Weißer Silex mit weißer Kortex und grauen glänzenden Inklusen Teil II

Begonnen von thovalo, 10. April 2010, 20:26:30

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thovalo

 :jump:

Das war ein Tag!

Es fand sich auf dem selben Fundplatz und an der selben Stelle (auf einem neolithischen Siedlungshügel am Niederrhein): weißer Silex mit weißer Kortex und grauen glänzenden Inklusen und gelblich-beigefarbiger Linie parallel zur Kortex ................ Teil II

(nicht anpassend, eher sogar Teil einer zweiten Rohkknolle!)

Und zwar mit derart deutlichen Merkmalen, dass ich glaube, dass dieser "Fall" jetzt näher geklärt werden kannl. In der Kortex des Fundbelegs von Heute von derselben Fundstelle befindet sich auch eine Partie mit fossilen Einschlüssen.  :glotz:  

Die Kortex ist derart "kreidig" und weich, dass sie sich mit dem Fingernagel ritzen läßt!

Als "nordischer Feuerstein" ist dieses Material in Geschiebeablagerungen nach eingeholter Auskunft beim Geologischen Landesamt (Krefeld) HIER ausdrücklich NICHT bekannt. Also selbst wenn "nordisch", dann mit gebracht!
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

thovalo

Noch Bilder der Auffindungssituation Heute!     :year:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

werter47

Hallo Thovalo,
auf den Bildern sind schön die Reste von Bryozoenschill zu sehen,eigentlich typisch für Kreide und marine Kreideablagerungen sind nun mal im Norden (Engl.Küste/Rügen) die als eiszeitliches Geschiebe nach Süden verfrachtet wurden.Wie das "minderwertige" Material dann letztendlich zu Euch kam....??
Ich bin Hobbypaläontologe,kein Historiker
Gruß Günter

thovalo

  :winke:

Vielleicht sind die Herren und Damen hier am Niederrhein ja "geneppt" worden und dachten sie hätten gut und exklusiv eingekauft (getauscht natürlich!)?  :kopfkratz:

Vielen Dank für den klasse Hinweis!
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

steinsucher

Hallo Allerseits,

ich bin eben mal Marks Link zu den Minerals gefolgt. Dort habe ich zufällig ein Stück gesehen, dass eine gewisse Ähnlichkeit hat.

Hier der Link.

Gruß vom Steinsucher.

thovalo

Danke für den Hinweis!  :-)

Sieht wirklich sehr ähnlich aus! Doch der klare Hinweis auf die gut erhaltene Partie der "Kreiderinde" mit "Bryozoenschill" hat das "Wild" wohl bereits abschließend "zur Strecke" gebracht!

Bleibt immer noch die Frage offen: wenn man die "feinen" Feuersteinsorten aus Frankreich, Belgien, aus den Niederlanden und vom Lousberg bei Aachen offenbar zur Genüge zur Verfügung hatte: wozu beschaffte man sich dann noch solchen "Driß"?  :kopfkratz:

Danke Dir ganz herzlich!  :winke:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

arriba

-könnte es evt. sein dass jemand dort seine Sammlung an Steinen entsorgt hat? Nur mal so ganz nebenbei  :engel: Es muß ja nicht alles vor so langer zeit dort hingekommen sein ......

:winke:
Rikke

thovalo

Das sag ich auch immer!  :zwinker:

Aber dann gleich die urgeschichtliche Abteilung des Rheinischen Landesmuseums! Vom Gesamtfundareal stammen aus nur sechs Jahren Begehungszeit Tausende Artefakte mit einem außergewöhnlich hohen Anteil
oft noch gut bis sehr gut erhaltener Gerätschaften bzw. Geräteeinsätzen, nicht verwerteter Grundformen und angeschlagenen Rohmaterialbelegen aus allen Himmelsrichtungen! Darunter immer wieder auch "nordischer Feuerstein" aus regionalen Geschiebeablagerungen. Die vorgestellte Silexvarietät ist hier in der Region bislang noch nicht aufgetreten! Die beiden Stücke stammen aus eindeutigen Fundzusammenhängen von einem neolithischen Siedlungshügel und der Platz liegt auf guter Distanz zum heutigen Leben!

Irgendwie sieht das hier aus wie der "Markt der Möglichkeiten" bzw. "Unmöglichkeiten"!

Spricht ja auch nichts dagegen, dass das Sammeln der "merkwürdigen Steine" und anderer Kuriositäten bereits schon im Neolithikum statt gefunden hat! Vom Hügel stammen z.B. auch am Senckenbergmuseum/Frankfurt bestimmte Muschelschalen aus dem Mittelmeerraum usw......

:kopfkratz:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

arriba

 :-) - schicke dass Teil doch mal nach Schleswig und frage was die davon halten.  :kopfkratz:  :glotz:
Krefeld;  da würde ich es nicht hingeben....  :zwinker:  :friede:

werter47

Hallo,
Schleswig klingt für mich gut,die könnten sich mit "Nordischem " auskennen.
""Martk der Möglichkeiten"  : zum Schiffe trimmen,mußten bei Leerfahrten,um steuerbarzu bleiben einen gewissen Tiefang haben,wurden mit Ballast getrimmt und der wurde am Ziel einfach weggeworfen,wenn ein Verkauf nicht möglich war.In und um  alte Hafenanlagen finden sich die exotischsten  Gesteine.
Gruß Günter

thovalo

 :winke:

    Auch eine interessante Perspektive und Anregung, aber das Thema

   
           Schifffahrt im 4./3. Jahrtausend v. Chr.


               ist wohl ein recht heikles Thema!    :zwinker:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.

werter47

Hi,
wiso,haben die Steine gesagt ,daß sie schon so lange da liegen?Die ich bis jetzt geseheh habe waren unbearbeitet und es geht um die Herkunft.
Gruß Günter

thovalo

Naja,
richtig verstehen kann man das "Flüstern der Steine" natürlich nicht,  :zwinker:

doch bei allem Vorbehalt sprechen die Gesamtfundzusammenhänge "tendenziell" eher gegen einen jüngeren bis rezenten Eintrag!


Doch hast Du recht:
ganz ausschließen kann man natürlich NIX und Deine Anregung gibt mir zu denken, denn nicht so ganz weit entfernt wurden in einem Grab einige "sceattas" (Münzen) gefunden. Das deutet ja auf einen zumindest möglichen jüngeren Bezug zum Handel per Schiff mit dem Norden. :kopfkratz:  


Danke für die Beharrlichkeit!
:winke:
Darin besteht der Fortschritt der Welt, daß jede ältere Generation von der Jugend behauptet, sie tauge nichts mehr.