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Autor Thema: Kreuz "Mission" mit Totenschädel  (Gelesen 1978 mal)
Bavaricum
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Deus


« am: 24. Oktober 2005, 23:53:22 pm »

Welche Mission hat dieses Kreuz ausgegeben?

Unter dem gekreuzigten Leib Christi ist ein Totenschädel mit gekreutzen Knochen.

Auf der Rückseite steht im Mittelbalken zwischen einen Hammer und einer Schmiedezange das Wort "MISSION".

Im Unteren Balken ist eine Leiter und ??? zu erkennen.

Hat jamand einen Ahnung, wer das Kreuz ausgegeban hat?
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2005, 21:02:57 pm von Bavaricum » Gespeichert

Extra Bavariam non est vita
Gratian
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Allwissend bin ich nicht doch viel ist mir bewusst


« Antworten #1 am: 25. Oktober 2005, 20:17:49 pm »

Auf der Rückseite dargestellt sind die so genannten Leidenswerkzeuge, oder auch Passionswerkzeuge oder Arma Christi - also Gegenstände die im weitesten Sinne etwas mit dem Leiden Christi zu tun haben. Leiter, Speer mit Schwamm, Lanze -  oben in Kopfhöhe: Dornenkrone, linker Kreuzbalken Hammer, rechts; Zange, usw. dargestellt .Ihre Darstellung ist seit dem späten Mittelalter üblich, z. B. auf Holzschnitten, als Andachtsbilder, in Stundenbüchern und auf dem Hungertuch. In plastischer Form zu finden sind die Passionswerkzeuge u. a. als Dekor auf Dosendeckeln, bei den so genannten Arma-Christi-Kreuzen und den Passionsaltärchen, die z. B. Jean Antoine Belleteste (1730-1811) und P. Blard aus Elfenbein schnitzten.

Beispiele von Passionsaltärchen, die meist als Hausaltäre dienten, befinden sich im Musée de Dieppe, im Victoria & Albert Museum, London, und in Privatbesitz. Dargestellt sind von den Passionswerkzeugen meist das Kreuz mit INRI-Schildchen (Kreuztitel) - hier auf der Vorderseite zu sehen -INRI , Abkürzung für lateinisch Iesus Nazarenus Rex Iudaeorum, "Jesus von Nazareth, König der Juden".Außer der lateinischen Aufschrift ließ Pilatus, der Präfekt der römischen Provinz Judäa, den Text auch in aramäischer und griechischer Sprache auf ein am Kreuz Christi befestigtes Täfelchen (Titulus) schreiben (Johannes 19, 19), gemäß dem Brauch, das Vergehen des Delinquenten öffentlich kundzutun.

Außerdem werden oft  Kreuznägel und mitunter auch Hämmer zum Einschlagen derselben, Dornenkrone und Zangen zum Binden der Dornenzweige, Leitern, Fesseln, Passionssäule, Geißeln, Ruten, Spottzepter (Ecce homo) und Essigschwamm an einem Rohrdargestellt. letzteren reichte der Überlieferung nach ein Soldat namens Stephaton dem dürstenden Christus am Kreuz.

Zu sehen sind manchmal auch eine Lanze zur Erinnerung an die Lanzenstichwunde, die dem bereits toten Heiland von dem römischen Hauptmann Longinus (oder einem seiner Soldaten) zugefügt wurde. Oft ist auch das Schweißtuch der Veronika wiedergegeben, das seit dem 15. Jh. mit der Kreuztragung in Zusammenhang gebracht wird. Die Darstellung einer Hand oder geballten Faust bezieht sich auf die Backenstreiche der Diener des Hohenpriesters beim Verhör Christi. Auf den Verräter Judas und die Gefangennahme Christi nehmen Geldstücke oder ein prall gefüllter Beutel Bezug. Auch ein Hahn ist bisweilen dargestellt, zur Erinnerung an die Verleugnung Christi durch Petrus. Zu sehen ist manchmal auch das Felsengrab oder stattdessen ein Sarkophag. Da die Passionswerkzeuge als sieghafte Waffen wider die Sünde und den Tod angesehen werden, gelten sie auch als Siegeszeichen.

Der Schädel mit Knochen stellt den Schädel des Urvaters Adam dar. Laut apokryphen Schriften sollen durch das Erdbeben, das beim Tode Christi einsetzte, die Gebeine des "alten Adam" am Fuße des Kreuzes Christi zutage getreten sein. Der Schädel Adams findet sich deshalb in der christlichen Kunst häufig am Fuße von Kruzifixen. Bei Holzkruzifixen ist er bisweilen aus Elfenbein geschnitzt. Die Apokryphen berichten, dass Noah durch seinen Sohn Sem und seinen Enkel Melchisedek die Gebeine Adams aus der Bestattungshöhle hatte holen und zum Mittelpunkt der Welt, nach Golgatha, bringen lassen, um sie dort erneut zu begraben. Dabei soll sich die Erde von selbst in Form eines Kreuzes geöffnet haben.

Soviel zur Symbolik der Darstellung. Welche Mission diesen Anhänger den ich ins 19. Jahunder datieren würde ausgegeben hat: das christliche Missionswerk...welcher "Unterbereich" kann man wohl nicht mehr sagen.
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Gut Fund!   Ich Engel
Gratian

ANTE ROMAM TREVERIS STETIT ANNIS MILLE TRECENTIS
PERSTET ET AETERNA PACE FRUATUR. AMEN.
Bavaricum
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Deus


« Antworten #2 am: 26. Oktober 2005, 22:11:40 pm »

Servus Gartian,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Auch wenn sich nicht rausfinden lässt, wer das Kreuz ausgegeben hat, habe ich sehr viel über die Symbolik auf Kreuzen erfahren.

Grüße aus Bayern

Bavaricum
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