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Autor Thema: Wie entstehen Goldnuggets?  (Gelesen 8364 mal)
Asterix
Gast
« am: 15. September 2003, 08:47:03 am »

Hi all,

nach einigen Erfahrungen beim Waschen und aus der Literatur ist es oft so, dass die Goldkrümel im Oberlauf eher klein sind, die Korngröße nach einigen Kilometern ansteigt und irgendwann im weiteren Verlauf des Flusses die Korngröße nicht mehr ansteigt, sondern eher wieder geringer wird.
Nuggets scheinen also tatsächlich zu wachsen.
Am Wochenende habe ich beim Waschen 'nen Geologen getroffen, der mir kurz erklärte, warum das so ist, ganz genau verstanden habe ich es aber noch nicht. Kurz gesagt, unter bestimmten Bedingungen geht Gold in Lösung und lagert sich aber sofort wieder an metallischen Gegenständen an. So bilden sich Nuggets, in Australien geht es wohl sogar ohne Wasser, wenn die mineralische Zusammensetzung des Bodens passt.
Kann mir das mal jemand genauer erklären?
idee
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targetguy
Gast
« Antworten #1 am: 15. September 2003, 10:04:21 am »

Gold nuggets entstehen auf 2 Wege. Weg 1 hast Du bereits erklärt,

Weg 2 ist dass Primärgold, also Species durch verwitterung vom Quartz, Ironstone etc befreit werden und als Nugget vorkommen. ALLE nuggets die ich gefunden habe hatten entweder Ironstone oder Quartzreste.

Gruß targetguy
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Au
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« Antworten #2 am: 15. September 2003, 11:49:17 am »

hy Asterix!
auf der goldwasch WM in der schweiz auf einem stand hab ich vergoldete metallteile in allen erdenklichen variationen gesehen.
vom einfachen nagel bis zum kleinen zahnrad einer uhr.
live hab ich das leider noch nicht erlebt.

auch der link von tecnomaster gibt zu deiner frage etwas aufschluss.
http://www.quarks.de/gold/03.htm

grüsse
AU
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Interessantes ist hier zu finden: http://www.goldblitz.de http://www.goldwaschkurse.at/
Asterix
Gast
« Antworten #3 am: 15. September 2003, 11:55:44 am »

Ok, soweit danke für die Antworten.
Aber unter welchen Bedingungen geht Gold in Lösung bzw. was für Reaktionen finden da statt? Kann man auf Grund des Vorkommens bestimmer anderer Mineralien darauf schließen, dass ein Lösungsprozess bzw. ein Nuggetwachstum stattfindet? Wie lange dauert sowas? :wink3:
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geoexploration
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« Antworten #4 am: 15. September 2003, 15:33:12 pm »

Das funktioniert fast so ähnlich, wie bei einer Verbindung wie beim flüssigen Quecksilber, das dann mit Edelmetallen eine Amalgam-Verbindung eingeht. Das kann u.U. je nach der Umgebung sehr schnell gehen, oder dauert viele tausend Jahre bis ein prächtiges Goldnugget heranwächst.
Gruß
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Andreas12
Gast
« Antworten #5 am: 15. September 2003, 16:35:03 pm »

>Aber unter welchen Bedingungen geht >Gold in Lösung bzw. was für Reaktionen >finden da statt?

Lt. Gmelin's Handbuch lösen Huminsäuren
Gold auf bzw. tragen zur Lösung bei.
Möglicherweise bilden sie mit Goldionen
Komplexverbindungen wie Cyanid und
der Sauerstoff der Luft reicht dann
zum Auflösen aus (das ist meine Deutung
der im Gmelin beschriebenen Beobachtung). Wer es genau wissen will,
sollte es in der im Gmelin zitierten Originalliteratur nachlesen.

>Kann man auf Grund des
>Vorkommens bestimmer anderer >Mineralien darauf schließen, dass ein >Lösungsprozess bzw. ein >Nuggetwachstum stattfindet?

Das Auflösen kann überall geschehen.
Interessanter ist die Abscheidung.
Diese erfolgt u.a. an Manganmineralien,
welche als Reduktionsmittel wirken.
Seltsam ist die Abscheidung auf z.B.
Hämatit. Dabei ist mir nicht ganz klar,
was reduzierend wirkt.

>Wie lange dauert sowas?

Das kann bei dünnen Goldschichten ziemlich schnell gehen. Hohmann hat
in Sedimenten von Bächen in Westfalen vergoldete Eisenteile (etwa von Reissverschlüssen) etc. gefunden.

Im Labor scheidet sich so eine 1-2 um
Metallschicht in wenigen Minuten in
einem autokatalytischen Bad ab. In der
Natur dauert es vermutlich Monate bis
Jahre und länger, eine solche Schicht
abzuscheiden.
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geoexploration
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« Antworten #6 am: 15. September 2003, 17:04:19 pm »

Es gibt daher Extraktions-Verfahren, (ziemlicher Laboraufwand) die Humin- oder Fulvinsäuren bestimmen können, um ggf. Goldlagerstätten zu finden. Kommt für den Hobbygoldgräber ohnehin kaum in Betracht, es sei denn, die Firma Merck Chemie bringt irgend wann, bezahlbare Teststreifen auf den Markt, die man nur noch ins Wasser halten braucht:-D:-D

Gruß
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Spuernase
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« Antworten #7 am: 17. September 2003, 10:24:13 am »

Ich denke mal, es kommt auch darauf an, was da in Lösung geht.
Freies Berggold wird wahrscheinlich nur sehr schwer und langsam in Lösung gebracht.
Anders sieht es da mit feinst verteiltem Gold in verschiedenen anderen Erzen aus (zB. im Pyrit).
Wenn zB. Pyrit zerfällt, entsteht unter anderm schweflige Säure, die so ziemlich alles andere angreifen kann und in Lösung bringt. Dazu kommt, dass das Gold sowieso schon atomweise im Primärerz eingelagert sein kann, so dass du nur den Pyrit zerstören musst, um das Gold freizusetzen!
Beispiele sind die Goldnuggets im Hunsrück,  wo man davon ausggeht, dass sie Restite aus den dort vorkommenden Pyritgängen sind.
Diese Gänge wurden oberflächennah über Jahrtausende verwittert und durch Tagwässer das gelöste Metall in die tieferen Bereiche der Erzgänge gewaschen. Dort hat sich zB. das Gold wieder abgeschieden und angereichert, solange, bis es nicht mehr einfach gelöst werden konnte und als Nugget mit dem Gestein das verwitterte in den nächsten Bach gespült wurde. Da diese Pyritgänge nie sehr mächtig waren, gabs wohl auch nur paar Nuggets zu finden.
Deswegen haben spätere Waschversuche auch nie Flitter gebracht sondern nur ein paar Nuggets aus dem Hangschutt....

Als Beispiel sei noch erwähnt, dass Meerwasser zwischen 3-7 Kg Gold pro Km³ gelöst enthält, aber wer willd as schon produzieren, wenn man die riesigen Mengen anderer Metalle und Salz bedenkt, die man auch erstmal beiseite schaffen müsste....

Grüßlis Nasi
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spencer
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« Antworten #8 am: 24. Dezember 2005, 09:56:54 am »

Wie geht das Gold in Lösung?

Im gmehlin steht, das es vermutlich Huminsäuren sind die das Gold lösen. Aber sicher sind die sich da nicht (wenn ich mich recht erinnere). Im gmehlin ist auch ein Kapitel zu Gold in der biosphäre, besonders interessant ist der Abschnitt "Gold in Pflanzen". Danach soll es Pflanzen geben die Gold auf bis auf mehrere hundert Gramm pro Tonne Asche anrreichern; besonders auffällig sind in diesem Zusammenhang die Schachtelhalmgewächse. Habe mich kürzlich mit jemand unterhalten, der in einem Institut unter anderem auf Metallophyten rumforscht. Er hatte mir erzählt, die Pflanzen (zumindestens einige Arten) nehmen das Gold nicht über Huminsäuren auf sondern , viel simpler , mittels CYANID-ionen. Es soll in Kanada eine Pflanze geben die hat man besonders intensiv untersucht, weil sie so hohe Anreicherungen zeigt und die dies auch mittels cyanid macht. Die genaue Art konnt ich nicht in Erfahrung bringen. Ich denke es wäre interessant wenn man das Thema genauer beleuchtet, vielleicht ergeben sich ja damit ganz neue Möglichkeiten ( besonders dort wo das Gold eh nur in sehr feinverteilter Fprm vorkommt - Pflanzen verbrennen - Asche auslaugen - Ausfällen - fertig?). Wenn jemand weitere Infos zu Gold in Pflanzen hat ..... mich würde es sehr interessieren!   

Also frohes Fest und alles gute zum nächsten Jahr
bis dann
Spencer
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Digger
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« Antworten #9 am: 24. Dezember 2005, 14:49:28 pm »

Untersuchungen haben gezeigt das besonders die Meeresalgen im Mündungsbereich von Goldführenden Flüssen stark mit gold angereichter sind!!!

Digger
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woodl
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« Antworten #10 am: 25. Dezember 2005, 11:29:19 am »

Servas Spencer!
Informationen zum Thema Gold in Pflanzen findest Du u.a. im Buch "Gold in Bayern"( Herausgeber: Bayerisches Geologisches Landesamt)
Solltest Du ein Liebhaber von Waldpilzen sein, so wirst Du vielleicht in Zukunft Deine Exkemente nach dem Verzehr der Pilze nicht mehr so achtlos die Toilette hinunterspühlen. NoGo
Viel Glück bei der Goldsuche der etwas anderen Art! Super
Gruß woodl
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woodl
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« Antworten #11 am: 25. Dezember 2005, 11:34:06 am »

Hier noch eine Tabelle zu den Gold und Arsengehalten in verschiedenen Pflanzenteilen von Pilzen!

Gruß woodl
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Asterix
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« Antworten #12 am: 14. Juli 2006, 09:45:42 am »

Keine Ahnung, aber vielleicht besteht auch ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Huminsäuren und bestimmten Bakterien, wie hier beschrieben:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,426633,00.html

Klingt ziemlich interessant.
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« Antworten #13 am: 14. Juli 2006, 18:34:09 pm »

Hallo Asterix,

dem von Dir genannten Bericht, bezieht sich auf Fulvo- und Huminsäuren. Aber der Bericht nicht so neu!!!.  Big grinsing Für Goldgräber ist folgendes interessant: Mit speziellen Testverfahren (Geochemie) lassen sich in der Tat goldführende Flüsse ausfindig machen, da diese genannten Säuren sich nachweisen lassen.  Die Säure kann aus Gesteinen,  Mineralienauslösen (u.a. auch Gold), ähnlich dem Cyanid. Dadurch wird das Gold (vereinfacht gesagt) aus dem Gestein herausgelaugt - und wenn die Konzentration der Fulvin-Huminsäure durch fluviale Einflüsse nachlässt, bewirkt die Säure beim Gold eine Art Mercury-Effekt, der die Goldpartikel zusammenwachsen lässt. Das sind aber Prozesse, die über Jahrtausende wirken müssen, bevor ein stattliches Nugget heranwächst; besagen einige Studien. Gemäss andere Studien (japanischer Wissenschaftler) wollen sogar diese Methode verwenden, Gold aus bestimmten Pflanzen (mit Bestandteilen dieser Säueren) Gold "herstellen" lassen.  Letzteres dürfte sich aber wohl derzeit kaum lohnen. 

Gruss

Tecnomaster winke winke
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