorwürfe haben Moosauer und ihr schwer zu schaffen gemacht. Wer Traudl Bachmeier kannte, schüttelte darüber nur den Kopf: Sie war ein redlicher, charaktervoller, empathischer und lebensfroher Mensch. Ihr Forscherdrang entsprang ihrer Liebe zur Heimat. Auf Ruhm und Bekanntheit schielte sie nicht.

Unermüdlich durchwanderte sie die Landschaft um Haimhausen und brachte Erstaunliches zu Tage: Eine etwa 2000 Jahre alte Glockenbecher Pfeilspitze war ihr erster Fund. In den Amperauen entdeckte sie einen Mammutbackenzahn und das Kniegelenk eines Wollnashorns, etwa 10 000 Jahre alt. Traudl Bachmeier war jedes Frühjahr und jeden Herbst, wenn die Äcker umgepflügt waren, auf der Suche nach Relikten, die das Wissen vor allem der Jugend über die Geschichte ihrer Heimat bereichern. Auf ihre Entdeckungsfahrten nahm sie oft ihre Enkel mit - überhaupt erlebten Kinder und Jugendliche aber auch Erwachsene als eine Frau, die viel Spannendes aus der Geschichte zu erzählen wusste. Sie engagierte sich besonders gerne in der Jungsteinzeit-Gruppe, die sie mit Moosauer für Kinder gegründet hatte.

Vor zwei Jahren wurde das Bronzezeitmuseum auf dem Pantaleonsberg eröffnet - das Lebenswerk von Manfred Moosauer und Traudl Bachmeier, das für die Besucher die Bronzezeit mit modernster Technik erfahrbar macht. In den Tagen ihres nahenden Todes schrieb sie noch Abschiedsbriefe an Familienmitglieder, Freunde, Kollegen - und ihren Weggefährten. Ihr Erbe wird weiterleben, sie hat ihren neun Enkeln ein großes Geschenk gemacht: die Leidenschaft für die Archäologie.
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Ringgeist
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« Antworten #241 am: 17. März 2017, 21:10:08 pm »

So, weiter gehts. Gestern war der Vortrag von Krause in Kranzberg über das neue Buch. Gebhard konnte wohl nicht und Moosauer war anscheinend krank.
Im Merkur erschien zum Vortrag schon ein Bericht:
https://www.merkur.de/lokales/freising/professor-krause-bestaetigt-funde-sind-echt-7819693.html
Vielleicht kommt noch einer von der SZ.

Was im Artikel allerdings fehlt, ist dass sich Krause (laut Bekannten von mir, die dort waren) nochmal ausdrücklich dazu geäußert hat, dass es keine Metropole gibt und das Museum viel zu früh eingerichtet wurde und auch ein verzerrtes Bild zeigt. Er wies auch darauf hin, dass er schon seit Jahren das Museum und die Moosauersche Darstellung der "Stadt" Bernstorf für unangebracht hält.

EDIT: Artikel der SZ:
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/freising/vortrag-in-kranzberg-keine-zweifel-1.3424231
« Letzte Änderung: 18. März 2017, 10:53:18 am von Ringgeist » Gespeichert
woodl
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« Antworten #242 am: 18. März 2017, 16:35:13 pm »

Servas Ringgeist !
Bei Deiner Information über den Vortrag solltest Du aufpassen , nicht das es Dir so wie den Soldaten bei der Sonnenfinsterniss ergeht !
 Habe mir den Vortrag  selbst angehört.
Gruß woodl

http://www.tcp-ip-info.de/fun/story.htm
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« Antworten #243 am: 18. März 2017, 18:02:01 pm »

Bei Deiner Information über den Vortrag solltest Du aufpassen , nicht das es Dir so wie den Soldaten bei der Sonnenfinsterniss ergeht !
 Habe mir den Vortrag  selbst angehört.

Dann hau raus. Hab ja gesagt, dass ich die Info nur von anderen hab. Was hat Krause denn zum Museum und zur überzogenen Darstellung der letzten Jahre gesagt?

EDIT: Zeitspringer hat in seinem Blog auch wieder seinen Senf zum Thema abgegeben. Wie vorher schon beschäftigt er sich dabei auch mit Medienkritik und Informationspolitik:
http://zeitspringer.blogspot.de/2017/03/kontrovers-nachklapp.html
« Letzte Änderung: 18. März 2017, 22:45:43 pm von Ringgeist » Gespeichert
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« Antworten #244 am: 19. März 2017, 11:47:53 am »

Servas Ringgeist !
Der Vortrag hatte den Titel :Bernstorf Archäologisch - naturwissenschaftliche Analysen der Gold - und Bernsteinfunde vom Bernstorfer Berg .
Das Thema : Museum wurde von Prof. Krause nicht angesprochen ! Warum auch ? Archäologische  Funde gehören in die Region wo sie gefunden wurden ( z.Bsp.Heimatmuseum)
Das Bronzezeitmuseum auf dem Pantaleonsberg steht auf einen idealen Platz und ist den herausragenden Funden angemessen. Und auch der Zeitpunkt ist nicht zu früh, denn die bayerische
Staatssammlung würde sich danach alle Finger abschlecken!
Gruß woodl
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« Antworten #245 am: 19. März 2017, 15:45:55 pm »

Archäologische  Funde gehören in die Region wo sie gefunden wurden ( z.Bsp.Heimatmuseum)
Da sind sie aber nicht, sondern nur Repliken.

Das Bronzezeitmuseum auf dem Pantaleonsberg steht auf einen idealen Platz und ist den herausragenden Funden angemessen. Und auch der Zeitpunkt ist nicht zu früh,
Krause hat mehrfach gesagt, dass das Museum zu früh war. Z.B. In der SZ:
Zitat
Kritik übte der Frankfurter Wissenschaftler am Kranzberger Bronzezeit-Museum, das aus seiner Sicht zu früh eingerichtet worden ist. Gerade die Hallstattzeit komme viel zu kurz, dies habe die aktuelle Forschung gezeigt. Er hätte eine Art Werkstattmuseum, das laufend aktualisiert wird, bevorzugt.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/dachau/kranzberg-triumph-fuer-manfred-moosauer-1.2983018

denn die bayerische
Staatssammlung würde sich danach alle Finger abschlecken!
Die hat doch die Funde...
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« Antworten #246 am: 19. März 2017, 19:28:56 pm »

Ich scheue mich noch davor, 50 Euro für das Krause-Gebhard-Buch auszugeben.
Allerdings habe ich mittlerweile doch ein vitales Interesse an den metallkundlichen Aspekten des ganzen
Theaters. Insofern lasse ich mir das Buch vielleicht zum Geburtstag schenken. Gute Gelegenheit.

Irgendwie werde ich folgenden Eindruck nicht los:
"Wir haben ein dickes Buch herausgegeben - daher ist nun die Echtheit der Funde bestätigt"
Aber so wird es ja hoffentlich nicht sein.

In dem vorher verlinkten Artikel aus dem Münchner Merkur sind mir einige Dinge aufgefallen,
und die Antworten auf meine Fragen dazu werden sich ja sicher im Krause-Gebhard-Buch finden.

Die von Ernst Pernicka, einem der schärfsten Kritiker der Echtheit der Funde, als Beleg für eine Fälschung angeführte Reinheit des Goldes konnte – und dafür habe man Beispiele und Quellen – in der Antike durch das Zementationsverfahren erreicht werden.
Es wird im Buch sicher veröffentlicht sein, wie es dem Bronzezeitler gelungen ist, den Cu-Anteil im Gold auf maximal 6 ppm abzusenken.

Untersuchungen der Goldfunde mit dem Rasterelektronenmikroskop zeigten eindeutig, dass das Gold nicht gewalzt, sondern wie eben in der Antike üblich, geschlagen worden sei,
Da wird sicher auch beschrieben sein, ob wir über Kalt- oder über Warmverformung reden.
Es interessiert mich sehr, wie man rasterelektronenmikroskopisch den Unterschied zwischen
Schlagen und Walzen bestimmen kann. Man lernt ja nie aus.

Messungen des Tschernobyl-Fallouts per Caesium 137-Belastung bewiesen, dass beide (!) Funde in 15 bis 20 Zentimeter Tiefe gelegen hätten.
Das ist höchst interessant. Wie man signifikant durch Analyse des Cs-137-Fallouts von 1986 genau auf 15 - 20 cm Tiefe kommt,
interessiert mich sehr. Auch da möchte ich gerne etwas dazulernen.

Irgendwie brauche ich das Buch doch; naja im Mai habe ich Geburtstag.
Als Werkstoffkundler lernt man ja nie aus.

Gruß  winke winke
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« Antworten #247 am: 19. März 2017, 20:24:20 pm »

signifikant
Nie im Leben absolut, wenn da vorher Bewuchs und Wetter war. Eventuellst im Vergleich mit Bohrkernen im umliegenden Areal, aber dann kann noch jeder blöd liegende Stein oder überdeckende Baum das ganze komplett durcheinander bringen. Sollte mich also schon sehr wundern wenn diese 15-20cm in sowas wie einem 95%-Quantil liegen.

Soweit ichs verstanden hab, haben die eh nur nachgewiesen, dass der Fallout sich im Lehm um die Funde zeigt. Soll heißen: Im Fall einer Fälschung hat der Fälscher den Lehm nicht vor dem Atomunglück entnommen und dann im Keller gelagert, bevor er ihn dann in den 90ern ins Erdreich wieder eingebracht hat.
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« Antworten #248 am: 15. Mai 2017, 19:00:38 pm »

Ich musste gerade feststellen, dass jemand vor kurzem zwei Blogs zu Bernstorf gestartet hat:

http://bernstorfnebra.blogspot.de/2017/03/die-funde-von-bernstorf-sind-echt-was.html
http://archaeologiebernstorf.blogspot.de/

Da werd ich mich jetz erstmal durch alles durchlesen müssen und meine Quellensammlung entsprechend anpassen.
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« Antworten #249 am: 17. Mai 2017, 12:24:28 pm »

Ich hab die Briefe jetzt durchgelesen und wundere mich vor allem über die Behauptung, dass Moosauer als vorbildlicher Internist usw., nur am Wochenende Zeit gehabt hätte. Am Ende seines Buches dankt er doch seinen Praxiskollegen für die Geduld im Umgang mit Störungen im Praxisbetrieb wegen archäologischer Umtriebe. Außerdem geht aus meinen Akten hervor, dass Moosauer durchaus unter der Woche in Bernstorf gegraben hat, bzw. Leuten die Grabung gezeigt hat:

Dienstag 31.5.94
Mittwoch 5.6.94
Mittwoch 15.6.94
Mittwoch 22.6.94
Donnerstag 30.6.94
Mittwoch 6.7.94
Mittwoch 10.8.94
Mittwoch 3.5.95
Mittwoch 19.6.96
Freitag 20.9.96
Mittwoch 6.11.96
und bestimmt noch viele Male mehr, aber ich werd jetz nich den ganzen Grabungs-Kalender von Herrn Moosauer zerpflücken.
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« Antworten #250 am: 17. Mai 2017, 22:06:00 pm »

Servas zusammen !
Hier ein neuer Bernsteinfund aus Bernstorf zwinker
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« Antworten #251 am: 18. Mai 2017, 10:10:12 am »

Ich musste gerade feststellen, dass jemand vor kurzem zwei Blogs zu Bernstorf gestartet hat:

http://bernstorfnebra.blogspot.de/2017/03/die-funde-von-bernstorf-sind-echt-was.html
http://archaeologiebernstorf.blogspot.de/

Da werd ich mich jetz erstmal durch alles durchlesen müssen und meine Quellensammlung entsprechend anpassen.

Ich habe mir mal den Teil "Goldreinheit" im Artikel vom Illig durchgelesen.
2 Sachen sind mir aufgefallen:

Die neuerliche Reinheitsprüfung für das Gold wurde im August/September 2015 von der BAM erstellt.
Die Reinheit ist mit 99,99 % [G/K 203, 74, 80] tatsächlich erstaunlich hoch.
Allerdings sind bei zwei Proben 98,35 bzw. 99,7 % gemessen worden.


Ich habe mir die BAM-Veröffentlichung mehr als einmal durchgelesen. Die beiden Proben mit 98,35 und 99,7 finde ich dort nicht.
Von den untersuchten 11 Proben sind jedoch vermutlich 2 Proben an der Oberfläche mit Blei kontaminiert.

Messungen mit einer Elektronenstrahlmikrosonde ergaben, anders als bei elektrogalvanischem Gold [G/K 78],
signifikante räumliche Inhomogenitäten bei Silber, Kupfer, Zinn, Antimon, Palladium und Wismut:
„Diese deutlichen Schwankungen im Spurenmetallgehalt bereits in der kleinen untersuchten Probe weist [sic] deutlich darauf hin,
dass es sich bei der untersuchten Goldprobe trotz durchaus vergleichbarer Reinheit nicht um auf galvanischem Wege erzeugtes Feingold handeln kann,
das eine viel gleichmäßigere Spurenelementverteilung aufweist“ [G/K 203].


Das liest sich in der BAM-Veröffentlichung anders. Dort werden sowohl bei den Bernstorf-Proben als auch bei der Degussa-Probe
vergleichbar ähnliche Mikroseigerungen des Silbers festgestellt. Soll sagen: Auch elektrogalvanisches Gold ist nicht so homogen, wie
durch Illig zitiert.

Nebenbei: Die BAM-Veröffentlichung bestätigt die Ergebnisse von Pernicka und sagt in der Zusammenfassung aus,
dass diese Veröffentlichung einen weiteren Baustein zur Diskussion des Problems darstellt. Mehr nicht.

Ich vermute, dass die ganze Anlegenheit eine "Unendliche Geschichte" bleiben wird.  Unschuldig

Gruß  winke winke

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