Ich hab das Bild mal gespiegelt und farblich invertiert.
Jetzt kann man die Schrift ganz gut lesen.
Frage an die Experten:
Wann oder unter welchen Umständen ist ein Siegelstempel
rund, mandelförmig oder wie dieser hier schildförmig ?
Die mandelförmigen waren wohl eher der Kirche vorbehalten,
siehe auch hier
http://www.martin-von-tours.de/galerie/siegel/oder liege ich da verkehrt ?
Gruß

Nein, das hat nichts mit der Funktion zu tun. Das oben ist kein mandelförmiges Petschaft! Es ist an die normannischen Schilde angelehnt. Diese werden stilistisch in die Zeit vor dem 13. Jhdt. eingereiht.
Der Schild ist der wichtigste Bestandteil des Wappens. Wechselt seine Form im Laufe der Geschichte von dem so genannten normannischen Schild über die Dreiecksform, den tartschenförmigen Schild und die barocke Kartusche zu dem heute üblichen, unten halbkreisförmigen Rundschild, der sich für die Aufnahme komplizierter und gegliederter Wappenbilder besonders eignet.
Später danach tauchen verstärkt Rundsiegel mit Perlkranz auf, es halten sich
die Wappen in Schildform aller möglichen Typen dann aber eben auch innerhalb der runden Typare.
Die "mandelförmigen" Petschaften sind eher der Mode geschuldet... ich kann gerne noch mal in der Literatur nachschlagen, aber eine besondere Funktion hatten die nicht.
Es scheint mir einfach nur ein Zeichen zu sein, dass es einfach niemals zu einer Vereinheitlichung oder Strukturierung des Siegelgebrauchs gekommen ist. Man war in Gestaltung, Gebrauch und Typarwechsel (!) viel freier, als man vermuten würde. Es gab einfach keine verbindlichen Regeln, außer denen der Heraldik. Und selbst da wurden oft Fehler gemacht...