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Die Kipperzeit (1610-1622)
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Autor
Thema: Die Kipperzeit (1610-1622) (Gelesen 2836 mal)
Iggi
Administrator
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Beiträge: 980
Admin und Seelsorger
Die Kipperzeit (1610-1622)
«
am:
15. Dezember 2004, 17:21:49 »
Die Kipperzeit (1610-1622)
Die Kipperzeit markiert die erste wirklich große Inflation in Deutschland, die ihren Höhepunkt im Jahre 1622 des ohnehin schon durch den Beginn des 30 jährigen Krieges gebeutelten deutschen Reiches erfahren sollte.
Doch was war vorher geschehen ?
- Anfang des 17. Jahrhunderts begann von Niedersachsen ausgehend eine Prägung von Groschenmünzen (1/24 Thaler) die schrittweise im Silbergehalt reduziert wurden.
Die solche Münzen prägenden Werkstätten begannen sich sprunghaft zu vermehren, da ein großer Gewinn mit dem in Umlauf bringen des „schlechten Geldes“ verbunden war.
Da ein Gewinn aber nur dann zu erzielen war, wenn der jeweilige Wechselkurs dieser Münzsorte nicht herabgesetzt wurde, entwickelte diese Methode bald eine Eigendynamik in dem der Silbergehalt immer weiter sank. Außerdem waren die Münzstätten meist an Unternehmer verpachtet, die ihren Landesherren eine beträchtliche Abgabe machen mussten.
Diese frühe Form der Privatisierung von staatlichen Institutionen führte schließlich dazu dass unter der Regie der Unternehmer gänzlich minderwertige Münzen mit dem Bildnis der jeweiligen Landesherren erschienen.
In den meisten Fällen jedoch war die Amtsdauer eines solchen Münzmeisters nur kurz und ihre Tätigkeitsorte wechselten häufig. Das Reich und die Probationstage mussten diesem Treiben mehr oder weniger hilflos zusehen, da es ihnen völlig an Exekutivorganen fehlte.
So nutze auch die Stilllegung eines einzelnen Prägebetriebes nichts da schnell woanders die Prägung wieder aufgenommen wurde. Das vorgehen auf breiter Front war ebenfalls ausgeschlossen, hatten die Münzmeister doch die Rückendeckung der ihnen vertraglich verbundenen Fürsten. Die Produkte dieser dubiosen Prägetätigkeit wurden vielfach exportiert um die eigene Wirtschaft nicht zu schädigen und das „schlechte Geld“ möglichst außer Landes zu schaffen. So kommen Kippergroschen z.B. in Münzfunden bis in die Ukraine vor.
Da das Rohmaterial für die Prägung von minderwertigen Münzen durch das einschmelzen von guthaltigen Silbermünzen gewonnen wurde, wurden diese im Umlauf immer knapper und stiegen im Wechselkurs gegen die schlechten Münzen.
Besonders in den Jahren 1618-1622, zu Beginn des 30 jährigen Krieges, stieg das Tempo dieser Erscheinung derartig, dass man in ganz Deutschland eine Inflation hatte die selbst das Ausland erfasste. Es entstanden ausschließlich schlechte Münzen, die in vielen Fällen durch Beimischung von Zinn und Blei silberner Aussahen als sie wirklich waren.
Auch die Heere wurden mit minderwertigem Münzen besoldet verweigerten aber oft die annahme des Geldes.
Gespeichert
Break on through .....
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