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Autor Thema: Heiligenanhänger  (Gelesen 3993 mal)
Helmut
Siedler
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Beiträge: 34



« am: 11. Juni 2005, 19:07:59 pm »

Tag Leute,

auch ich möchte hier mal was einstellen, und Gratian um Hilfe bitten.

Danke im voraus,

...Helmut
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tholos
Gast
« Antworten #1 am: 12. Juni 2005, 10:04:24 am »

Hallo Helmut,

nenne uns doch bitte schon mal die Aufschriften.

Gruß

tholos Super
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Helmut
Siedler
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Beiträge: 34



« Antworten #2 am: 12. Juni 2005, 10:35:11 am »

@tholos,

am oberne Bild keine Beschriftung,

am unteren Bild kann ich folgendes entziffern:

Links:    MAT.
Rechts:  ATVAT. O R . M .   oder AIVAT.O R . M .
Unten:   ROM


...Helmut
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Gratian
Moderator
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Beiträge: 5094


Allwissend bin ich nicht doch viel ist mir bewusst


« Antworten #3 am: 13. Juni 2005, 20:43:03 pm »

Ein Anhänger vom Typ Salvator Mundi.

Die Umschrift lautet in der Regel (oft wie auch hier abgekürzt) SALVATOR MUNDI ( Erlöser bzw. Retter der Welt = Jesus)  und auf der anderen Seite: MATER SALVATOR ( Mutter des Erlösers = Maria).

Eigentlich bezeichnet man mit salvator mundi einen spätmittelalterlichen Bildtypus. Der Heiland ist (oft halbfigurig) mit Kreuznimbus dargestellt, die Rechte segnend erhoben und in der linken Hand die mit einem Kreuz bekrönte Sphärenkugel bzw. den Reichsapfel haltend, als Zeichen für die Weltherrschaft. Im Hinblick auf die Dreifaltigkeit ist die Kugel manchmal dreigeteilt. Seit der Neuzeit ist Jesus oft auch mit einer Königskrone dargestellt. Manchmal wird in Verbindung mit dem Motiv der Deesis der Heiland als Salvator Mundi bezeichnet. Wenn Christus als Ganzfigur wiedergegeben ist, wird er oft von den Aposteln flankiert. Bisweilen weisen Spruchbänder auf die Errettung der Welt hin.
(C. GOTTLIEB, The Mystical Window in Paintings of the S., in: Gazette des Beaux-Arts 56, 1960. )

Richtig berühmt und oft kopiert wurde der Bildtypus durch den Bildhauer Gian Lorenzo Bernini. Jenen „großen Meister des Barock“, „globalen“ Künstlers, der jedem gleich mit folgendem Ausspruch den Wind aus den Segeln nahm: „Kommt mir ja nicht mit Kleinkram!“.

Der dann aber, am Ende seines außergewöhnlichen Lebens, – wie Claudio Strinati, Experte der Epoche des römischen 17. Jahrhunderts und Konservator für die Kunst- und Kulturgüter Roms, schreibt –, „sein Leben in schweigender Meditation“ ausklingen ließ. Und „aus Verehrung“ eine wunderschöne Christus-Büste schuf, die der alternde Künstler liebevoll seinen „Liebling“ nannte.

Aber Ende des 17. Jahrhunderts verschwand dieses außergewöhnliche Kunstwerk spurlos.

Die Skulptur ging nach dem Tod Berninis in den Besitz von Königin Christina von Schweden über, eine gute Freundin Berninis, die sie wiederum Papst Innozenz XI. Odescalchi vererbte. Das letzte Mal wurde der Salvator mundi – wie Francesco Petrucci meint – 1773 gesehen, und nicht 1713, wie in vielen Studien zu diesem Thema behauptet wird: aus jüngst im Archiv der Familie Odescalchi durchgeführten Studien geht hervor, daß das Werk noch am 16. Januar 1773 in der Perizia Odescalchi erwähnt wurde.
Doch das war der Moment, in dem sich über die berühmte Statue endgültig der Schleier des Vergessens senkte.

Die einzigen Spuren sind ein Entwurf zur Büste des Retters von Bernini selbst, Studio per il busto del Salvatore – heute im Fondo Corsini am Römischen Nationalinstitut für Graphik – und eine Kopie, die dem Franzosen Pierre Cureau de la Chambre, seit Berninis Aufenthalt in Paris 1665 mit diesem eng befreundet, in Auftrag gegeben worden war – wenn man auch nicht weiß, von wem.

Im Jahr 1972 kam der Salvator mundi allmählich ins Gespräch: zunächst durch den Amerikaner Irving Lavin, Professor für Kunstgeschichte am Institute for Advanced Studies in Princeton. Seinen Intuitionen und Entdeckungen ist es zu verdanken, daß der „Fall“ des Salvatore wieder aufgerollt wurde.

Im Laufe der dreißig Jahre dauernden Forschungen, seit 1972, hatte man mehr als einmal geglaubt, es wiedergefunden zu haben. Bis man endlich das Meisterwerk im Kloster St. Sebastian vor den Mauern, Roms aufspürte und identifizierte.

Anhänger mit dieser Darstellung oft in Verbindung mit Maria auf der Rückseite gibt es etliche...datierbar vom Mittelalter (selten) bis in die heutige Zeit; wobei der Berninityp seit dem 17. Jahrhundert sehr häufig auftritt. Im Ende des 19. Jahrhundert häufen sich die Darstellungen des bartlosen Jesus im Nazarenerstil der damaligen Zeit.

Diesen Anhänger würde ich ins 19. Jahrhundert datieren.
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Gut Fund!   Ich Engel
Gratian

ANTE ROMAM TREVERIS STETIT ANNIS MILLE TRECENTIS
PERSTET ET AETERNA PACE FRUATUR. AMEN.
Helmut
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Beiträge: 34



« Antworten #4 am: 13. Juni 2005, 21:03:18 pm »

Hallo Gratian,

wie immmer sehr prof. Antwort  Boooa

Vielen, vielen Dank   Hey yeah

...Helmut
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