Hallo,
so - es ist vollbracht!

Das Pulver für das Färbebad kam gestern mit der Post, habe daher gestern gleich mal die Stangen eloxiert

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Als Behälter habe ich zwei 60cm Blumenkästen (1,55 EUR das Stück) gekauft.
Den einen Kasten habe ich mit ca. 25 %iger Natronlauge gefüllt, zum Beizen der Stangen (damit die Oxidschicht entfernt ist, Alu läuft ja schnell wieder an und ich habe die Stangen ja schon vor einer Woche gestrahlt).
Der zweite Kasten ist das eigentliche Eloxierbad (Bild 1 und 2 in Aktion). Als Kathode (sprich Minuspol des Gleichstromnetzgerätes) habe ich Alublech genommen, zwei lange Streifen, die ich über den Rand des Blumenkastens gehängt habe und mittels Kabel miteinander verbunden habe.
Als Anode fungiert die Stange, aufgehängt an zwei Aludrähten, einen habe ich mit einer primitiven Blechklammer an der Stange fixiert, den anderen Draht gerade durch die vorhandenen Löcher geschoben.
Das Ganze dann an eine V2A-Stange drangehängt. Hat den Vorteil, daß man alle drei Stangen ohne weitere Fummelei hintereinander verarzten kann.
Die Stange sieht nach dem kurzen Beizen in Natronlauge fast weiß aus (Bild 3, im Vordergrund eine noch nicht gebeizte Stange). Lange darf man die Stange nicht in der Lauge lassen, das Alu wird schnell angegriffen und das Bad erwärmt sich auch sehr rasch. Hinterher abspülen, klar.
Ich habe die Fläche der Stange ausgerechnet und anhand der Formel in der Anleitung ca. 5,4 Ampere als günstigen Wert für die dickste der Stangen ermittelt. Da mein Selbstbaunetzteil keine Strombegrenzung hat, aber bis zu 90 Ampere bei etwa 22 Volt liefern kann, mußte ich den Strom über den Säuregehalt des Bades einstellen.
Habe daher das Bad zunächst mit destilliertem Wasser befüllt und soviel konzentrierte Schwefelsäure eingefüllt, bis der Strom dort war, wo ich ihn haben wollte. Ist etwas umständlich, aber klappt ohne Probleme.
Sicherheitshalber habe ich in das Kabel eine Kfz-Sicherung mit 20A eingelötet, damit kein Schaden entstehen kann.
Als Zeit soll man etwa 60 Minuten veranschlagen - ich habe die doppelte Zeit gewählt, kann wohl nicht schaden. Die Stange ist hinterher wieder dunkler und gelblicher (Bild 4, man sieht's aber nur schlecht).
Anschließend kam das Färben drann - ein Beutel Farbpulver auf 1 Liter dest. Wasser. Da das Färbebad etwa 50-60° haben soll, kommt hier nur ein Blechbehälter in Betracht, in Schwiegervater's Scheune habe ich etwas passendes gefunden. Allerdings mußte ich den Behälter schrägstellen, da ich sonst nicht genug Färbemittel gehabt hätte. Als Wärmequelle habe ich einen zweiflammigen Campingkocher genutzt (Bild 5). Der Färbevorgang soll etwa 20' betragen (Bild 6, man sieht schon, daß es Farbe annimmt).
Anschließend noch 1h in der gleichen Wanne mit dest. Wasser kochen, fertig.
Das Ergebnis sieht sehr gut aus (Bild 7) - auch der Klemm-Mechanismus funzt ohne Probleme, als wär's nie anders gewesen. Ob die Eloxalschicht aber nun halbar ist wie eine fabrikmäßige Eloxierung bleibt abzuwarten. Jedenfalls besser wie lackiert und weitaus besser wie die silbernen Stangen im Original ist's gewiss.
Aaaaber:
ein Problem gibt's

Die eingenieteten Muttern für die Armstütze sind aus Eisen. Das ist schlecht, Eisen und Schwefelsäure verträgt sich nicht

Leider dachte ich daran auch nicht - nach der Eloxierung waren die Muttern weg - buchstäblich weggeätzt

(Bild 8)
Gut, zwei der Muttern haben sich eh' mitgedreht, war sowieso nicht das Gelbe vom Ei. Hätte nun neue Muttern drehen und einnieten können, habe das Problem aber leichter und haltbarer gelöst.
Einfach zwei primitive Blechstreifen zurechtgeschnitten (3mm Edelstahlblech), zwei Löcher und M4er Gewinde 'rein, am Schleifbock etwas zurechtgeschliffen, fertig. (Bild 9).
Die Rundung ist wegen dem Gummistopfen ausgebildet, damit sich letzterer noch montieren läßt.
Die Blechstreifen lassen sich bequem mit dem Finger ausrichten und die Schrauben ansetzen. (Bild 10).
Denke, das ist auch eine brauchbare Lösung für die, deren Muttern nicht mehr halten. Ein Stück Blech (Stahl, V2A oder Messing) wird wohl zu beschaffen sein, Bohrmaschine auch und einen Gewindebohrer gibt's in jedem Baumarkt.
Die alten, losen Nietmuttern kann man notfalls mit einem 7er Bohrer ausbohren, wenn sie noch nicht von selbst herausgefallen sind.
So, soll gut sein. Bei Gelegenheit gehe ich mal mein Selbstbaugestänge und meinen Bundeswehrspaten an und eloxiere das Zeux auch.
Grüße,
Dierk