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Autor Thema: "Arma Christi" Ring aus Gold mit Email  (Gelesen 6675 mal)
Merowech
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« am: 02. November 2006, 23:38:44 pm »

Hallo beisammen,
habe mir mal wieder was schönes zugelegt.
Es handelt sich um einen  " ARMA CHRISTI " Ring aus 14 ct. Gelbgold mit Emaileinlagen.
Und mit diesem Ring hat es eine besondere Bewandniss wie mir meine Rescherchen bestätigten.Es ranken sich einige Geschichten und Mythen um diesen Ring.
Dieser Arma Christi Ring ist auch unter der Bezeichnung " Irenenring "bekannt.
Er wird der Königin Irene von Schwaben zugeschrieben.
Sie wurde 1177/81 in Byzanz als Tochter des Kaisers Isaak II. Angelos geboren. Nach einer Zeit als Frau des Normannenherzogs Roger heiratete sie nach dessen Tod 1197 den Sohn Friedrich Barbarossas und späteren König Philipp. Mit ihm hatte sie vier Töchter (Maria, Beatrix, Kunigunde, Elisabeth) und möglicherweise ein oder zwei weitere Kinder. Nach der Ermordung Philipps im Juni 1208 zog sie sich auf die Burg Hohenstaufen zurück, wo sie im August 1208 acht Wochen vor (???) der Geburt ihres fünften Kindes auf ungeklärte Weise verstarb. Sie wurde im staufischen Hauskloster Lorch begraben. Ihr Grab lässt sich heute nicht mehr sicher rekonstruieren.
Wegen ihres tragischen Schicksals galt Irene im Volksglauben als besonders verehrungswürdige Frau. Walther von der Vogelweide pries sie in einem zeitgenössischen Gedicht als Rose ohne Dornen und Taube sonder Gall. Ein im 19. Jahrhundert bei Abrissarbeiten in Lorch gefundener Ring (Gold mit Emailleeinlegearbeiten; im Zweiten Weltkrieg verlorengegangen) wurde ihr zugeschrieben (Irenenring).
Lange bevor der Ring von Byzanz nach Europa kam, hatte er für die orthodoxen Christen in den königlichen Herrscherhäusern eine große Bedeutung. Ihm wurden mystische Kräfte nachgesagt, die vor allen negativen Einflüssen Schutz boten und positive Auswirkungen für das weitere Leben der Trägerin bedeuteten.
Was bedeudet ARMA CHRISTI ? Arma Christi heißt, wörtlich übersetzt, Gerät, Rüstzeug, Werkzeug Christi, und es umfaßt alle Leidens- oder Marterwerkzeuge der Passio.
Er stellt die stehende Maria in (blauem) Mantel dar, die das Jesuskind nicht auf dem linken, sondern, wie auf vielen byzantinischen lkonen, auf dem rechten Arm trägt (grün und weiß); es folgen unter einem  Blutstropfen die Geißelruten (grün) dann in weißem, goldgefassten Email die drei Würfel, mit denen die Kriegsknechte um den Mantel Jesu gewürfelt haben, Zange und Hammer (dunkelblau), Leiter (rot) und Kreuz (dunkelblau), schließlich in einem Oval(schwarz) das Signum IHS: Jesus Hominum Salvator - Erlöser der Welt oder In Hoc Signo - in diesem Zeichen (wirst du siegen). Über und unter dem Signum befinden sich Symbole, die als Wasser (Taufe) und Kelch gedeutet wurden. Erstaunlich ist, wie auf dem engen Rund eines schmalen Ringes die Passionsgeschichte zusammengefaßt wurde.

Da er eine 585/- Punzierung hat ist er neueren Datums aber auch nicht so jung wie man annehmen könnte.
Anhand der Punzierung mit dem eigentümlichen Schwung ist es gut möglich das dieser Ring zwischen 1884  - 1900 gefertigt wurde.

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Grüße    MICHA   Und nutze den Tag - na ja ? - die Nacht auch !  zwinker
Luci Fernatas
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« Antworten #1 am: 02. November 2006, 23:58:49 pm »

In welchem Zusammenhang stehen die Leiter, Hammer un Zange? Sind sie als Symbole für das Nageln ans Kreuz gemeint (Zange und Hammer für die Nägel, Leiter um den Leichnam abzunehmen)?
Wirklich interessante Symbole, die eigentlich unüblich für religiöse Darstellungen und Themen sind!  grins
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Merowech
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« Antworten #2 am: 03. November 2006, 00:14:20 am »

In welchem Zusammenhang stehen die Leiter, Hammer un Zange? Sind sie als Symbole für das Nageln ans Kreuz gemeint (Zange und Hammer für die Nägel, Leiter um den Leichnam abzunehmen)?


Ich nehme es an.
In dem Satz deutet alles darauf hin : Was bedeudet ARMA CHRISTI ? Arma Christi heißt, wörtlich übersetzt, Gerät, Rüstzeug, Werkzeug Christi, und es umfaßt alle Leidens- oder Marterwerkzeuge der Passio.
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IVVECVO
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« Antworten #3 am: 03. November 2006, 08:37:07 am »

........sehr schönes Stück Zeitgeschichte Mero  Super

           Gruss       Juvencus
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Merowech
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« Antworten #4 am: 03. November 2006, 16:35:13 pm »

Hallo,
die oben Eingangs erwähnte Geschicht ist laut nach dem heutigen Wissensstand  (nur eine Geschichte- wenn auch schön erzählt ) Was die Datierung des Originalringes angeht, ist dieser aus der Zeit der Renaissance. Dieser Ring wurde kopiert und dürfte sich von dem Original nicht wesentlich unterscheiden.
Und selbst in den Kopien ist die Handschrift der Renaissance deutlich zu erkennen.
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Gratian
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Allwissend bin ich nicht doch viel ist mir bewusst


« Antworten #5 am: 03. November 2006, 20:13:54 pm »

Schönes Stück der Ring....hier ein link zum Thema Arma Christi

http://www.sucherforum.de/smf/index.php/topic,13602.0.html

Frage wo gehört das Bild von dem Bleistiftabrieb hin? Findet der sich das Bild auch irgendwo auf dem Ring ? 
« Letzte Änderung: 03. November 2006, 20:19:05 pm von Gratian » Gespeichert

Gut Fund!   Ich Engel
Gratian

ANTE ROMAM TREVERIS STETIT ANNIS MILLE TRECENTIS
PERSTET ET AETERNA PACE FRUATUR. AMEN.
Merowech
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« Antworten #6 am: 03. November 2006, 20:54:08 pm »



Frage wo gehört das Bild von dem Bleistiftabrieb hin? Findet der sich das Bild auch irgendwo auf dem Ring ? 

Nein das Bild befindet sich nicht auf dem Ring - es stammt von einem Bucheinband.
Ich habe es nur benutzt um auch hier auf die Werkzeuge hinzuweisen : Einband
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Havelkaiser
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« Antworten #7 am: 03. November 2006, 21:04:09 pm »

Hallo Merowech,
herzlichen Glückwunsch zu diesem sehr schönen und interessanten Ring. Könntest Du deinen Satz -ich habe mir etwas Schönes zugelegt- noch erläutern. Ich nehme an, Du hast ihn gekauft, wo ?, war dir die Geschichte dazu vorher bekannt oder wurde sie dir mitverkauft ???
Es wären für mich sehr interessant Begleiterscheinungen.
Vielen Dank, weiterhin GUT FUND

Havelkaiser
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Merowech
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« Antworten #8 am: 03. November 2006, 21:14:01 pm »

Hallo Merowech,
herzlichen Glückwunsch zu diesem sehr schönen und interessanten Ring. Könntest Du deinen Satz -ich habe mir etwas Schönes zugelegt- noch erläutern. Ich nehme an, Du hast ihn gekauft, wo ?, war dir die Geschichte dazu vorher bekannt oder wurde sie dir mitverkauft ???
Es wären für mich sehr interessant Begleiterscheinungen.
Vielen Dank, weiterhin GUT FUND

Havelkaiser


Hallo Havelkaiser,
ja ich habe ihn gekauft.
Ich habe ihn eher zufällig bei Ebay entdeckt ( und ich schäme mich nicht dafür  Bäääh).Ich schaue da ab und an mal bei Schmuck nach Epochen rein.
Nein ich kannte die Geschichte von und um den Ring nicht - zumindest nicht so.
Ich habe über einen Freund den ich zu diesem Ring befragte einige interessante Hinweise bekommen.
Den Rest habe ich mir dann aus dem Internet zusammensuchen müssen.
Der Ring wurde als Freimaurerring oder als Jesuitenring angeboten dem ist aber nicht so, des Verkäufers Pech und mein Glück !  zwinker

Grüsse

    Mero
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Luci Fernatas
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« Antworten #9 am: 15. November 2006, 15:01:06 pm »

Hallo!
Ich habe gerade eben das Buch "Ringe reden - Die Sammlung Emma Pressmar" sehr günstig gekauft (für 10€, bei Amazon kostet das gleiche Buch zwischen 40 und 201€).
Darin ist der Irenenring auch beschrieben.

Zu der Todesursache der Irene steht dort:
Sie war die Gemahlin Philipps von Schwaben, der 1208 in Bamberg durch Otto von Wittelsbach ermordet worden war und im Dom zu Speyer begraben liegt. Wenige Tage später starb auf dem Hohenstaufen Irene an den Folgen einer Totgeburt....

Zum Verlust im 2. WK:
Das Original wurde 1945 beim Einmarsch der Amerikaner durch einen Soldaten entwendet. Er gab an, den Ring als wertlos weggeworfen zu haben. Trotz tagelangen, sorgfältigen Siebens des Kieses vor dem Kloster konnte der Ring nicht mehr gefunden werden.

Die im Buch abgebildete Kopie des Ringes wurde vom Goldschmied J. Weitmann, Lorch, hergestellt. Sein Sohn Willi hat den Ring dann 1959 erworben.
Größte Breite: 0,5cm Ringdurchmesser: 1,7cm

Es ist ein wenig schwer auf dem s/w-Foto im Buch zu erkennen, aber Du scheinst eine andere Kopie zu besitzen, da die Muttergottes mit Kind scheinbar anders gestaltet wurde.

Gruß,
Luci  winke winke
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Merowech
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« Antworten #10 am: 15. November 2006, 18:15:55 pm »



Es ist ein wenig schwer auf dem s/w-Foto im Buch zu erkennen, aber Du scheinst eine andere Kopie zu besitzen, da die Muttergottes mit Kind scheinbar anders gestaltet wurde.

Gruß,
Luci  winke winke


Hallo Luci,
dürfte ich dich bitten das Bild von dem Ring zu posten - wenn ja !..........fühle dich umarmt  zwinker
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Luci Fernatas
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« Antworten #11 am: 15. November 2006, 18:29:38 pm »



Es ist ein wenig schwer auf dem s/w-Foto im Buch zu erkennen, aber Du scheinst eine andere Kopie zu besitzen, da die Muttergottes mit Kind scheinbar anders gestaltet wurde.

Gruß,
Luci  winke winke


Hallo Luci,
dürfte ich dich bitten das Bild von dem Ring zu posten - wenn ja !..........fühle dich umarmt  zwinker

Ich werde mal schauen, was ich mit meinem 5 Jahre alten Scanner tun kann.... Ist aber nur ein Schwarz/Weiß-Foto, wie gesagt!
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IVVECVO
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« Antworten #12 am: 15. November 2006, 19:52:54 pm »

..........die gute Dr. Emma Pressmar würde sich freuen wiedermal eine

schmuckbegeisterte Seele gefunden zu haben . Mich hat sie vor vielen

Jahren mit dem Buch auch gefunden. Die Sammlerin , eine lokale Berühmt -

heit vermachte ihre Ringe dem Museum ihrer Heimatstadt und sie wurden

" einige " Jahre ausgestellt . Nachdem die Stifterin verstorben war verschwanden

auch die Ringe aus der Ausstellung und wurden magaziniert  grrrrr

               Gruss Juvencus
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Havelkaiser
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« Antworten #13 am: 15. November 2006, 20:44:37 pm »

Hallo Luci Fernantas,
danke für den Hinweis, auch für mich ein sehr interessantes Thema. Habe mir das Buch eben schnell bei e-bay ersteigert, freue mich darauf.   
Hallo Juvencus,
diese Umstände habe ich leider schon sehr oft erlebt, auch daß die Sachen nach dem Tode verkauft wurden. Kannst Du mir bitte, gerne auch per PM, die Stadt und das Museum nennen ? Vielleicht hätte man doch die möglichkeit mal noch ein Original zu sehen. Danke !

Viele Grüße aus Berlin
Havelkaiser

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Luci Fernatas
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« Antworten #14 am: 15. November 2006, 21:38:51 pm »

Das Buch ist wirklich sehr interessant, weil es die verschiedenen Thematiken der Ringe erklärt (sprich: die Symbolik). Die dargestellten Ringe reichen altersmäßig vom ca. 6.Jhd. bis 1969 und stammen aus der ganzen Welt. Vom Antoniusring über selbstgemachte Ringe aus Kriegsgefangenschaften, hin zu jüdischen Ringen... alles dabei.  Ein Buch, das ich den Sondengehern hier empfehle.  zwinker

So, die Fotos sind eingescannt und werden gerade hochgeladen.
Ich glaube, zu den Punzierungen steht im Text auch etwas, aber zum Nachschauen hab ich heute Abend keine Zeit mehr...

... da die Fotos ziemlich groß sind (um sie besser erkennen zu können), setze ich nur den Link rein.  winke winke


http://img101.imageshack.us/img101/8404/irene1di9.jpg

http://img101.imageshack.us/img101/927/irene2vh8.jpg
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Merowech
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« Antworten #15 am: 15. November 2006, 21:51:21 pm »

Danke Luci,
der Ring ist etwas bulliger wie der meinige Ring.
Ansonsten passt alles auch die Darstellung der Maria.
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knopffinder
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« Antworten #16 am: 16. November 2006, 14:29:56 pm »

In welchem Zusammenhang stehen die Leiter, Hammer un Zange? Sind sie als Symbole für das Nageln ans Kreuz gemeint (Zange und Hammer für die Nägel, Leiter um den Leichnam abzunehmen)?


Ich nehme es an.
In dem Satz deutet alles darauf hin : Was bedeudet ARMA CHRISTI ? Arma Christi heißt, wörtlich übersetzt, Gerät, Rüstzeug, Werkzeug Christi, und es umfaßt alle Leidens- oder Marterwerkzeuge der Passio.


ARMA , ARME, ARMEE  bedeutet auch Waffe

zB : in der Französischen Armee " presente Arm " präsentiert das Gewehr.....
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Gratian
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Allwissend bin ich nicht doch viel ist mir bewusst


« Antworten #17 am: 16. November 2006, 20:43:25 pm »

Genau, ARMA CHRISTI kann hier tatsächlich als "Waffen Christi" übersetzt werden:

Zitat aus dem Beitrag der von mir oben als link angegeben wurde:

"Da die Passionswerkzeuge als sieghafte Waffen wider die Sünde und den Tod angesehen werden, gelten sie auch als Siegeszeichen."
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Gut Fund!   Ich Engel
Gratian

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