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Autor Thema: Info-Beitrag - Die Welt der Meteorite ..  (Gelesen 6347 mal)
McSchuerf
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« am: 19. Januar 2011, 07:18:42 am »

Die Welt der Meteorite – Zeugen der Entstehung des Universums ..

von McSchuerf

A. Einführung ..

“Von antiken Kulturen wurden sie ehrfurchtsvoll als Sendboten der Götter betrachtet und häufig genossen sie religiöse Verehrung. Wir Menschen des 21. Jahrhunderts sehen diese “Himmelssteine“ etwas nüchterner, aber ihre unbeschreibliche Faszination haben sich die Meteorite über alle Zeiten hinweg bewahrt.“

Mit diesem Zitat von Carolyn S. Shoemaker möchte ich meinen kleinen Exkurs in die Welt der Meteorite einleiten.    Big grinsing

Der Schlüssel zum Verständnis unserer eigenen Herkunft liegt in der ursprünglichsten Form der Materie, die uns Menschen direkt zugänglich ist – den Meteoriten, jene festen Körper kosmischen Ursprungs, die nach Eintreten in die Erdatmosphäre den Erdboden erreichen. Mit einem Alter von 4,5 Milliarden Jahren sind sie Zeugen kosmischer Kollisionen die für die Bildung des frühen Planetensystems eine wesentliche Rolle spielten. Überwiegend bestehen sie aus Silikatmineralen oder aus einer Eisen-Nickel-Legierung. Da es sich fast immer um vielkörnige Mineralaggregate handelt, werden Meteoriten zu den Gesteinen gerechnet, unabhängig von ihrer chemischen Zusammensetzung.

Zunächst muss man zwischen folgenden Begriffen unterscheiden ..

Meteroid  =  kosmischer Körper, der in die Lufthülle der Erde eindringt aber nicht den Erdboden erreicht

Meteor  = Lichterscheinung bzw. Leuchtspur, die beim Eindringen eines Meteroids in die Erdatmosphäre erzeugt wird

Sternschnuppe  =  kleinste Meteroide bis ca. 0,1 Gramm Gewicht, die stets beim Durcheilen der Erdatmosphäre verglühen.

Meteorit  =  Meteroid, der beim Durcheilen der Erdatmosphäre nicht vollständig verglüht, sondern mit einem Rest den Erdboden erreicht.

Bolide oder Feuerkugel ist ein Meteor, der die Helligkeitswerte der hellsten Sterne übersteigt und oft von einem Donnergrollen, Knattern oder von Überschallknall begleitet wird.

Die Bezeichnung “Meteorit“ kommt aus dem Griechischen und kann etwa mit „in der Luft befindlich“ übersetzt werden.
In älteren Schriften finden sich dafür auch Namen wie z.B. “Aerolith“ (Luftstein), “Uranolith“ (Himmelstein), “Donnerstein“, “Mondstein“, “Baethylie“ (beseelter Stein).
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McSchuerf
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« Antworten #1 am: 19. Januar 2011, 07:20:36 am »

B. Wichtigste Fakten ..

Bereits in vorgeschichtlicher Zeit verarbeiteten Menschen Meteoreisen  (“Geschenk des Himmels“) zu Werkzeugen, Kultgegenständen und Waffen.

Indianer begegneten den Meteoriten mit großer Ehrfurcht und verwendeten diese für rituelle Zwecke. Auch Griechen und Römer verehrten Meteorite – so wurden unter anderem um 220 n.Chr. in Rom sogar Münzen mit Meteoritenmotiven geprägt.

Im Mittelalter wurde die Erforschung der Meteorite wie auch der Kometen als unheilbringende Vorzeichen tabuisiert, während diese Himmelskörper im Altertum noch als Botschaft der Götter betrachtet und entsprechend behandelt wurden.

Der älteste europäische Meteoritenfall, von dem noch Material verfügbar ist, hatte sich am 7. November 1492 im elsässischen Ensisheim ereignet.

Aristoteles hielt Sternschnuppen und Feuerkugeln für Ausdünstungen des Erdreichs, die sich beim Aufstieg in der Atmosphäre durch Reibung entzündeten.

Ernst F. Chladni begründete die moderne Meteoritenkunde mittels seiner bahnbrechenden Schrift von 1794 über den kosmischen Ursprung der Meteorite.
Erst durch den Steinmeteoritenschauer vom April 1803 über dem franz. L’Aigle wurde Chladnis Theorie bestätigt und überzeugte schließlich auch die Skeptiker.

Heute z.T. immer noch lebhaft diskutiert wird die Theorie des Aussterbens der Dinosaurier vor ca. 65 Millionen Jahren durch den Einschlag eines gigantischen Meteoriten.

Vor allem in den Wüstengebieten Australiens, des Oman und der Sahara konnten in den letzten Jahren faszinierende Neufunde an Meteoriten getätigt werden.

Bis 1970 kannte man immerhin schon rd. 2.300 verschiedene Meteoriten-Fälle und Funde.
Innerhalb der letzten 30 Jahre wurden dann allerdings auf den Blaueisfeldern des Südpols tausende verschiedene Meteorite gefunden – eine Sensation!

Zweifelhafte Berühmtheit erlangte der 1984 in der Antarktis gefundene Mars-Meteorit mit der Bezeichnung ALHA84001 – angeblich sollen in diesem Steinmeteoriten fossile Lebensspuren vom Planeten Mars nachgewiesen worden sein. Diese Theorie wurde jedoch inzwischen widerlegt!

Die Eintrittsgeschwindigkeiten planetarer Kleinkörper wie der Meteroide sind extrem hoch - sie liegen zwischen 11 und 72 km/s, d.h. etwa 40.000 bis 260.000 km/h.
Diese kosmischen Geschosse werden nur durch Wechselwirkung mit den Luftmolekülen der Erdatmosphäre abgebremst. Zum Teil schmelzen und verdampfen die Meteroiden-Oberflächen. Den damit einhergehenden Leuchtvorgang nennt man Sternschnuppe oder Meteor.

Meteore, die gerade noch für das bloße Auge sichtbar sind, werden durch etwa einen Millimeter große Körper hervorgerufen. Diese verglühen in 90 bis 100 km Höhe.
Größere Teilchen verglühen erst in einer Höhe von 20 bis 50 km.
Die meisten Teilchen werden in der die Erde schützenden Lufthülle vollständig aufgerieben.
Restmassen dieser “Himmelsboten“ dringen nur ganz selten bis auf die Erdoberfläche vor. Dort kann man sie als Meteorite auffinden.

99,8% aller Meteorite stammen von Körpern aus dem sog. Planetoidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Nur 0,2% aller Meteorite stammen vom Planeten Mars oder vom Mond. Letztere Gruppe wird auch von Wissenschaftlern und Sammlern aufgrund ihrer Seltenheit besonders geschätzt!

Bekannt sind weltweit etwa 200 Meteoritenkrater, davon befinden sich in Süddeutschland zwei relativ alte Impaktstrukturen: das Nördlinger Ries (15 Millionen Jahre mit 24 km Durchmesser) sowie das Steinheimer Becken. Einer der weltweit berühmtesten Krater ist der Barringer-Krater bei Flagstaff in Arizona (Alter: 50.000 Jahre mit einem Durchmesser von 1,2 km).
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McSchuerf
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« Antworten #2 am: 19. Januar 2011, 07:21:57 am »

Man unterscheidet grundsätzlich drei verschiedene Meteoritentypen nach ihrer mineralischen Zusammensetzung:
1. Steinmeteorite  –  mit Primärbestandteil Silikatmineralien und wenig Nickeleisen (NiFe) – Anteil an allen Meteoriten ca. 95%.

2. Steineisenmeteorite  –  als Mischformen aus 1. und 3 - Anteil ca. 1%.

3. Eisenmeteorite  –  überwiegend bestehend aus Nickeleisen (NiFe) – Anteil ca. 4%.


Bei den Steinmeteoriten gehören die Chondrite zu den häufigsten Vertetern. Sie weisen millimeter- bis erbsengroße Einschlüsse – die sog. Chondren – auf und sind die älteste und ursprünglichste Materie die uns bekannt ist – sie bildete sich vor ca. 4,5 Milliarden Jahren bei Abkühlung der Gas- und Staubwolke, aus der auch unsere Sonne und die Planeten samt Monden entstanden sind.

Die kosmische Herkunft eines Eisenmeteoriten lässt sich durch einen einfachen Test beweisen – wenn man einen Eisenmeteoriten durchsägt, die Schnittfläche poliert und diese mit methanolhaltiger Salpetersäure ätzt, erscheinen die sog. Widmanstättenschen Figuren (auch als Widmanstätten-Strukturen bezeichnet). Hierbei handelt es sich um die typische Kristallstruktur der Nickeleisen-Legierung, die durch extrem langsame Abkühlung des Meteroiden im All entstanden ist.
Die Ätzfiguren zeigen sich nur bei der größten Gruppe der Nickel-Eisenmeteorite – den Oktaedriten, die neben dem Mineral Troilit (FeS) vorwiegend aus den Nickel-Eisenmineralen Kamacit und Taenit bestehen. Die Füllmasse zwischen den “Lamellen“ dieser Minerale wird als Plessit bezeichnet.

Zu den bekanntesten Vertretern der Steineisenmeteorite gehört der Pallasit, der etwa zu gleichen Anteilen aus einem Nickeleisen-Netzwerk und aus darin eingelagertem Olivin besteht. Noch wertvoller als Gold werden sie auch als “Juwelen der Götter“ bezeichnet.
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McSchuerf
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« Antworten #3 am: 19. Januar 2011, 07:24:10 am »

C. Erkennen von Meteoriten ..

Durch einfache Tests kann man feststellen, ob man selbst einen echten Meteoriten oder nur einen sog. “Meteoriten-Wrong“ bzw. “Pseudometeoriten“ gefunden hat.
Dabei ist folgende Checkliste sehr hilfreich ..

Wird das Fundsstück von einem Magneten angezogen? - Ja / Nein

Ist das Fundstück für seine Größe besonders schwer bzw. weist das Stück eine hohe Dichte auf?  - Ja / Nein        
                                                                        
Weist das Fundstück eine matte Oberfläche auf? - Ja / Nein

Zeigt das Objekt auf einer angeschliffenen Ecke metallischen Glanz oder metallische Einschlüsse? - Ja / Nein

Hat das Objekt eine schwarze oder braune Kruste - Ja / Nein

Ist das Stück kompakt und massiv? - Ja / Nein

Falls Sie alle Fragen mit “Ja“ beantworten können, liegt Ihnen vermutlich ein echter Meteorit vor!

Verwechselt werden Meteorite oftmals mit ..
- metallhaltigen, meist porösen Schlacken

- Konkretionen aus Magnetit oder Hämatit

- sulfidischen Sedimentknollen aus Pyrit oder Markasit

- korrodierten Überresten metallischer Werkzeuge

Sollten Sie gemäß obiger Checkliste der Ansicht sein, einen echten Meteoriten gefunden zu haben, so können Sie Ihr Fundstück zur kostenlosen Begutachtung an die Volkssternwarte Laupheim oder das Bavarian Meteorite Laboratory in Augsburg senden. In Zweifelsfällen wird dann eine fachwissenschaftliche Analyse durchgeführt.

ABER: Meteorite sind -  wie bereits weiter oben berichtet -  äußerst selten!
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D. Berühmte Meteoritenfälle und Meteoritenfunde ..

http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Meteoriten

Der größte bislang auf der Erde gefundene Meteorit ist der Hoba-Meteorit. Dieser wurde in den Otavi-Bergen, ca. 20 km westlich von Grootfontein in Namibia entdeckt. Die Gewichtsangaben schwanken zwischen 50 und 60 Tonnen. Der “Hoba“ - wie er auch genannt wird - ist ein Nickel-Eisenmeteorit, der vor etwa 80.000 Jahren auf der Erde einschlug und - nach wie vor - in seiner ursprünglichen Position liegt.
Sein Alter wird auf 190 bis 410 Millionen Jahre geschätzt.
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McSchuerf
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« Antworten #4 am: 19. Januar 2011, 07:26:15 am »

E. Quellen ..

“Götterboten - Feuer vom Himmel“ – Eine kleine Meteoritenkunde, Volkssternwarte Laupheim e.V., Dieter Heinlein - 2009, 2. Auflage

Meteorite – Boten aus dem Weltall – Natur-Museum Coburg, Dr. Georg Aumann, Heft 22
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F. Hinweise ..

Alle Angaben sind ohne Gewähr auf Vollständigkeit und 100%ige Richtigkeit.

Alle Fotos – Copyright McSchuerf.

Alle abgebildeten Meteorite sind Bestandteil der Sammlung McSchuerf

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Viele Grüße
Peter   winke winke
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« Antworten #5 am: 19. Januar 2011, 11:44:30 am »

Hallo Peter,
mal wieder schöne und interessante Bilder. Ein Stück vom Sikhote-Alin Meteor hab ich auch.
Ich hab das Stück mal mit Zertifikat bei e-bay ersteigert. Die Teile sind ja nicht so selten und daher erschwinglich. Es gibt halt genug davon, da er ca. 100 T schwer war.
Ich finde es toll sowas in der Hand zu haben weil es halt ausserirdisch ist. Wenn ich mich recht erinnere kommt er aus dem Asteroidengürtel und dann wäre er ca 400 Millionen KM von der Erde weg gewesen.
Doch noch viel spannender finde ich deinen Mond und deinen Marsmeteoriten. Um Gestein vom Mond zu bekommen mussten andere da hinfliegen. narr Das ist schon was, sowas in der Vitrine zu haben. Im Haus der Geschichte in Bonn gibt es ein Stückchen Mond zu sehen.
Wenn ich da immer mal wieder vorbeischaue, wegen der wechselnden Sonderausstellungen, ist ein Abstecher zu diesem "Mondstein" ein Besichtigungsmuss und ich steh immer wieder staundend davor.

Gruß

Michael
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« Antworten #6 am: 19. Januar 2011, 16:45:32 pm »

Hallo Peter,

sehr schöner Bericht, herrliche Fotos. Ich habe auch ein paar solche Funde herumliegen. Aber ich komme derzeit aus zeitlichen Gründen nicht dazu, wieder mal auf die Suche zu gehen. Irgend wann wieder mal, wenn nicht viel zu tun ist. Big grinsing

Foto 1:   Meteorit ohne Detektor gefunden, Einschlagkrater ca. 90 cm, relativ harter Boden.

Foto 2:   beim ausprobieren vom Goldetektor Minelab gefunden, aber der Einschlagkrater war aber gut sichtbar erhalten.

Foto 3:   eher Eisenschlacke?  Genauer Herkunftsort nicht bekannt;

Gruss

Geo
« Letzte Änderung: 19. Januar 2011, 21:14:58 pm von geoexploration » Gespeichert

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McSchuerf
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« Antworten #7 am: 20. Januar 2011, 08:52:05 am »

Hallo Michael,

vielen Dank!  grins Ja, nur 0,2% der Meteorite sind echte Mars- oder Mondmeteorite, wie weiter oben mitgeteilt .. daher schätze ich die auch besonders zumal so leicht zu bekommen und nicht über aufwendige NASA-Flüge zum Mond. zwinker
Die ältesten Zeugen sind aber die Chondrite (häufigste Steinmeteoriten-Gruppe) und so alt wie das Universum. . vor etwa 4,5 Milliarden Jahren entstanden.. das ist dann schon ein besonderer "Kick", solche Materie dann auch in den Händen zu halten. grins

Zitat
Im Haus der Geschichte in Bonn gibt es ein Stückchen Mond zu sehen

Da muss ich dann auch mal hin!  grins Danke für diesen Tipp!  zwinker

Hallo Geo,
dankeschön.  grins .. schöne Ausbeute hast Du da auch gemacht!  zwinker Bei Foto 3 würde ich aber auch eher zu einer metallischen Schlacke tendieren. Auf Foto 1 sieht man eine teilweise wohl noch sehr gut erhaltene Schmelzkruste.. grins

Viele Grüße
Peter  winke winke
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« Antworten #8 am: 17. Februar 2011, 19:55:32 pm »

.. hätte den Beitrag fast nicht mehr gefunden .. da isser wieder!  Biker ... lebe hoch ... Deutschland
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Röfe13
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« Antworten #9 am: 19. Februar 2011, 16:31:02 pm »

Hallo Peter

Schöner Beitrag, Danke

Habe in Meiner Jugend einmal einen Einschlag miterlebt, hatte damals leider noch Angst vor dem Unbekannten. (Aliens)
Seit Ich weis was es war, hab Ich auch schon drann gedacht auf die Suche zu gehen. Die Chance den Meteoriten noch zu finden sind jedoch sicher gering.
 
Gruss, Rolf
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Jeden Tag ein lächeln wünsch ich Euch
McSchuerf
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« Antworten #10 am: 19. Februar 2011, 17:05:05 pm »

Hallo Rolf,

danke.  grins Ja, die Aussichten sind leider sehr gering etwas zu finden. Nicht so in Eis- und Sandwüsten - da sind die Chancen deutlich besser, etwas zu finden .. aber das liegt ja auf der Hand.  zwinker

Wünsche Dir noch einen schönen Sonntag!

Viele Grüße
Peter  winke winke
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McSchuerf
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« Antworten #11 am: 19. Juni 2011, 06:36:51 am »

Hallo ..

ich war gestern mal wieder bei einem interessanten Vortrag unseres Vereins.  It's cool man .. es ging um das Nördlinger Ries ..  zwinker

Erst 1960 konnte ja - nach vielen falschen Theorien und Irrtümern - auch anhand von Gesteinsproben (Stichwort: Suevit) nachgewiesen werden, dass der Krater durch einen Meteoriteneinschlag, dem sog. Ries-Ereignis, entstanden sein muss. Dabei spielten insbesondere die beiden Hochdruckmodifikationen von SiO2 - Stishovit und Coesit - (gehören übrigens in die Quarz-Gruppe - sind aber natürlich kein Quarz!) - eine entscheidende Rolle! Wusstet Ihr z.B., dass Stishovit auch eine sehr hohe Mohs-Härte hat? 8,5-9 nämlich, also sogar bis zur Härte von Korund (Rubin, Saphir, gemeiner Korund).

Wer mehr zum Ries-Ereignis erfahren möchte, kann auch hier in Wiki die wesentlichsten Fakten nachlesen ..  It's cool man

http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%B6rdlinger_Ries

Gruß Peter  winke winke
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« Antworten #12 am: 26. April 2012, 16:26:37 pm »

Im Zusammenhang mit dem von mir zuvor erwähnten Nördlinger Ries dann auch noch mal etwas zu den Moldaviten ..
Moldavite sind flaschengrüne Tektite, die seit langem in Böhmen und Mähren bis zu 450 km vom Ries entfernt, gefunden wurden.

Erst durch eine radiometrische Altersbestimmung  und durch Experimente mit hochbeschleunigten Projektilen wurde ein Zusammenhang mit dem Ries-Ereignis hergestellt. Man glaubt heute, dass die Tektite nur Millisekunden vor dem Impakt entstanden sind, als die oberste Schicht der Erdoberfläche fortgerissen und aufgeschmolzen wurde und mit sehr hoher Geschwindigkeit gen Osten geschleudert wurde.

Abgebildet dann hierzu auch noch mal mein Moldavit ..

Gruß Peter  winke winke
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Tapir
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« Antworten #13 am: 02. Mai 2012, 15:08:28 pm »

Hallo Peter,

schöner Moldavit.
Man glaubt heute, dass die Tektite nur Millisekunden vor dem Impakt entstanden sind, als die oberste Schicht der Erdoberfläche fortgerissen und aufgeschmolzen wurde und mit sehr hoher Geschwindigkeit gen Osten geschleudert wurde.

Wenn ich mich recht erinnere sind die Gesteine verdampft worden (direkt von fest zu gasförmig), sind dann als heiße Wolke nach Osten getrieben und dort dann kondensiert und als Fallout im Einzugsgebiet der heutigen Moldau (deshalb Moldavite) runter gekommen. Hätten sie gleich von Anfang an als Schmelze vorgelegen, wären sie aufgrund der Schwerkraft im direkten Umfeld (naja, so bis 100 km Entfernung) zum Einschlagkrater und mit einer deutlichen Größenfraktionierung im Fallmuster gefallen und/oder hätten soetwas wie eine "Hänsel-und-Gretel"-Spur hinterlassen.
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McSchuerf
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« Antworten #14 am: 02. Mai 2012, 18:01:06 pm »

Hallo Johannes,

danke.  grins Ja, wohlmöglich wäre dann solch ein "Muster" entstanden.

Gruß Peter
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McSchuerf
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« Antworten #15 am: 27. Februar 2020, 16:04:56 pm »

Weitere Fotos zum Thema Tektit Big grinsing ..

Beschreibung siehe Dateinamen ..

Das Exemplar erwarb ich im Anschluss an einen interessanten Vortrag unseres Vereins  zwinker ..

Gruß Peter
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Shadow2
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« Antworten #16 am: 27. Februar 2020, 18:32:19 pm »

Das ist aber ein hübsches Exemplar.Wie groß ist es denn?
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Mente et Malleo
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« Antworten #17 am: 27. Februar 2020, 21:07:41 pm »

.. vergaß ich noch mit anzugeben .. 2,7 x 2,2 cm ist das Exemplar groß.  grins

von Besednice, Cesky Krumlov, Südböhmische Region in Tschechien.

Gruß Peter
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Shadow2
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Mineralienfreak


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« Antworten #18 am: 28. Februar 2020, 19:03:19 pm »

Von dort hab ich auch einen. Der ist aber nicht so schön strukturiert.
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Mente et Malleo
McSchuerf
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« Antworten #19 am: 28. Februar 2020, 21:32:37 pm »

Ich weiß momentan nicht mehr, wie der Dozent beim unserem Verein hieß, der eine Reihe von Tektiten mitbrachte und sie zum Verkauf anbot..

.. diese Seite könnte damit zu tun haben .. aber ich bin mir nicht mehr sicher .. muss erst mal wieder meine Vereinsunterlagen genau durchschauen ..
http://www.moldavit.de/index.htm

Gruß Peter
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