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Autor Thema: NFG in Baden-Württemberg  (Gelesen 2165 mal)
insurgent
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Mitglied der Detektorengruppe SH


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« Antworten #30 am: 01. Dezember 2011, 09:15:47 »

Hi Leute,
Ich bin "Ehrenamtlicher Beauftragter" der Archäologischen Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart.
Wir haben auf unseren Arbeitstagungen dieses Thema schon häufig diskuttiert und sind immer deutlich mehrheitlich zu der Auffassung gekommen, dass Sondengehen nicht erwünscht ist und in der Sache in der Regel kontraproduktiv ist. .....

Hallo misterhigh,

ich als Bodendenkmalpfleger und durch ein Landesamt zertifizierter Sondengänger kann nur sagen das in BW mit zweierlei Maß gemessen wird und das ist für die Bodendenkmalpflege 1003 mal schädlicher als das beharren auf veralteten Positionen.

Auch in BW wird bei einer Grabung der Pflughorizont abgeschoben bevor mit der Ausgrabung begonnen wird, d.h. in der Regel ist der letzte Laufhorizont in der Pflugschicht verschwunden und nur über prospektierte Funde kann noch auf die Zeitliche Abfolge geschlossen werden.
Da die Amtsarchäologie dafür i.d.R. keine Zeit hat verschwinden diese Funde und verfälschen somit das Ergebniss (Vergleiche Forschungsstand Haithabu in den Ausgrabungsergebnissen und den Detektorprospektionsergebnisen)

Welchen Schaden für die Amtsarchäologie hat also die genehmigte Suche in der Ackerschicht wenn sie doch für eine Grabung entfernt wird?

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Meine Bodenfunde werden gemeldet
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« Antworten #31 am: 01. Dezember 2011, 09:48:54 »

Hi Leute,
Ich bin "Ehrenamtlicher Beauftragter" der Archäologischen Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart.
Wir haben auf unseren Arbeitstagungen dieses Thema schon häufig diskuttiert und sind immer deutlich mehrheitlich zu der Auffassung gekommen, dass Sondengehen nicht erwünscht ist und in der Sache in der Regel kontraproduktiv ist. Hierzu gibt es die Broschüre "Hinweise zum Verhalten und zur Beweissicherung beim Antreffen von Sondengängern und Raubgräbern" (Stand Juni 2006). Hier steht u. a.:Privatpersonen kann in der Regel für das planmässige Suchen nach verborgenen Bodendenkmälern mit Metallsonden keine Genehmigung erteilt werden...... Dies ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit einer Geldbuße bis zu 50.000 geahndet werden.
Und davor schützt auch keine Versicherung !!!


Moin,

mein Name ist Walter Franke aus Wiesbaden. Zusammen mit zwei weiteren Suchern haben wir 1999/2000 vor dem Verwaltungsgericht in Wiesbaden die Herausgabe von NFG eingeklagt und wie bekannt sein dürfte auch gewonnen.
Ein Ergebnis dieses Prosesses war, dass immer, wenn im DSchG steht, dass eine NFG erforderlich ist, diese auch zu erteilen ist. Die persönliche Meinung der Archäologen ob dies gut oder schlecht ist, ist schlicht unerheblich, weil der Gesetzgeber durch diesen Passus im DSchG die Herausgabe von NFG gesetzlich vorgesehen hat.

Ich habt in BW nur die Situatuion, dass noch niemand - so wie in Hessen - eine NFG vor dem VG eingeklagt hat.

Viele Grüße

Walter
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Ich gehe nicht suchen, ich gehe finden !


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« Antworten #32 am: 01. Dezember 2011, 09:51:26 »

Wir machen das so wie wir es für richtig halten und die Anderen dürfen es anders machen. Und daran wird sich auch nix ändern.

Da ist jemand um den "Status Quo" besorgt ! Was ist bei euch in BaWü los ?
Knicken die ersten jungen Archäologen ein? Fordern diese etwa, dass Sondengänger integriert werden sollen?

Nur mal so zum "nutzen" von legalen Sondengängern: Der Archäologe Dr. Harnecker zieht grade die Fundstellen von römischen Fundplätzen in Niedersachsen zusammen. Bis vor 10 Jahren waren dieses ca. 3000 bekannte. Seid den Prospektionen mit der Metallsonde kamen seitdem ca. 2000 neue Fundstellen hinzu... !

Gruß Stephan

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Genehmigter Sondengänger im Landkreis Osnabrück & Stadtgebiet Diepholz.
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« Antworten #33 am: 01. Dezember 2011, 10:35:35 »

Tatsache ist das viele (insbesondere ältere) Archäologen den Gebrauch von Metelldetektoren scheuen wie der Teufel das Weihwasser.
Ich selbst habe schon erlebt, dass bei Grabungen, zu denen ich hinzugerufen wurde, mein Angebot eine solche in die Hand zu nehmen, abgelehnt wurde.
Man scheut einfach die Technik. Woran das liegen mag???? Keine Ahnung! Verträgt sich Technik nicht mit Geisteswissenschaft??????
Was ein Metalldetektor kann bzw. nicht kann, ist für viele Archäologen in nebulösen Vorstellungen verborgen.
Das gleiche zeigt sich z.T. auch bei älteren in der Denkmalpflege integrierten Feldbegehern, die eine GPS-einmessung von Funden ablehnen und lieber mit ihren TK 25 herumspielen, anstatt eine vernünftige Dokumentation nach dem Stand der Technik durchzuführen.
Gott sei Dank findet aber ein Umdenken bei den jungen Archäologen statt. Das wird auch vor BW nicht haltmachen.
Gruß Jörg
 
 
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« Antworten #34 am: 01. Dezember 2011, 11:20:00 »

Tatsache ist das viele (insbesondere ältere) Archäologen den Gebrauch von Metelldetektoren scheuen wie der Teufel das Weihwasser.
Ich selbst habe schon erlebt, dass bei Grabungen, zu denen ich hinzugerufen wurde, mein Angebot eine solche in die Hand zu nehmen, abgelehnt wurde.
Man scheut einfach die Technik. Woran das liegen mag???? Keine Ahnung! Verträgt sich Technik nicht mit Geisteswissenschaft??????
Was ein Metalldetektor kann bzw. nicht kann, ist für viele Archäologen in nebulösen Vorstellungen verborgen.
Das gleiche zeigt sich z.T. auch bei älteren in der Denkmalpflege integrierten Feldbegehern, die eine GPS-einmessung von Funden ablehnen und lieber mit ihren TK 25 herumspielen, anstatt eine vernünftige Dokumentation nach dem Stand der Technik durchzuführen.
Gott sei Dank findet aber ein Umdenken bei den jungen Archäologen statt. Das wird auch vor BW nicht haltmachen.
Gruß Jörg
 
 


Hallo Jörg,

da ich selbst aus den Reihen der älteren Feldbegeher komme und auch seit 20 Jahren an Grabungen teilnehme, kann ich Dir eine Antwort hierauf geben. Bei den Scherbensuchern ist es einfach das Alter. Viele wollen nichts mehr neues Lernen. zumindest nichts technischen. Bei den Archäologen liegt es eher daran, das der Metalldetektor seit den 80ern extrem verteufelt wurde.  Kaum einer der älteren Kollegen hat keine negativen Erfahrungen auf Grabungen gemacht.
Hier glaube ich aber nicht, dass es sich um eine Ablehnung der Technik handelt, denn Neuerungen wie die Total Station oder Laserscanner wurden begeistert aufgenommen und verwendet.

Grüße

Hannes
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« Antworten #35 am: 01. Dezember 2011, 12:20:04 »

Hallo Hannes
Bei den Scherbensuchern ist es einfach das Alter. Viele wollen nichts mehr neues Lernen. zumindest nichts technischen.
an sich kannte ich die Antwort schon, aber es ist schön, dass Du mich bestätigst. Das ganze ist sehr bedauerlich, zumal die Nutzung von GPS einfacher ist als die eines Handys. (Ps. trotz allem habe ich eine hohe Wertschätzung für die Verdienste der Altvorderen).

Bei den Archäologen liegt es eher daran, das der Metalldetektor seit den 80ern extrem verteufelt wurde.  Kaum einer der älteren Kollegen hat keine negativen Erfahrungen auf Grabungen gemacht.
Um so wichtiger ist es Sondengänger in Grabungen einzubinden. Man muss sich ja gar nicht selbst (als Archäolge) mit der Detektortechnik vertraut machen, das überlässt man besser denen die sich da auskennen. Aber nutzen sollte man deren Wissen. Das schützt nicht nur die Grabung, sondern bringt wertvolle Befunde aus dem Aushub bzw. der abgeschobenen Erde. Und ich weiß von was ich spreche.

Hier glaube ich aber nicht, dass es sich um eine Ablehnung der Technik handelt, denn Neuerungen wie die Total Station oder Laserscanner wurden begeistert aufgenommen und verwendet.

Na, da habe ich aber schon manchen Archäologen verzweifelt an der Totalstation herumtippen sehen  Big grinsing. Gut man ist bemüht und Gott sei dank ist ja meistens ein Grabungstechniker anwesend.

Gruß Jörg


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« Antworten #36 am: 01. Dezember 2011, 12:21:48 »

Ich zweifle die "Echtheit" von misterhigh an.

Hier will jemand ganz bewußt provozieren...

Michael
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« Antworten #37 am: 01. Dezember 2011, 12:23:13 »

Ich zweifle die "Echtheit" von misterhigh an.

Hier will jemand ganz bewußt provozieren...

Michael
Hallo Michael,
dann trifft er aber den Ton gut. Respekt.
Gruß Jörg
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« Antworten #38 am: 01. Dezember 2011, 12:28:15 »

Da hast Du recht Jörg, schaun wir mal...

Liebe Grüße,  winke winke
Micha
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« Antworten #39 am: 01. Dezember 2011, 12:50:30 »

Ich zweifle die "Echtheit" von misterhigh an.

Hier will jemand ganz bewußt provozieren...

Michael
Super Willkommen im Club der "Graswachsenhörer"

Lasst ihn noch ein wenig schreiben - den misterhigh...

Gruß

Jürgen
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« Antworten #40 am: 01. Dezember 2011, 13:26:37 »

Na, da habe ich aber schon manchen Archäologen verzweifelt an der Totalstation herumtippen sehen  Big grinsing. Gut man ist bemüht und Gott sei dank ist ja meistens ein Grabungstechniker anwesend.
Gruß Jörg


Ohne die Grabungstechniker wäre so mancher Grabungshelfer und Wissenschaftler in ihren Löchern lebendig begraben worden grins
Da könnte ich wirklich aus dem Nähkästen plaudern.

Im Übrigen halte ich misterhigh auch für einen Fake. Denn das Geschriebene ergibt nur Sinn als Provokation. Warum sollte sich hier ein EM aus BW anmelden und über Sondengänger herziehen? Das ergibt keinen Sinn.

Ich weiß aber schon wie die Geschichte ausgeht:
 
Es geht hin und her mit Argumenten (wahlweise kombiniert mit Beleidigungen, Aufrufen zur Vernuft und Standpunktstatements) und am Ende weist irgend jemand darauf hin das "wir" Sondengänger gegen diese Sturköpfe (in diesem Fall den Fakeposter) zusammenhalten müssten und am besten einen Verein/Verband gründen, und/oder einen Prozess führen, und/oder Buch xy kaufen, um zu lernen wie man am besten ohne Genehmigung sondelt. Oder so ähnlich.

...
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jabberwocky666
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« Antworten #41 am: 01. Dezember 2011, 18:50:36 »

Auch wenn ich mich zu diesem Thema bedeckt halte (was seine Gründe hat), so will ich doch zwei Infos aus erster Hand (Archäologe des LAD Esslingen) beisteuern:

1.) Von Seiten des Landesamtes für Denkmalpflege (LAD) wird jedoch angeboten, kulturgeschichtlich interessierte Personen ehrenamtlich an einer systematischen Prospektionsmaßnahme des LAD auf einem überplanten Areal teilnehmen zu lassen, bei der der Einsatz einer Metallsonde unter Anleitung des LAD ermöglicht wird. Eine Beteiligung an dem Prospektionsangebot des LAD hat die Zusage zur Voraussetzung, die Metallsonde in Baden-Württemberg nur bei diesen Aktionen zu nutzen.

2.) Zum Thema Ackersuche bekam ich folgende Aussage: "... bezüglich gestörter Flächen weise ich auf die Schlachtfeldarchäologie hin. Der wichtigste Aussagewert beruht hier in der Streuung der Fundgegenstände. Unbestritten handelt es sich dabei um Kulturdenkmale gemäß §2 DSchG, seien sie nun frühgeschichtlich oder napoleonisch."

Ich lasse das mal unkommentiert...
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andreasluecke
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« Antworten #42 am: 01. Dezember 2011, 19:25:34 »



2.) Zum Thema Ackersuche bekam ich folgende Aussage: "... bezüglich gestörter Flächen weise ich auf die Schlachtfeldarchäologie hin. Der wichtigste Aussagewert beruht hier in der Streuung der Fundgegenstände. Unbestritten handelt es sich dabei um Kulturdenkmale gemäß §2 DSchG, seien sie nun frühgeschichtlich oder napoleonisch."


Ha´m se ja auch recht! Aber wie sollen die Sachen ohne Sonde gefunden werden? Durch die LDA mit ihrem überbordenden Personalüberschuss?
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« Antworten #43 am: 01. Dezember 2011, 20:09:00 »

Schlachtfeldarchäologie geht fast ausschließlich mit dem Detektor und vielen Ehrenamtlichen Detektorgängern(Außnahme wenn irgendein Energiekonzern massenhaft Geld dafür bereitstellt  It's cool man)

Und hier gibt es auch keine Gegenargumente, es sei den man verbietet Wissenschaft aus reiner Borniertheit.
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« Antworten #44 am: 01. Dezember 2011, 20:27:00 »

Warten wir mal was kommt...  Hier sitzen sie in der ersten Reihe...

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