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Autor Thema: Braunschweig: Antiker Vorläufer entdeckt?  (Gelesen 472 mal)
sludsen
Graf
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Beiträge: 652


corvus corax


« am: 05. Oktober 2010, 10:13:46 »

Guten Tag  grins

Es sind so einige Niedersachsen/Ostfalen hier im Forum unterwegs die dieses Thema sicherlich interessant finden.

Ich komme gerade nicht mehr aus dem Staunen:
da haben doch Berliner Wissenschaftler die sich mit den antiken Karten des Griechen Claudius Ptolemäus befassen herausgefunden, dass im Bereich des jetzigen Braunschweig sich bereits in der Antike an einer Okerfurt eine Siedlung namens TULISURGIUM befand.
Zumindest behaupten sie es. Sachliche Beweise anhand von Funden können sie nicht bieten, auch keinen historischen Text dazu.
Hier der Artikel:
Zitat
Streit über Braunschweigs Wurzeln
Forscher streiten über neue Erkenntnisse zu antiken Karten: Braunschweig hieß laut Berliner Forschern mal Tulisurgium und war im zweiten Jahrhundert nach Christus bis in den Mittelmeerraum bekannt - knapp 900 Jahre vor seiner urkundlichen Ersterwähnung. So deuten es die Berliner Experten, die antike Karten entschlüsselt haben.
Jahrhundertealte Abschriften von Aufzeichnungen des griechischen Gelehrten Ptolemäus waren Grundlage für die Arbeit der Fachleute für Vermessungstechnik.
Der antike Geograph hatte um das Jahr 150 aufgezeichnet, wie er die Welt sah. Mit erstaunlich präzisen Breiten- und Längengraden hatte er die Lage von 94 Städten im alten Germanien mit Namensbezeichnung angegeben. Mit einem folgenschweren Schönheitsfehler: Die Daten waren verzerrt, und es gelang der Forschung nicht, das Geheimnis zu entschlüsseln. Die Gruppe der Technischen Universität Berlin unter Leitung von Professor Dieter Lelgemann hat das Rätsel nun mit Hilfe von Vermessungstechnik und Mathematik gelöst - und Tulisurgium nach Braunschweig verortet. "Die Koordinaten für Braunschweig sind diejenigen, die wir am präzisesten zuordnen können", sagt der am Projekt beteiligte Altertumswissenschaftler Andreas Kleineberg.
Archäologen und Historiker aus Braunschweig indes zweifeln Methode und Ergebnis der Berliner Forscher an. Wolf-Dieter Steinmetz, Archäologie-Fachmann des Landesmuseums: "Wir wissen, dass es hier Siedlungen zu der Zeit gab, aber allenfalls Hofstellen, ganz sicher keine von solcher Bedeutung, dass sie Ptolemäus bekannt gewesen wäre." Geschichts-Professor Wolfgang Leschhorn von der TU sagt: "Von einem Stadtvorgänger Braunschweigs kann keine Rede sein - schon gar nicht von einem Ort mit einem Namen."
04.10.2010
Quelle: newsclick

Ich bin der Meinung, dass es sehr schwer ist anhand einer historischen Karte (deren Original nicht vorliegt sondern nur Kopien aus dem MA) Aussagen zu treffen wie die, dass Braunschweig nun schon in der Antike existierte.
Ausschließen kann es ganz sicher nicht, aber nur mit dieser Karte als Argument sich an die Medien wenden und ganzseitige Zeitungsartikel zu schalten und Pressekonferenzen zu machen ist mir zu viel Trara.
Ich werde solchen Aussagen erst dann glauben schenken, wenn nach dem historischen "Nachweis" auch ein archäologischer erfolgt sein sollte.

Was sagt Ihr dazu, was ist Eure Meinung?

Gruß
Sludsen
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Zitat
Etwas Bornierteres als den Zeitgeist gibt es nicht. Wer nur die Gegenwart kennt, muss verblöden.
nobody
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Schau mir ins Auge...


WWW
« Antworten #1 am: 05. Oktober 2010, 10:33:44 »

Zitat
mit Hilfe von Vermessungstechnik und Mathematik gelöst -

Jede Technik hat eine Unsicherheit und wenn man mit diesem Fehler rechnet kommt man
eventuell bei Hildesheim oder vielleicht doch Hannover raus  zwinker
Sehr präzise dies Aussage  narr
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Die Ewigkeit dauert lange, besonders gegen Ende
werter47
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saxa loquuntur


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« Antworten #2 am: 05. Oktober 2010, 10:47:42 »

Hallo,
das sollte man als verspätetes Sommerloch,verpaart mit basteln am Image (sowohl Wissenschaftler als auch Stadt) verbuchen. Für mich gilt,erst buddeln,dann reden...
Gruß Günter
« Letzte Änderung: 05. Oktober 2010, 14:24:06 von werter47 » Gespeichert
litholeges
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« Antworten #3 am: 05. Oktober 2010, 14:10:04 »

Lest dazu mal den Artikel bei SPON:
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,719602,00.html

Ich bin da nicht so skeptisch. Offensichtlich haben sich da welche große Mühe und Arbeit gemacht, die Karte zu entzerren.

Übrigens gibts die Karte (auszugsweise) auch bei Google-Maps (für Näheres auf die grünen Häuschen klicken):
http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF&msa=0&msid=113227378687572833113.000490b1bb0ecad317036

Besonders interessant finde ich "Teuderium" (unterhalb Bielefelds) - der heute so bezeichnete Teutoburger Wald liegt da nicht weit von entfernt. Ob es der tatsächliche ist?  grins
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