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Lesefunde => Steinartefakte => Thema gestartet von: Wiesenläufer am 14. September 2020, 15:00:10 pm



Titel: dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: Wiesenläufer am 14. September 2020, 15:00:10 pm
Moin,

vom gleichen Fundplatz wie Gestern, wo ich den Skeskraber/Löffelschaber fand.  :-D

Es weist m. M. nach ein sehr interessantes Detail auf.

Der Nacken des Beils wurde wahrscheinlich nachträglich extrem bearbeitet bzw. dünn gestaltet. (Wie soll ich es richtig ausdrücken  :kopfkratz: ? :schaem:)
Es passt irgendwie nicht zum restlichen Beilkörper.

Der Schliff geht bis an die Bearbeitung ran, auf der einen Schmalseite aber etwas weiter zum Nacken hin.
Vielleicht passte es nicht in seine Schäftung und es wurde kurzerhand etwas dünner gemacht.  :kopfkratz:
(Ist aber nur eine Idee von mir.)

Die Schneide ist leider komplett weg und es fehlen vielleicht um die 2cm.

Oder sollte aus einem dicknackigen, ein dünnnackiges Beil entstehen ?

Gruß

Gabi

PS: Es kommt leider doch die Saat rein  :heul: Wintergerste und kein Regen in Sicht.  :heul: :heul:




Titel: Re:dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: Wiesenläufer am 14. September 2020, 15:01:41 pm
Hier die restlichen Bilder


Titel: Re:dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: StoneMan am 14. September 2020, 16:05:00 pm
Moin,

immer wieder schön, solche Kaventsmänner (https://de.wikipedia.org/wiki/Kaventsmann) zu finden  :Danke2:

Zu diesem Trumm und Deinen Spekulationen zum Wie und Warum kann ich nix beitragen.

Zur ansonsten wieder guten Darstellung nur eine Ergänzung für Dich und die Community.

Zitat:
"Bei partiell geschliffenen Geräten ist der Schliff mit deutlicher Schraffur in Schliffrichtung zu kennzeichnen"

Quelle:
  • Zeichnen von Steingeräten
  • Hinweise zum Zeichnen von Steinartefakten
Lutz Fiedler, Stephan Veil et al.

Das würde ich dann auf Fotos ebenfalls so verdeutlichen.

Gruß

Jürgen


Titel: Re:dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: Wiesenläufer am 14. September 2020, 16:11:06 pm
Moin Jürgen,

OK, werde ich versuchen beim nächsten Mal zu beherzigen.

Kommt in die Sammelkiste.  :zwinker:

Gruß

Gabi


Titel: Re:dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: Danske am 14. September 2020, 20:04:25 pm
Moin Gabi,

das ist möglicherweise ein Retøkse af enkeltgravstype, PVP S. 110/ 111, Nr. 167.

Die Klemmschäftung dieses Beiltyps ist bei PVP auf Seite 104/ 105 zu sehen und erläutert.

Es ist durchaus möglich, dass die Nackendicke verringert wurde, um die Beilklinge in den Schaft zu bekommen. Ich meine, am Nacken Schäftungsglanz zu erkennen :glotz:, oder täusche ich mich da?

Die Umwandlung von einem dicknackigen Beil zu einem dünnnackigen liegt nicht vor.

Ein schöner Fundbeleg :super:

LG
Holger


Titel: Re:dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: steinwanderer am 14. September 2020, 20:10:27 pm
Moin Gabi,
das ist der Nacken eines dünnnackigen Flintbeiles. Da auch die Schmalseiten geschliffen sind ist es eher kein dicknackiges Beil.
Da die Beile fertig eingekauft wurden musste der Nacken manchmal an den Beilholm angepasst werden.
Gruß Klaus


Titel: Re:dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: Wiesenläufer am 15. September 2020, 04:16:25 am
Moin,

Die bearbeiteten Bereiche am Nacken weisen einen leichten Glanz zum Rest des Körpers auf.

also mal wieder andersrum,  :schaem:

Der Beilkörper hat eine Dicke von 2cm. Wäre es dann ein dünnnackiges, dünnblattiges Flintbeil
oder kann man es nicht so ausmachen, weil die Schneiden-Partie fehlt ?

Ich tu mich echt schwer damit, diese Unterschiede mir immer zu merken.  :friede:

Gruß

Gabi


Titel: Re:dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: Danske am 15. September 2020, 21:17:44 pm
Wenn die Beilklinge an der dicksten Stelle nur 2 cm misst, handelt es sich um ein dünnblattiges Beil. Das habe ich nicht erkannt, lag mit dem dicknackigen Einzelgrabbeil falsch und Klaus richtig.

Für die Beurteilung dünn- oder dicknackig ist die Nackenbreite 2 cm vom Ende gemessen maßgeblich.

LG
Holger



Titel: Re:dicknackiges, asymmetrisches, ? beschädigtes Flintbeil
Beitrag von: Wiesenläufer am 16. September 2020, 02:53:11 am
Moin Holger,

 :Danke2:

Das mit den 2cm vom Ende gemessen, hatte ich mir gemerkt.  :-)
Den Rest musste ich mir  erst zusammen  lesen (wie immer).

Gruß

Gabi